Neue Details bekannt: Cousins des CSD-Attentäters kämpften für den IS
Abdul B. fuhr am Samstagabend am Berliner Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten in eine Menschenmenge und verletzte dabei viele Menschen, eine Frau verlor sogar ihr Leben. Nun sind neue Details zum Attentäter bekannt: Nach Informationen der «Zeit» kämpften zwei seiner Cousins für den sogenannten «Islamischen Staat» (IS).
Die «Zeit» beruft sich dabei auf Informationen, die libanesische Ermittler mit ihren deutschen Kollegen geteilt haben. Abdul B. war 2025 im Libanon wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Laut eines Untersuchungsberichts, der später mit dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) geteilt wurde, soll er per Facebook Messenger Kontakt mit mutmasslichen IS-Kadern gehabt haben.
Diese soll er gebeten haben, ihm bei der Reise nach Syrien zu helfen, wo er selber für den IS kämpfen wollte. Im Chat habe Abdul B. behauptet, «dass er von seinen zwei Cousins, dem in den Reihen des IS gestorbenen Libanesen Abu Bilal und dem zurzeit im Irak in Haft sitzenden Muhammad, empfohlen worden sei.»
Die libanesischen Ermittler bestätigten nach einer Untersuchung, dass die beiden Genannten die Söhne von Abduls Tante seien. Deren Ehemann sei eine berüchtigte Figur des internationalen Dschihadismus und habe von England aus jahrelang junge Männer radikalisiert – darunter wohl auch seine beiden Söhne.
Ob Abdul B. seine beiden Cousins persönlich kannte, ist unklar. Er scheint den IS-Kämpfern jedoch ideologisch nahegestanden zu haben: Ermittler fanden laut Medienberichten auf seinem Handy ein Bekennervideo zum IS. (cpf)
