International
Israel

Israel: Zehntausende bei umstrittenem Flaggenmarsch in Jerusalem

Zehntausende bei umstrittenem Flaggenmarsch in Jerusalem

14.05.2026, 18:5914.05.2026, 18:59

Zehntausende nationalistische Israelis sind unter massivem Polizeischutz mit israelischen Flaggen durch die Altstadt von Jerusalem gezogen. Israels Polizei teilte mit, sie habe mehrere Teilnehmer des umstrittenen Flaggenmarschs wegen «vereinzelter Auseinandersetzungen und Gewalttaten» festgenommen.

epa12957734 Right-wing Israelis gather for the annual 'Flag March' near the Damascus Gate in the Old City of Jerusalem, 14 May 2026. The march commemorated the establishment of Israeli contr ...
Zehntausende waren auf den Strassen.Bild: keystone

Der Marsch verläuft jedes Jahr auch durch muslimische Viertel, was Palästinenser als extreme Provokation sehen. Sie fordern den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt eines eigenen Staates. Der Marsch findet jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert.

Auseinandersetzungen und Angriffe

Lokale Medien berichteten, Teilnehmer hätten unter anderem «Tod den Arabern» gerufen. Die linksliberale Zeitung «Haaretz» meldete, nationalistische Israelis hätten palästinensische Anwohner noch vor offiziellem Beginn des Marschs geschlagen und Schaufenster beschädigt. Medien zufolge gab es Auseinandersetzungen zwischen den nationalistischen Israelis und Anwohnern sowie Aktivisten, die die palästinensischen Anwohner unterstützen. Dabei flogen auch Stühle, wie von Medien verbreitete Aufnahmen zeigen.

Israelische Journalisten vor Ort berichteten ebenfalls, sie seien von den Teilnehmern angegriffen worden. Berichten zufolge haben die meisten Ladenbesitzer ihre Läden geschlossen. Mit bei dem Flaggenmarsch dabei sind demnach viele rechtsgesinnte Jugendliche. Bereits in der Vergangenheit kam es bei dem Marsch häufig zu Ausschreitungen. Laut israelischen Medien sind Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz.

Mit Israel-Flagge – Ben-Gvir provoziert auf dem Tempelberg

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir schwenkte unterdes auf dem Tempelberg eine israelische Flagge. «Der Tempelberg ist in unseren Händen», schrieb er auf der Plattform X. Es ist nicht das erste Mal, dass der Minister vor Ort provoziert, immer wieder betet er auch dort. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Für Juden ist der Tempelberg mit der Klagemauer die heiligste Stätte, weil an dem Ort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
nobody.
15.05.2026 01:43registriert Juni 2022
Ben-Gvir gehört auch zu butcher Bibi`s Truppe. Er war derjenige der die schampusflasche aufgemacht hat, als sie im knesset die Todesstrafe (nur) für Palästinenser eingeführt haben. Die leute tragen alle ein Pin auf der Brust mit einem Henkerstrick drauf. Da sind sie stolz drauf. Widerliche Truppe!
241
Melden
Zum Kommentar
avatar
nobody.
15.05.2026 01:18registriert Juni 2022
oh dachte die israelis sind die guten... wie kann man etwas erobern wenn man sich nur verteidigt. In der Ny times war ein artikel zu den vergewaltigungen und misshandlungen der IDF an palästinensern.
205
Melden
Zum Kommentar
4
Frankreich verbietet Israels Finanzminister die Einreise
Frankreich hat gegen Israels rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland ein Einreiseverbot erlassen.
Zur Story