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Israel

Bericht über sexuelle Gewalt bei Hamas-Terrorattacke auf Israel am 7.11.23

A house is on fire in the kibbutz of Kfar Azza that Palestinians stormed from the Gaza Strip on Saturday, Oct. 7, 2023. The militant Hamas rulers of the Gaza Strip carried out an unprecedented, multi- ...
Ein brennendes Haus im Kibbutz Kfar Azza während der Terrorattacke vom 7. Oktober 2023 ausgeführt von der islamistischen Hamas.Bild: AP

Bericht zeigt: Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung bei Hamas-Angriff auf Israel

12.05.2026, 06:5812.05.2026, 09:16

Bei dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie während der Geiselhaft zahlreicher Entführter ist es laut einer Untersuchung zu systematischem Einsatz sexualisierter Gewalt gekommen. Eine Zivilkommission in Israel veröffentlichte nach einer mehr als zweijährigen Untersuchung ihre Schlussfolgerungen.

In dem Bericht ist die Rede von «Vergewaltigung und Gruppenvergewaltigung, sexueller Folter und Verstümmelung, erzwungener Nacktheit, Hinrichtungen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt, sexualisierten Übergriffen an Leichen sowie sexualisierten Angriffen in Anwesenheit von Familienangehörigen».

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Kerzen zum Andenken an die Opfer vom Nova-Musikfestivals.Bild: keystone

Umfang und Grundlagen der Untersuchung

Der rund 300 Seiten lange Bericht stützt sich nach Angaben der Kommission auf umfangreiche Zeugenaussagen, visuelle Dokumentationen und forensische Beweise. Es seien dabei «13 wiederkehrende Muster von Missbrauch an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Phasen der Angriffe» identifiziert worden. Dazu gehörten auch «anhaltende sexualisierte Gewalt in der Geiselhaft sowie die gezielte digitale Verbreitung der Gewalt, um Terror und Demütigung zu verstärken». Die Ergebnisse zeigten, dass es sich bei diesen Verbrechen nicht um Einzelfälle handelte, sondern um ein «weit verbreitetes und systematisches Muster der Gewalt».

Beispielloser Hamas-Angriff und verheerender Gaza-Krieg

Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen beispiellosen Terrorangriff auf Israel, bei dem rund 1.200 Menschen in Grenzgemeinden und auf einem Musikfestival getötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen, die zu einem langanhaltenden Krieg führte und eine schwere humanitäre Krise auslöste.

Wegen des harten Vorgehens im Gaza-Krieg, bei dem Zehntausende Menschen getötet wurden, wurden Israel immer wieder Kriegsverbrechen, teilweise auch Genozid vorgeworfen. Die israelische Regierung weist diesen Vorwurf strikt zurück. Ein Teil der Geiseln wurde von der israelischen Armee befreit, andere im Tausch gegen palästinensische Häftlinge freigelassen. Ausserdem wurden auch sterbliche Überreste übergeben.

FILE - Palestinians carry sacks and boxes of food and humanitarian aid that was unloaded from a World Food Program convoy that had been heading to Gaza City in the northern Gaza Strip, Monday, June 16 ...
Der Krieg im Gazastreifen und seine Folgen: Palästinenser warten auf Essenslieferungen des World Food Program – zwei Jahre nach Kriegsbegin.Bild: keystone

Kommission schafft «Archiv für Kriegsverbrechen»

Überlebende des Nova-Musikfestivals berichteten etwa, sie seien Zeugen von Vergewaltigungen mit anschliessendem Mord des Opfers geworden. Israelische Geiseln erzählten nach der Freilassung von sexuellen Übergriffen während ihrer Geiselhaft im Gazastreifen. Eine Helferin in einer Leichenhalle berichtete, Opfer des 7. Oktobers hätten im Gesicht und an den Genitalien Verstümmelungen aufgewiesen.

«Zwei Jahre lang haben wir Überlebende und Zeugen angehört, die Beweise sorgfältig ausgewertet und uns mit Material auseinandergesetzt, das oft kaum zu begreifen ist», sagte die Juristin Cochav Elkajam Levy, Gründerin der Zivilkommission. Die Beweise seien in einem «Archiv für Kriegsverbrechen» gesichert worden, um sicherzustellen, «dass ihre Stimmen gehört werden und die Welt erfährt, was geschehen ist», erklärte sie. «Wir können zukünftige Gräueltaten nicht verhindern, wenn wir sie ignorieren, leugnen, infrage stellen oder wegsehen.» Die Hamas selbst hatte sexualisierte Gewalt am 7. Oktober dementiert.

Strenge Prüfung von Beweisen

Der Bericht liefere einen detaillierten Fahrplan für Strafverfolgung, hiess es in der Mitteilung der Kommission. Die Kommissionsleiterin und Rechtsanwältin Merav Israeli-Amarant betonte, bei der Dokumentation habe man die Beweise jeweils streng überprüft und abgeglichen. Diese basierten unter anderem auf hunderten Interviews, Fotos, Videos, Ortsbesuchen, forensischen Einschätzungen und Geolokalisierung. Ziel sei stets gewesen, «die Wahrheit mit Präzision, Unabhängigkeit und Integrität festzustellen und gleichzeitig die Würde, Privatsphäre und Sicherheit der Überlebenden, Opfer und ihrer Familien zu schützen». (nil/sda/dpa)

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Angriff auf Israel
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Angriff auf Israel
Am Morgen des 7. Oktobers 2023 startete die Terrormiliz Hamas einen grossflächigen Angriff auf zahlreiche Ziele in Israel. Es handelt sich um den grössten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
quelle: keystone / abir sultan
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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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O.TER
12.05.2026 09:19registriert Mai 2021
Und trotz dieser Gräueltaten werden an den propalästinensischen Demos in Westeuropa inkl. der Schweiz Immer noch Hamas-Symbole verwendet.
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Pasqualinho
12.05.2026 09:17registriert Juni 2018
Absolut schrecklich. Aber eigentlich nichts Neues bei der Hamas. Ich hoffe es hat nun auch der Hinterletzte begriffen, dass die Hamas keine "Freiheitskämpfer" und schon gar keine "Opfer" sind, sonder kaltblütige und menschenverachtende Terroristen.
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