Israel vor Richtungswahl: Netanyahu und Eisenkot fast gleichauf
Wie die BBC berichtet, steht bei der ersten Parlamentswahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 besonders die Frage im Zentrum, welchen politischen Kurs Israel künftig einschlagen soll. Rund eine halbe Million Menschen dürfen erstmals wählen.
Netanyahu setzt im Wahlkampf auf Sicherheit und den Slogan «No Surrender». Er argumentiert, Israel habe seine Gegner in Gaza, Libanon und Iran entscheidend geschwächt. Gleichzeitig macht ihm die Opposition seine Verantwortung für das Versagen vom 7. Oktober sowie seine Justizpolitik zum Vorwurf.
Eisenkot fordert Machtwechsel
Zum wichtigsten Herausforderer Netanyahus ist der frühere Armeechef Gadi Eisenkot mit seiner zentristischen Partei Yashar geworden. In jüngsten Umfragen lag seine Partei teilweise sogar knapp vor Netanyahus Likud.
Eisenkot verspricht unter anderem eine staatliche Untersuchung zum 7. Oktober und will Gerichtsurteile zur Einberufung ultraorthodoxer Männer zum Militär durchsetzen. Gleichzeitig vertritt auch er in Sicherheitsfragen eine harte Linie und will die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen beenden.
Rechte Parteien stark bei jungen Wählern
Ein Teil der jungen Israelis orientiert sich dagegen noch weiter rechts. Laut einer Umfrage wollen mehr als 16 Prozent der Erstwähler rechtsextreme Parteien wie jene von Itamar Ben Gvir unterstützen. Besonders in Orten nahe dem Gazastreifen haben die Angriffe vom 7. Oktober viele politische Einstellungen verhärtet.
Entscheidend dürfte am Ende die Koalitionsbildung werden. Weder das Regierungs- noch das Oppositionslager könnte eine eigene Mehrheit erreichen. Damit könnten ausgerechnet die arabischen Parteien zum Zünglein an der Waage werden – obwohl fast alle jüdischen Oppositionsparteien eine Zusammenarbeit mit ihnen bislang ablehnen. (mke)
