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Italien

Laut WWF zahlreiche Exemplare der Gemeinen Flusskrabbe im Gardasee

View of Limone sul Garda's old town and Lake Garda, Italy
Beliebte Urlaubsdestination und bedeutsames Ökosystem: der Gardasee.Bild: Moment RF

Forschern gelingt seltener Fund im Gardasee

Lukas Armbrust / watson.de
Der Gardasee ist vor allem als Urlaubsziel bekannt. Doch auch seine Bedeutung als Ökosystem darf nicht unterschätzt werden. Aktuell macht ein Fund Schlagzeilen, der vor allem bei Naturschützerinnen und Naturschützern für Begeisterung sorgt.
15.07.2026, 22:1015.07.2026, 22:10

Ein lange vermisster Bewohner des Gardasees erregt derzeit die Aufmerksamkeit einiger Naturschützerinnen und Naturschützer. Neue Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich eine seltene heimische Art in einigen Bereichen des Sees wieder dauerhaft angesiedelt haben könnte. Für den Naturschutz wäre das ein bedeutendes Signal, denn die Rückkehr gilt als Hinweis auf eine positive Entwicklung des Ökosystems.

Wie der WWF Bergamo Brescia mitteilt, wurden entlang des Seeufers bei Verona zahlreiche Exemplare der Gemeinen Flusskrabbe (Potamon fluviatile) nachgewiesen.

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Die Gemeine Flusskrabbe (Potamon fluviatile).Bild: iStockphoto

Die Sichtungen konnten durch Fotos und Videoaufnahmen im natürlichen Lebensraum dokumentiert werden. Besonders bemerkenswert ist nach Angaben der Naturschutzorganisation, dass sowohl ausgewachsene Tiere als auch Jungtiere beobachtet wurden. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich stabile Populationen gebildet haben.

Die Gemeine Flusskrabbe ist laut «Corriere della Sera» die einzige in Italien heimische Süsswasser-Zehnfusskrebsart. Sie lebt in Tiefen von etwa sechs bis acht Metern und galt in vielen Regionen über Jahrzehnte als stark rückläufig. Verantwortlich dafür waren unter anderem Gewässerverschmutzung, der Verlust geeigneter Lebensräume, Eingriffe in Flüsse und Seen sowie illegale Fischerei.

Einige Fachleute gingen zwischenzeitlich sogar davon aus, dass die Krabbe lokal ausgerottet worden sein könnte. So weit ist es aber offensichtlich nicht gekommen.

Gardasee: Krabbe könnte hartnäckiges «Problem» lösen

Für den WWF ist die Entdeckung der Krabbenpopulation im Gardasee in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Zum einen betont die Organisation laut der italienischen Zeitung: «Die Flusskrabbe ist ein hervorragender Indikator für die Gesundheit von Süsswasserökosystemen: Ihr Vorkommen zeugt von sauberen, sauerstoffreichen Gewässern mit einer guten ökologischen Komplexität.»

Zeitgleich könnte die Erholung der Krabbenpopulation ein hartnäckiges «Problem» lösen. Nach bisherigen Beobachtungen ernähren sich die Tiere nämlich teilweise von der Zebramuschel (Dreissena polymorpha). Dabei handelt es sich um eine invasive Art, die sich seit den 1980er-Jahren im Gardasee stark ausgebreitet hat und teils einheimische Arten verdrängt.

Wenn sich die Gemeine Flusskrabbe also weiter ausbreitet, könnte die Zebramuschel weiter dezimiert und damit das ökologische Gleichgewicht des Sees gestärkt werden.

Der WWF Bergamo Brescia will die Entwicklung laut «Corriere della Sera» nun weiter beobachten. Die Organisation appelliert deshalb an Besucherinnen und Besucher des Gardasees, die Tiere weder zu fangen noch zu stören und Sichtungen möglichst mit Fotos oder Videos zu melden, um die wissenschaftliche Beobachtung und den Schutz der seltenen Art zu unterstützen.

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