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Benzinpreisdeckel sorgt für Streit in Italiens Treibstoffbranche

Eine Eni Tankstelle an der A2 Autobahnraststaette Erstfeld in Richtung sueden praesentiert seine Benzinpreise am Donnerstag, 2. April 2026, in Erstfeld im Kanton Uri. Wegen dem Krieg im Iran sind die  ...
Die Preise einer Eni-Tankstelle an der A2-Autobahnraststätte Erstfeld im Kanton Uri.Bild: keystone

Benzinpreisdeckel sorgt für Streit in Italiens Treibstoffbranche

27.09.2026, 12:2227.09.2026, 12:22

Angesichts der hohen Treibstoffpreise in Italien will der italienische Energiekonzern Eni einen Benzinpreisdeckel an seinen Tankstellen einführen. Die Massnahme sorgt jedoch für Streit in der Branche.

Der Tankstellenverband Assopetroli-Assoenergia wirft Eni vor, mit der Preissenkung den Wettbewerb zu verzerren. Kleinere Anbieter könnten mit den angekündigten Preisen nicht mithalten, erklärte Verbandspräsident Andrea Rossetti.

Eni will ab Montag an seinen Tankstellen für Privatkunden maximal 1.99 Euro je Liter Benzin und 2.19 Euro pro Liter Diesel verlangen. Der Konzern erwägt, den Preisdeckel bis zum Jahresende beizubehalten. Nach Berechnungen auf Grundlage der jüngsten Halbjahreszahlen könnte die Massnahme Eni rund 100 Millionen Euro im Monat kosten. Der Konzern verkauft im Privatkundengeschäft durchschnittlich rund 600 Millionen Liter Treibstoff pro Monat.

An external view of Eni Energy store, in Milan, Italy, Friday, April 7, 2022. (AP Photo/Luca Bruno)
Ein Eni-Store in Mailand.Bild: AP

Tankstellenverband will sich an Regierung wenden

Die Preisbegrenzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die staatliche Entlastung beim Dieselpreis reduziert wird. Der von der Regierung gewährte Tankrabatt von bisher 12.2 Cent pro Liter wurde am Samstag auf 6.1 Cent halbiert. Nach Berechnungen des italienischen Verbraucherschutzverbands Codacons verteuert sich das Tanken dadurch bei einer Tankfüllung von 50 Litern um rund 3.05 Euro.

Nach Einschätzung von Assopetroli können kleinere Wettbewerber die Eni-Preise nicht nachvollziehen. «Auch wenn wir unsere Margen vollständig aufgeben, können wir niemals auf diese Preise kommen», sagte Rossetti. Der Verband will sich deshalb an die italienische Regierung wenden. Enis Massnahme sei nicht nur wettbewerbsverzerrend, sondern zudem unzureichend, weil sie einen Teil des Kraftstoffmarktes nicht erfasse.

Eni verfügt landesweit über rund 3847 Tankstellen, von denen etwa drei Viertel dem Konzern gehören oder von ihm betrieben werden. Die übrigen Stationen werden von Vertragspartnern unter den Marken Eni und Enilive geführt. Für diese Betreiber kann die kurzfristige Preissenkung ebenfalls zum Problem werden, da sie einen Teil ihrer Bestände bereits zu höheren Preisen eingekauft haben. Eni kündigte an, die daraus entstehenden Kosten auszugleichen.

Engpässe sind möglich

Auch die Frage der Versorgung könnte zum Problem werden. Die Eni-Tankstellen machen weniger als ein Fünftel der insgesamt rund 22'000 Tankstellen in Italien aus. Bei einem starken Anstieg der Nachfrage könnten deshalb Engpässe an Eni-Tankstellen entstehen. Der Konzern erklärte, seine Logistik und Raffineriekapazitäten auf Nachfragespitzen auszurichten.

Die Preisbegrenzung betrifft zudem nur das Privatkundengeschäft. Der sogenannte «Extra-Rete»-Vertrieb, über den unter anderem unabhängige Tankstellen, Landwirtschaft, Fischerei und Transportunternehmen beliefert werden, ist ausgenommen. Für Speditionen bleibt Diesel damit vom Preisdeckel unberührt. (sda/apa)

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