Mann mit getarnten Raketen im Lieferwagen in Italien gestoppt
In der süditalienischen Hafenstadt Bari hat die Polizei einen 46-jährigen Franzosen festgenommen, in dessen Lieferwagen drei Panzerabwehrraketen lagen. Die Raketen waren als Nato-Übungsmaterial getarnt worden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der Mann sitzt seit seiner Festnahme im Juni wegen des Verdachts auf Waffenhandel in Untersuchungshaft.
Der Franzose war mit einer Fähre vom griechischen Patras nach Bari gereist. Bei der Durchsuchung seines Lieferwagens stiessen die Beamten neben den drei Raketen vom Typ Akeron auch auf eine Übungsrakete ohne Gefechtskopf sowie ein Abschussrohr. Die Tarnung war dabei gezielt angebracht worden: Gelbe und schwarze Markierungen, die auf einen hochexplosiven Gefechtskopf hinweisen, waren mit blauem Klebeband abgedeckt worden. Auf echten Nato-Übungsraketen sind solche blauen Markierungen regulär vorhanden.
Angeblich zur Reparatur gebracht
Gegenüber den Ermittlern erklärte der Mann, er transportiere die Waffen im Auftrag des französischen Rüstungskonzerns MBDA. Die Raketen seien auf der griechischen Insel Kreta repariert worden und er sei beauftragt, sie zum Hersteller zurückzubringen. MBDA France äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht. Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen verlautete jedoch, das Unternehmen habe eine Genehmigung für Tests mit sogenannten Versuchsträgern in Griechenland erhalten. Dabei soll es sich um unvollständige Akeron-Raketen handeln.
Die italienischen Behörden ordneten weitere Ermittlungen an. Sie verwiesen auf fehlende Transportgenehmigungen und Unstimmigkeiten in den Begleitpapieren. Der Akeron ist laut Herstellerangaben eine Panzerabwehrrakete, die sowohl zu Land als auch auf See eingesetzt werden kann und für Gefechte im offenen Gelände wie auch in Städten ausgelegt ist.
Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagentur AFP

