Feuer in Frankreich bewegt sich auf Bordeaux zu – bereits 141'000 Evakuierte
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez betonte, das Land habe noch nie zuvor Brände in diesem Ausmass erlebt, und versprach, «alles zu tun», um Bordeaux zu schützen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte die Streitkräfte nach Angaben seines Umfelds auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz «mit maximaler Verstärkung» zu unterstützen.
Regierungschef Sébastien Lecornu schickte zusätzliche Militärangehörige in die Region, um gegen die Flammen zu kämpfen. Diese haben in dem Gebiet bereits eine Fläche von 22'000 Hektar verwüstet.
Die Behörden von Bordeaux ordneten die Evakuierung von Orten in der Nähe der Stadt «aus Vorsicht» vor den herannahenden Flammen an. Die Verkehrsinformationsseite Bison Futé forderte Autofahrer auf, Strassen in dem Gebiet zu meiden, um die Zufahrten für Rettungsdienste freizuhalten.
Auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Cap-Ferret ordneten die Behörden eine vollständige Evakuierung an. Rund 44'000 Einwohner und Urlauber verliessen das Gebiet über die einzige Strasse in Richtung Bordeaux oder mit Booten über das Becken von Arcachon.
Lage um Madrid verschärft
In Spanien verschärfte sich die Lage rund um die Hauptstadt Madrid. Das dortige Grossfeuer sei «auf seinem Höhepunkt» und derzeit «nicht zu löschen», sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Carlos Novillo. Wegen starken Winds könne sich der Brand weiter ausbreiten.
Unter den 63'000 evakuierten oder zum Verbleib in Gebäuden aufgeforderten Menschen waren nach Angaben des spanischen Innenministeriums auch 5000 Urlauber auf einem Campingplatz. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sprach vom «schlimmsten Brand in der Geschichte» der Region Madrid und von einer «Katastrophe».
Auswirkungen auf NASA
Die Waldbrände in Spanien zwangen ausserdem die US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Evakuierung einer ihrer drei weltweiten Bodenstationen für die Tiefraumkommunikation. Die Flammen seien über das Gelände in Robledo, rund 65 Kilometer westlich von Madrid hinweggezogen, mögliche Schäden würden bewertet, sobald dies gefahrlos möglich sei, teilte die US-Behörde mit.
Abruptes Ferienende für viele Schweizer
Auch Feriengäste aus der Schweiz blieben nicht verschont: Am Gebiet um Cap-Ferret mussten Dutzende evakuiert werden.Rund 65 Mitglieder des Touring Club Schweiz (TCS) sind von den Waldbränden in der französischen Region Gironde betroffen, wie der Touring Club Schweiz der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag mitteilte.
Die meisten Anrufe, die bei der Einsatzzentrale eingehen, stammen von Reisenden aus dem Gebiet um Cap-Ferret. Seit Beginn der Waldbrände in Frankreich ereilen den TCS regelmässige Hilfsanfragen von Reisenden, die ihren Ferienaufenthalt unterbrechen oder evakuiert werden mussten. Die meisten hätten ihre Sachen vor der Abreise mitnehmen können. Verletzte oder Verstorbene gebe es unter den Betroffenen nicht.
Auch das Aussendepartement (EDA) beobachtet die aktuelle Lage derzeit aufmerksam. Kenntnisse von betroffenen Schweizerinnen und Schweizern liegen dem EDA derzeit aber nicht vor, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. (lak/sda/dpa)
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