International
Leben

In Kanada werden immer mehr Tote nicht abgeholt

Kempten, Bavaria, Germany - January 26, 2025: A hand places a grave candle in a grave light in a cemetery in winter. The scene represents mourning, remembrance, and farewell to the deceased, as well a ...
In 23 Prozent der Fälle in Toronto seien Angehörige aus finanziellen Gründen nicht dazu in der Lage gewesen, die Toten anzunehmen.Bild: www.imago-images.de

Immer mehr Tote in Kanada werden nicht abgeholt

Kanadische Behörden sehen sich zunehmend mit nicht abgeholten Toten konfrontiert. Finanzielle Not und Entfremdung sind laut Experten Gründe hinter dem Phänomen.
19.08.2026, 13:0219.08.2026, 13:02

In den bevölkerungsreichsten Provinzen des Landes, Quebec und Ontario, verzeichnen Behörden in den vergangenen Jahren einen rasanten Anstieg der Toten ohne Angehörige, die sie beerdigen.

In der Provinz Ontario wurden im vergangenen Jahr etwa 1710 Tote nicht abgeholt, wie das Büro des leitenden Gerichtsmediziners mitteilte. 2020 waren es demnach 691 Fälle und 2010 noch 189. Die meisten Fälle entfielen auf die bevölkerungsreichste Metropolregion des Landes, Toronto (1138).

In 23 Prozent der Fälle in Toronto seien Angehörige aus finanziellen Gründen nicht dazu in der Lage gewesen, die Toten anzunehmen. Bestattungen können auch in Kanada schnell mehrere Tausend Dollar kosten. In 35 Prozent der Fälle hätten erst gar keine Angehörigen ausfindig gemacht werden können. 28 Prozent entfielen auf nicht beanspruchte sterbliche Überreste von Föten, hiess es von der Gerichtsmedizin.

Armut und Migrationshintergrund als Faktoren

In der Provinz Quebec seien 2025 insgesamt 992 Körper nicht abgeholt worden, die meisten davon in Montreal, teilte Santé Quebec, eine staatliche Gesellschaft der kanadischen Provinz für das öffentliche Gesundheitssystem, mit. 2020 seien es 448 und 2010 insgesamt 355 in der östlichen Provinz gewesen.

In der Regel übernimmt in Kanada dann die Provinz die Verantwortung für die sterblichen Überreste und die Einäscherung oder Beisetzung.

Das Forschungszentrum Cremis in Montreal schreibt, dass es sich bei den Fällen in der Region in den vergangenen Jahren besonders häufig um ältere Menschen handele, die allein zu Hause oder in einem Spital sterben. In den meisten Fällen seien es Männer – nämlich 85 Prozent der Fälle zwischen 2014 und 2023. Besonders betroffen seien Migrantinnen und Migranten sowie Obdachlose. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus
1 / 13
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus

Einige der reichsten und mächtigsten Männer aus dem Silicon Valley treiben demokratiefeindliche Machenschaften voran. Der US-Journalist Gil Durán (Bild) prangert in seinem Buch «The Nerd Reich» und einem gleichnamigen Podcast bekannte Akteure an ...

quelle: screenshot: youtube
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Spanien: Erdbeben der Stärke 4,8 in Granada
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
19 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gahteuchnütah
19.08.2026 14:16registriert August 2025
Wenn selbst der Tod eines Menschen seine Angehörigen in die Schulden treibt... Kranke Welt..
613
Melden
Zum Kommentar
19
Hummertasche und Hodensack-Parfüm: Diese Luxusprodukte gibts tatsächlich zu kaufen
Um sich von der breiten Masse abzuheben, können gutbetuchte Konsumentinnen und Konsumenten auf skurrile Markenprodukte zurückgreifen. Eine Übersicht.
Die Schönen und Reichen zeigen dem gemeinen Volk gerne, dass sie schön und vor allem reich sind. Dies schaffen sie insbesondere mit teils skurrilen Luxusprodukten aus dem Modehaus ihres Vertrauens. Ob Taschen in Tierform, Alltagsgegenstände mit schwindelerregenden Preisen oder Parfümflakons in der Form von Geschlechtsteilen: Es gibt nichts, was es nicht gibt, wie diese Beispiele zeigen:
Zur Story