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Ukraine-Ticker: Selenskyj: «Schweigen stachelt Abschaum in Moskau an»

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Selenskyj: «Schweigen stachelt Abschaum in Moskau an» + Dreijähriger stirbt bei Angriff

Die aktuellsten Nachrichten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Liveticker.
05.04.2025, 22:35

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten, wo Russland kleine Geländegewinne verbuchen kann.
  • Die russische Armee bombardiert regelmässig alle grösseren Städte der Ukraine aus der Luft. Dabei stand oft die Energieinfrastruktur im Fokus der Angriffe. Auch Wohnhäuser werden immer wieder getroffen.
  • Unter US-Vermittlung haben sich die Ukraine und Russland jüngst auf eine 30-tägige Pause für Angriffe auf die Energieinfrastruktur geeinigt. Beide Länder werfen einander jedoch Verstösse vor.

Die neuesten Entwicklungen im Liveticker

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22:40
Russische Drohnenschwärme über der Ukraine
Das russische Militär hat die Ukraine am Abend mit neuen Drohnenschwärmen überzogen. Medienberichten zufolge wurden über verschiedenen Landesteilen grössere Gruppen von Drohnen gesichtet, die von der Flugabwehr unter Beschuss genommen wurden. Die Ziele der Kampfdrohnen waren zunächst nicht erkennbar.

Aus der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine wurden erste Einschläge von Kampfdrohnen gemeldet. Dabei seien zwei Wohnhäuser in Brand gesetzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Vitali Kim auf Telegram mit. Über eventuelle Opfer der Angriffe lagen vorerst keine Angaben vor. (sda/dpa)
22:37
Orkan in Sibirien – Zehntausende ohne Strom
Wegen eines Orkans sind in Südsibirien Zehntausende ohne Strom geblieben. Wie der russische Zivilschutz mitteilte, sei in der Region Irkutsk westlich des Baikalsees wegen des Sturms die Stromversorgung für über 100'000 Häuser in acht Bezirken der Region vorsorglich abgeschaltet worden. Die Windböen hatten bis dahin Dächer abgerissen, Bäume entwurzelt und vielerorts für Brände gesorgt. Auch der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen.

«Es gibt keine Todesopfer oder Verletzte», teilte der Zivilschutz nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Meteorologen sagten ein Abflauen des Orkans frühestens am Sonntagmorgen voraus. (sda/dpa)
22:31
Selenskyj: Schweigen ermuntert Russland zu weiteren Attacken
Nach dem folgenschweren russischen Angriff auf seine Geburtsstadt Krywyj Rih hat der ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj die Welt davor gewarnt, zu schweigen. «Dieser Angriff ist einer der dunkelsten Momente für Krywyj Rih», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft zu dem Raketenangriff, bei dem 18 Menschen, unter ihnen neun Kinder, ums Leben gekommen waren. Die weltweiten Reaktionen zeigten, dass sich viele klar «gegen den russischen Terror» stellten.

Man dürfe nicht die Augen verschliessen, mahnte Selenskyj. «Es ist falsch und gefährlich, darüber zu schweigen, dass es Russland ist, das Kinder mit ballistischen Raketen tötet», sagte er. «Es stachelt den Abschaum in Moskau nur an, den Krieg fortzusetzen und die Diplomatie weiter zu ignorieren.» Schwäche habe noch nie einen Krieg beendet.

Moskau hatte den Angriff bestätigt, sprach aber von einem «Hochpräzisionsschlag». Getroffen worden seien ukrainische Kommandeure mit ihren westlichen Instrukteuren, hiess es. Auf den von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern vom Ort des Angriffs waren keine Hinweise auf militärische Ziele zu sehen. Der Kiewer Generalstab schrieb auf Telegram von einer Lüge. (sda/dpa)
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy speaks during a press conference in Kyiv, Ukraine, Friday, April 4, 2025. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Russia Ukraine War
Bild: keystone
16:59
Britische und französische Militärs in Kiew
Die Generalstabschefs Frankreichs und Grossbritanniens haben bei einem Besuch in Kiew die weitere Unterstützung für die Ukraine erörtert. Dabei sei mit den Vertretern der ukrainischen Führung sowohl die weitere militärische Hilfe für Kiew im Kampf gegen die russische Armee als auch eine Langzeitstrategie für den Umbau der ukrainischen Streitkräfte besprochen worden, teilte der französische Generalstabschef Thierry Burkhard auf der Plattform X mit. Er und sein britischer Kollege Tony Radakin hatten sich in Kiew auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Armeechef Olexander Syrskyj und Verteidigungsminister Rustem Umjerow getroffen.

Wichtiger Punkt der Unterredung in Kiew waren auch sogenannte Rückversicherungsoptionen. Damit ist die Entsendung internationaler Friedenstruppen in die Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands gemeint. Sowohl London als auch Paris sind dazu bereit, suchen jedoch noch weitere Partner für eine internationale Koalition. «Gemeinsam wollen wir einen dauerhaften und festen Frieden in der Ukraine sichern, eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit des europäischen Kontinents», schrieb Burkhard. (sda/dpa)
epa11955483 Chief of Staff of the Armed Forces (CEMA) Thierry Burkhard attends the opening of the Paris Defence and Strategy Forum at the Ecole Militaire, in Paris, France, 11 March 2025. Paris Defenc ...
Bild: keystone
16:25
Selenskyj: Dreijähriger unter Toten nach russischem Angriff
Der dreijährige Tymofij, die siebenjährige Arina und der neun Jahre alte Herman - sie sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj unter den neun bei einem russischen Luftangriff getöteten Kindern und Jugendlichen. Bei dem Einschlag einer russischen ballistischen Rakete in der Grossstadt Krywyj Rih, gefolgt von einem Drohnenangriff, seien auch neun Erwachsene getötet worden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.

Es sei eine gewöhnliche Strasse in einem Wohngebiet getroffen worden, wo es auch einen Spielplatz, Geschäfte und ein Restaurant gebe, schrieb der Präsident weiter. 62 Menschen seien verletzt worden, darunter 12 Kinder. Einige Personen schwebten weiter in Lebensgefahr, schrieb er.

Selenskyj dankte Aussenministern und Botschaften, die nach dem Angriff vom Freitag ihr Beileid bekundet hatten. Die Reaktion der US-Botschaft sei jedoch überraschend enttäuschend, schrieb er. «Sie haben sogar Angst, das Wort »russisch« zu sagen beim Sprechen über die Rakete, die Kinder umgebracht hat.» Die US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, hatte sich in einem X-Post entsetzt darüber gezeigt, dass «eine ballistische Rakete in der Nähe eines Spielplatzes und eines Restaurants in Krywyj Rih eingeschlagen» ist.

Moskau hatte den Angriff bestätigt, sprach aber von einem «Hochpräzisionsschlag». Getroffen worden seien ukrainische Kommandeure mit ihren westlichen Instrukteuren, hiess es. Auf von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern von dem Ort des Angriffs waren keine Hinweise auf militärische Ziele zu sehen. Der Kiewer Generalstab schrieb auf Telegram von einer Lüge. (sda/dpa)
19:31
Tote nach Raketenschlag auf ukrainische Stadt
In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden. «Darunter sind auch sechs Kinder», schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, bei Telegram mit. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden.

Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Strasse und Wohnhäuser geführt worden, beklagte Selenskyj. «Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das.» Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.

Das russische Militär bestätigte später den Schlag gegen Krywyj Rih. Moskau sprach hierbei allerdings von einem «Hochpräzisionsschlag». Getroffen worden sei ein Restaurant, in dem sich ukrainische Kommandeure mit westlichen Instrukteuren getroffen hätten. «Durch den Schlag lagen die Verluste des Gegners bei 85 Soldaten und Offizieren ausländischer Staaten», heisst es in der Pressemitteilung. Zudem seien rund 20 Militärfahrzeuge zerstört worden. Zu zivilen Opfern machte Moskau keine Angaben. Auf von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern vom Ort des Angriffs waren keine Hinweise auf militärische Ziele zu sehen.

Autos und Garagen seien in Brand geraten und mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak. Die Zahl der Opfer dürfte noch zunehmen. Die Heimatstadt von Präsident Selenskyj liegt gut 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Bereits am Mittwoch waren bei einem Angriff auf die Stadt vier Menschen getötet worden. (vro/sda/dpa)
RECORD DATE NOT STATED 267462.jpg A targeted Russian missile strike on Kryvyi Rih, Ukraine, on April 2, 2025, killing four people. EDITORIAL USE ONLY PUBLICATIONxNOTxINxCHNxHKGxTPE Copyright: xx 26746 ...
Bild: www.imago-images.de
11:00
Kreml: Noch kein Signal der Europäer zu Friedensgesprächen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Kreml-Angaben noch kein Signal der Europäer für mögliche Gespräche über ein Ende des mehr als drei Jahre währenden Ukraine-Krieges erhalten. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

«Bislang gab es keinerlei Signale», sagte Peskow. Er bezog sich vor allem auf Äusserungen des finnischen Präsidenten Alexander Stubb. Dieser hatte gesagt, dass ein oder zwei Länder für alle europäischen Unterstützer der Ukraine mit Moskau verhandeln sollten – am ehesten Frankreich oder Grossbritannien.

Russland wiederum betrachtet bislang nur die USA als Gesprächspartner über den Krieg – nicht die Europäer und auch nicht die Ukraine selbst. (sda/dpa)
Kremlin spokesman Dmitry Peskov attends a press conference following the meeting of Russian President Vladimir Putin and Tajik President Emomali Rahmon at the Kremlin in Moscow, Russia, Monday, March  ...
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5:46
Ukrainischer Aussenminister: «In Europa tobt ein echter Krieg.»
Vor dem Abschluss des zweitägigen Treffens der NATO-Aussenminister fordert die Ukraine von dem Verteidigungsbündnis stärkeren Druck auf Russland zur Umsetzung einer Friedenslösung. «Russland muss es mit dem Frieden ernst meinen. Dafür ist es an der Zeit, den Druck auf Moskau zu erhöhen», sagte der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha vor den Beratungen seiner NATO-Kollegen bei einem Auftritt mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel. Zum Abschluss des zweitägigen Treffens soll es auch um mögliche weitere Unterstützung für die Ukraine gehen.
epa12007923 Ukrainian Foreign Minister Andrii Sybiha speaks a a press conference during the North Atlantic Treaty Organization (NATO) Ministers of Foreign Affairsmeeting in Brussels, Belgium, 03 April ...
Bild: keystone
Angesichts der Diskussion über die von US-Präsident Donald Trump verkündeten neuen Handelszölle warnte Sybiha, man dürfe «nicht vergessen, dass in Europa ein echter Krieg tobt. Russland bleibt eine existenzielle Bedrohung für Europa.» (sda/dpa)
5:44
Kiew erwartet heftigere Angriffe im Frühjahr
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als drei Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. Sie rechnet nach Angaben des Präsidentenbüros damit, dass Russland seine eingesetzten Truppen in diesem Jahr um 150'000 Mann aufstocken wird. «Die Russen haben jetzt keine Probleme, Personal zu rekrutieren», sagte Pawlo Palissa, Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodymyr Selenskyj, in Kiew.

Zwar könnten diese frischen Kräfte nicht alle gleich zum Einsatz kommen, sagte der Oberst dem Rundfunksender Suspilne. Der Druck der Russen an der Front werde aber rasch zunehmen. (sda/dpa)
5:43
NATO-Aussenminister beraten über Aufrüstungsbemühungen
Die Aussenminister der NATO-Staaten kommen heute zu einem Austausch mit EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas zusammen. Dabei soll es auch um den Beitrag der Europäischen Union zu den aktuellen Aufrüstungsbemühungen gehen.
epa12007570 EU High Representative for Foreign Affairs and Security Policy Kaja Kallas attends a press conference following the informal meeting of EU defense ministers at the Warsaw Citadel in Warsaw ...
Bild: keystone
Geplant sind unter anderem EU-Kredite in Höhe von 150 Milliarden Euro für die Ukraine. Eine Sonderregel soll es erlauben, Verteidigungsausgaben von den strengen EU-Schuldenregeln auszunehmen. So sollen allein in den kommenden vier Jahren 800 Milliarden Euro mobilisiert werden.

Die Hoffnung dabei ist auch, US-Aussenminister Marco Rubio von der Glaubwürdigkeit der europäischen Aufrüstungsbemühungen zu überzeugen. US-Präsident Donald Trump hatte den Europäern zuletzt immer wieder vorgeworfen, sich zu sehr auf den Schutz der USA zu verlassen und selbst deutlich zu wenig für ihre Verteidigung zu tun. (sda/dpa)
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