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Erdogan droht Europa mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

Erdogan droht Europa mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

25.11.2016, 10:0125.11.2016, 14:00

Nach der Empfehlung des EU-Parlaments zu einem Einfrieren der Beitrittsgespräche hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gedroht, die Landesgrenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Wenn die EU noch weitergehe, werde er Flüchtlinge nach Europa lassen.

Dies sagte Erdogan am Freitag bei einer Rede vor einer Frauenorganisation in Istanbul. Ein im März geschlossener Flüchtlingspakt zwischen der Türkei und der EU sieht unter anderem vor, dass die EU alle Flüchtlinge, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Im Gegenzug hat die EU unter anderem zugesagt, nach Erfüllung von 72 Voraussetzungen die Visumspflicht für türkische Staatsbürger aufzuheben.

Am Donnerstag hatte das Europaparlament empfohlen, die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. Es begründete diesen Schritt mit den «unverhältnismässigen Repressionen», die seit dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli in der Türkei gegen Regierungsgegner ergriffen worden seien.

Über 36'000 Menschen sind in U-Haft

Nach dem Umsturzversuch wurden schon mehr als 125'000 Staatsbedienstete entlassen, mehrere Tausend wurden festgenommen. Nach Medienangaben wurden über 36'000 Menschen in der Türkei in Untersuchungshaft genommen. Unter den Entlassenen sind Soldaten, Polizisten und Richter. Auch Journalisten und Akademiker sind ins Visier der Behörden geraten.

Die 2005 begonnenen Beitrittsgespräche zwischen der EU und der Türkei stecken schon länger in einer Sackgasse. Erdogan hat für kommendes Jahr ein Referendum in seinem Land darüber in Aussicht gestellt, ob die Verhandlungen mit der EU fortgesetzt werden sollen. Umgekehrt droht die EU damit, die Gespräche zu beenden, falls Erdogan wie angekündigt die Todesstrafe wieder einführt. (sda/dpa/afp)

Sommer 2016 in Istanbul: Massendemos für Erdogan

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Erdogan spricht sich weiterhin für Todesstrafe aus
Zu einer Grosskundgebung in Istanbul gegen den gescheiterten Militärputsch haben sich am 7. August hunderttausende Demonstranten versammelt.
quelle: epa/epa / sedat suna
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96 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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demokrit
25.11.2016 11:21registriert Oktober 2015
"Stosse keine Drohungen aus, die du nicht halten kannst" hat der Königsmörder in Game of Thrones einmal gesagt. Die EU würde die türkische Wirtschaft als Antwort sofort in die Steinzeit zurück sanktionieren.
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Hierundjetzt
25.11.2016 10:56registriert Mai 2015
Dann bitte auch die 1 Mrd an die EU zurückzahlen. Merci.
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dmark
25.11.2016 11:00registriert Juli 2016
Lasst es wie einen Unfall aussehen...
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