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Nepal: Wie es zu der verheerenden Sturzflut kam

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Sturzflut in Nepal

Im Grenzgebiet zwischen Nepal und China hat eine zerstörerische Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll mindestens 270 Menschen getötet.

quelle: keystone / niranjan shrestha
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Wie es zu der verheerenden Sturzflut in Nepal kam

Die gigantische Flutwelle in Nepal geht einem Experten zufolge auf einen Gletschersturz zurück.
27.08.2026, 15:3627.08.2026, 15:36

Nach derzeitigem Wissensstand rekonstruiert Niels Hovius vom deutschen GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung folgenden Ablauf: Am Mittwochmorgen bricht um 8:37 Uhr Ortszeit (6:37 Uhr MESZ) ein Teil der Bergflanke mit einem Gletscher vom Nordhang des Langtang Lirung ab, dem mit gut 7'200 Metern höchsten Gipfel der nepalesischen Region Langtang.

epa13194320 Flood survivor return to home following a flash flood in Devighat Village, Nuwakot district, Nepal, 27 August 2026. More than 160 people have died and hundreds remain missing across northe ...
Überlebende der Sturzflut kehren nach dem Unglück im Dorf Devighat in ihre Häuser zurück.Bild: keystone

Bei dem mehr als 1'000 Meter tiefen Abrutschen lässt die – etwa durch Reibung frei werdende – Energie das Eis fast augenblicklich schmelzen. So stark ist die Erschütterung beim Aufprall, das Erdbebennetzwerk des GFZ ein Erdbeben der Stärke 5,7 aufzeichnet.

Ob bei dem Sturz noch Gletscherseen mitgerissen wurden, war zunächst unklar. Hovius, Leiter der GFZ-Sektion Geomorphologie, geht davon aus, dass das Wasser der Flutwelle vor allem vom Gletscher selbst stammte. In dem engen Tal fegt die Sturzflut aus Wasser und Schlamm mit schätzungsweise 40 Metern pro Sekunde – umgerechnet etwa 144 Kilometer pro Stunde – abwärts.

«Alarmierend ist, dass es überall im Himalaya Gletscher und Gletscherseen gibt»

Gerade die Geländeform erklärt für Hovius die verheerende Wucht der Sturzflut: «Das Tal ist sehr eng und sehr steil», sagte der Experte. «Dadurch konnten sich die Wassermengen derart auftürmen.» Weitere Details waren vorerst unklar, auch weil es durch die derzeitige Monsunsaison anfangs keine Satellitenbilder aus der Region gab.

«Alarmierend ist, dass es überall im Himalaya Gletscher und Gletscherseen gibt», sagte Hovius. «Und es gibt unterschiedlichste Prozesse, die letztlich das gleiche Endresultat haben.» Hier war es ein Gletscherabbruch, aber auch das Bersten von Gletschersee-Dämmen und Geröll-Lawinen können Flutwellen auslösen.

Ob der Klimawandel zur Katastrophe beigetragen hat, lasse sich nicht eindeutig sagen, meinte Hovius. Solche Ereignisse habe es auch zu anderen Zeiten gegeben. Allerdings: «Gletscher schmelzen, Permafrost taut, die Null-Grad-Grenze steigt – und der Himalaya ist schwer betroffen», so der Experte. «Diese Umweltbedingungen erhöhen das Risiko von Destabilisierungen.» Das gelte auch für andere Hochgebirgsregionen, etwa die Anden – und auch für die Alpen. (hkl/sda/dpa)

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Im Grenzgebiet zwischen Nepal und China hat eine zerstörerische Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll mindestens 270 Menschen getötet.

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