Schon weit über 100 Häuser in Norwegen zerstört – Brand wohl noch lange nicht gelöscht
Auch am späten Abend wüten die Flammen rund 50 Kilometer südwestlich von Oslo unermüdlich. Der Einsatzleiter prophezeit gegenüber der Aftenposten einen längeren Einsatz: «Der Wind nimmt zu, und das wird eine Herausforderung. Dieser Brand wird noch eine Weile andauern.» Um 22.00 Uhr vermeldet die Polizei: Das Feuer ist ausser Kontrolle.
Eindrücke des Brandes:
Um 15.40 Uhr meldete die Polizei erstmals einen Brand in einem der vielen Reihenhäuser in Krokstadelva, wie der lokale Sender DRM24 berichtet. Das Feuer habe sich dann «in wenigen Minuten», so der Einsatzleiter, auf die umliegenden Wohneinheiten ausgebreitet. Um 16.45 Uhr sei ein Löschhelikopter aufgeboten worden. Trotzdem sei das Feuer rund eine halbe Stunde später auf den umliegenden Wald übergesprungen und habe mehrere Waldbrände verursacht.
Sechs Helis im Einsatz
Mindestens 80 Feuerwehrleute, Zivilschützer und Polizisten aus umliegenden Regionen seien zum Einsatz gekommen, um die Flammen einzudämmen. Mittlerweile sei die Anzahl an Löschhelikoptern auf sechs angestiegen, schreibt Aftenposten um 20.30 Uhr.
Der dichte Rauch, der auch im 50 Kilometer weiten Oslo zu sehen war, führte zu einem Flugverbot in der Region. Die schiefe hanglage sowie die trockene Vegetation und die dichte Bebauung erschweren die Löscharbeiten. Hinzu kommt, dass der Wind ständig die Richtung wechselt.
Hunderte Evakuiert
Die Brandursache ist weiterhin unklar. Bislang liegen der Polizei keine Berichte über Personenschäden vor, es man wisse jedoch nicht, ob jemand vermisst werde. Ein Feuerwehrmann habe leichte Verletzungen erlitten. Das Feuer breite sich weiter aus, so der Polizeichef, man habe die gefährdeten Häuser evakuiert. Es seien mehrere hundert Personen, die man ins Evakuationszentrum, die lokale Grundschule, gebracht habe. In den umliegenden Häusern sei der Strom ausgeschaltet worden.
Laut Augenzeugen waren mehrere Explosionen zu hören. Die Polizei warnte die Bevölkerung: «Verlassen Sie den Bereich. Schliessen Sie Türen, Fenster und Lüftungsschächte, schalten Sie die Belüftung nach Möglichkeit ab.» Zudem bestünde die Möglichkeit, dass sich giftige Dämpfe entwickeln. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.
Gemäss Medienberichten haben mehrere Dutzend Menschen ihr Zuhause verloren. Der Bürgermeister bestätigte, dass die Stadt alle notwendigen Massnahmen ergreife, um den Betroffenen zu helfen. Es sei ein Krisenstab einberufen worden, heisst es weiter. Unzählige Anwohner unterstützen die Rettungskräfte, wo sie nur können – sie versorgen sie etwa mit Wasser und Eis, um die Arbeit in der Hitze erträglicher zu machen.
