International
ÖV

Busfahrer legen die Arbeit nieder in Santorin wegen Massentourismus

epa11876579 A view of the almost evacuated village of Oia on Santorini island, Greece, 05 February 2025. Due to a wave of seismic activity near Santorini, the municipality advised the emptying of wate ...
Die Ferieninsel mit der berühmten blauen Kuppelkirche Oia hat seit Beginn der Woche mit einem Streik zu kämpfen. Bild: keystone

Protest gegen Massentourismus: Busstreik legt griechische Ferieninsel lahm

Mitten in der Urlaubszeit hat ein Arbeitsausstand der Busfahrer den Touristenverkehr lahmgelegt. Kreuzfahrtschiffe konnten nicht anlegen.
23.06.2026, 14:0723.06.2026, 14:07
Dorothea Meadows / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein Busstreik hat auf der griechischen Ferieninsel Santorini am Montag zu erheblichen Einschränkungen für Touristen geführt. Die Gewerkschaft der Reiseveranstalter und Busunternehmen begründete den Ausstand mit der aus ihrer Sicht unzureichenden Infrastruktur auf der beliebten Kykladeninsel.

«Wir sind aufgefordert, jeden Tag mit Tausenden Besuchern fertig zu werden, ohne dass wir über die erforderliche Mindestinfrastruktur verfügen», erklärte die Gewerkschaft laut örtlicher Medien. Santorini zählt mit rund 3,4 Millionen Gästen pro Jahr zu den meistbesuchten Urlaubszielen Griechenlands. Auf der Insel leben jedoch lediglich etwa 15'500 Einwohner.

Auslöser des Protests war insbesondere eine Vorschrift der Hafenbehörde, die im März eingeführt wurde. Demnach müssen 70 Prozent der Kreuzfahrtschiffe den Hafen Ormos Fira unterhalb der Inselhauptstadt Fira anlaufen. Die meisten Passagiere werden von dort mit Bussen zu den Sehenswürdigkeiten der Insel transportiert. Die übrigen 30 Prozent der Schiffe nutzen den Fährhafen Athinios.

Klare Ankunftszeiten für Kreuzfahrtschiffe fehlen

Nach Angaben der Gewerkschaft fehlen jedoch klare Vorgaben für die Ankunftszeiten der Kreuzfahrtschiffe. Dadurch würden sich Besucherströme auf bestimmte Tageszeiten konzentrieren. Zudem mangele es in Fira an Parkplätzen und einer funktionierenden Verkehrsplanung. Dies führe regelmässig zu Staus und Problemen bei der Abwicklung der Touristenströme. Die Situation schade zudem dem Ruf der Insel, kritisierten die Beschäftigten.

Die Kommunalverwaltung zeigte wenig Verständnis für den Streik. Die Entscheidung, «mitten in der Urlaubssaison» die Arbeit niederzulegen, sei «unverständlich», hiess es in einer Stellungnahme. Leidtragende seien Unternehmen, Besucher, Beschäftigte und die Bewohner der Insel.

Nur 8'000 Kreuzfahrtpassagiere pro Tag erlaubt

Mehrere Kreuzfahrtschiffe hatten auf die Proteste reagiert. Die «Sinfonia» mit 2'126 Passagieren sowie die «Norwegian Pearl» mit 2'504 Gästen hatten ihren geplanten Landgang abgesagt. Die «Celebrity Ascent» mit rund 3'200 Passagieren verschob ihren Aufenthalt auf den heutigen Dienstag.

Santorini ist weltweit für seine weiss getünchten Häuser, spektakuläre Sonnenuntergänge und die durch einen Vulkanausbruch geprägte Landschaft bekannt. Der Massentourismus führt jedoch seit Jahren zu Problemen. Ausser über Verkehrsstaus klagen die Behörden über Wasserknappheit während der Hochsaison und grosse Müllmengen.

Um die Belastung zu begrenzen, wurde die Zahl der täglich an Land gehenden Kreuzfahrtpassagiere bereits auf 8'000 beschränkt. Zudem erhebt Griechenland seit dem vergangenen Jahr auf Santorini eine Abgabe von 20 Euro pro Kreuzfahrtgast.

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Schweizer Tourismus
1 / 3
Schweizer Tourismus

Nach der Schweiz ist das wichtigste Land für den Schweizer Tourismus unser Nachbarland Deutschland.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wasserpistolen gegen Massentourismus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
1
Russland geht der Sprit aus: Erste Regionen rationieren Benzin und Diesel
Russlands Energie- und Logistiknetz gerät unter Druck, die Versorgung in vielen Landesteilen stockt. Behörden und Konzerne greifen zu Rationierungen an den Zapfsäulen.
Die durch ukrainische Angriffe auf Öl-Anlagen ausgelöste Treibstoffkrise in Russland weitet sich auf immer mehr Gebiete bis nach Sibirien aus. Mehrere russische Regionen rationieren inzwischen den Verkauf von Benzin und Diesel.
Zur Story