Die Hitze hat Europa fest im Griff – und führt zu immer mehr Todesfällen
Nicht nur in der Schweiz fallen die Rekordtemperaturen, auch Länder wie Spanien, Frankreich und Grossbritannien leiden unter der anhaltenden Hitzewelle. Die aktuelle Durchschnittstemperatur für den Monat Juni, berechnet aus den Tages- und Nachttemperaturen, beträgt in Frankreich 29,2 Grad. Der höchste Mittelwert, der in dieser Zeit jemals in Frankreich gemessen wurde, wie der «ORF» berichtet.
Die französische Regierung hat nun für 54 der 96 Festland-Départements die Hitzewarnstufe Rot ausgerufen, über 1300 Schulen im Land bleiben aufgrund der anhaltenden Hitze geschlossen. Nachdem gemäss der englischen Zeitung «Guardian» bereits mindestens 18 Personen seit dem Wochenende in Frankreich an der Hitze gestorben sind, kündigte der französische Premierminister Sébastien Lecornu an, am Dienstag eine Krisensitzung abhalten zu wollen.
Unter den 18 Todesopfern sind auch zwei Kinder, die in einem Auto in Südfrankreich tot aufgefunden wurden. Gemäss ORF werde die Todesursache noch untersucht, die Hitzewelle gelte jedoch als wahrscheinlichste Erklärung, so die zuständige Staatsanwaltschaft.
Zahl der Todesfälle durch Hitze nimmt zu
Dass solche Hitzeperioden aufgrund der fortschreitenden Klimaerwärmung in Zukunft zunehmen werden, ist weitgehend Konsens unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Auch, dass diese Hitzewellen in Europa immer mehr Todesopfer fordern.
Britische Forschende gehen davon aus, dass von rund 24'400 Hitzetoten in Europa im vergangenen Sommer 16'500 Todesfälle auf den Temperaturanstieg infolge des Klimawandels zurückzuführen seien, wie die deutsche «Tagesschau» im letzten September berichtete. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen. So machen über 65-Jährige rund 85 Prozent aller hitzebedingten Todesfälle aus.
Eine weitere Studie verglich die Zahl der Todesfälle durch Hitze im Zeitraum von 1991 bis 2000 mit den Zahlen der Jahre 2015 bis 2024. Die Untersuchungen einer internationalen Gruppe um Joacim Rocklöv vom Universitätsklinikum Heidelberg zeigten, dass sich die Zahlen beinahe verdoppelt haben. So habe die zusätzliche Übersterblichkeit durch Hitze in den zwei miteinander verglichenen Zeiträumen um 99,8 Prozent zugenommen, wie das deutsche Magazin «MDR Wissen» schreibt. (jul)
