Diese Länder überraschen mit starkem Tourismuswachstum
Der weltweite Reiseverkehr nimmt zu: Mit über 1,5 Milliarden Reisen im Jahr 2025 liegt er fast wieder auf dem Niveau vor der Pandemie. Die internationalen Einreisen stiegen weltweit um 4 Prozent und kommen damit dem durchschnittlichen Wachstum von rund 5 Prozent pro Jahr vor der Pandemie (2009–2019) sehr nahe.
Doch nicht nur die bekannten Tourismus-Hochburgen sind gefragt. Europa bleibt zwar mit fast 800 Millionen Einreisen die meistbesuchte Region der Welt. Die grössten Zuwächse liegen allerdings ausserhalb Europas: Brasilien, Bhutan, Ägypten, Äthiopien und die Seychellen verzeichnen starke Wachstumsraten.
Woran das liegen könnte:
Brasilien
Kein anderes Reiseziel wuchs im letzten Jahr so stark wie Brasilien. Gezielte Massnahmen der Regierung dürften dabei eine grosse Rolle gespielt haben: Neue internationale Flugverbindungen wurden eingerichtet und die neuen Strecken wurden aktiv beworben.
Zudem haben wohl auch vergangene Grossveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2016 in Rio, die Fussball-Weltmeisterschaft 2014, der Grosse Preis von Sao Paulo 2025 und die bevorstehende Frauen-Fussball-Weltmeisterschaft 2027 dazu beigetragen, Brasilien stärker bekannt zu machen.
Anzeichen von Massentourismus zeigen sich in bestimmten Regionen wie Rio de Janeiro, Sao Paulo oder den Iguazu-Wasserfällen. Doch die Probleme mit dem Massentourismus sind nicht dieselben wie in Europa, sagt ein Tourismus-Experte gegenüber BBC. Brasilien verfüge über mehr als 9000 Kilometer Küste und ein riesiges Hinterland.
Bhutan
Das lange isolierte Königreich Bhutan öffnete seine Grenzen erstmals in den 1970er-Jahren für den Tourismus, setzte dabei aber stets auf Qualität statt Quantität. Der Anstieg der Besucherzahlen um 30 Prozent scheint im Widerspruch zu dieser Strategie zu stehen.
Bhutan ist bekannt dafür, dass es das Wohlbefinden seiner Bevölkerung wichtiger nimmt als reines Wirtschaftswachstum. Statt nur auf das BIP zu schauen, setzt das Land auf das sogenannte Bruttonationalglück.
Vor diesem Hintergrund verfolgt Bhutan einen nachhaltigen Ansatz: Touristen zahlen eine tägliche Gebühr von aktuell 100 US-Dollar, die in Infrastruktur, Einrichtungen und Dienstleistungen für Einheimische und Besucherinnen und Besucher fliesst.
Ägypten
Ägypten verzeichnet ein Tourismuswachstum von 20 Prozent. Ein wichtiger Grund dafür dürfte die Eröffnung des langersehnten Grossen Ägyptischen Museums nahe den Pyramiden von Gizeh sein. Nach rund 20 Jahren Bauzeit wurde das Museum im vergangenen Jahr eröffnet.
Es gilt als das grösste archäologische Museum der Welt. Es bietet Platz für über 100'000 Ausstellungsstücke, darunter die vollständige Sammlung des Pharaos Tutanchamun.
Zudem reisen laut BBC immer mehr Familien mit ihren Kindern sowie Frauen allein nach Ägypten. Dies wird auf die verbesserte Sicherheitslage im Land zurückgeführt.
Äthiopien
Äthiopien verzeichnete 2025 einen Anstieg der internationalen Besucher um 15 Prozent. Nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen wegen des Konflikts in Tigray wurden 2023 Flüge in den Norden wieder aufgenommen. Ein Jahr später stieg das Reiseinteresse deutlich an.
Dafür gibt es gute Gründe: Das Land hat die Erreichbarkeit verbessert, unter anderem mit der «Visit-Ethiopia-Plattform» (2025). Neue Hotels und bessere Services haben die Nachfrage zusätzlich angekurbelt.
Ein Reiseexperte schwärmt gegenüber der BBC: «Äthiopien ist eines der weltweit reichsten Reiseziele, um Archäologie, Anthropologie und Naturgeschichte zu erleben.»
Seychellen
Die Seychellen verzeichneten einen Anstieg der Ankünfte um 13 Prozent. Somit zählt das Archipel zu den wachstumsstärksten Reisezielen Afrikas. Das Tourismusministerium des Landes führt dies auf die enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor, gezieltes Marketing und das Bekenntnis zu Qualität zurück.
Wohin wirst du in diesem Jahr verreisen?
(cst)
