International
People

Dubai: Influencerin Brooke droht Todesstrafe wegen vorsätzlicher Tötung

Britischer Influencerin droht in Dubai die Todesstrafe

Brooke George wird wegen vorsätzlicher Tötung in Dubai angeklagt. Ihr droht die Todesstrafe durch ein Erschiessungskommando. Laut ihrer Aussagen hat sie aus Notwehr gehandelt.
27.06.2026, 15:5027.06.2026, 15:50

Eine 23-jährige Britin ist wegen Mordes an ihrem Freund in Dubai angeklagt. Brooke George wird beschuldigt, ihren Freund mit einem Küchenmesser erstochen zu haben. Laut der Menschenrechtsorganisation Detained International in Dubai droht George die Todesstrafe durch ein Erschiessungskommando.

Das Paar hat sich online kennengelernt und George hat den 26-jährigen Briten bereits das zweite Mal in Dubai besucht. George sagt, sie habe aus Notwehr gehandelt und dass ihr Freund sie nach einem Barbesuch in der Wohnung angegriffen habe.

Die Influencerin wurde am 22. Juni am Flughafen in Dubai verhaftet und wegen vorsätzlicher Tötung angezeigt. Falls verurteilt, droht ihr in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Todesstrafe.

Sein Verhalten habe sich verändert

Ihren ersten Besuch in Dubai bei ihrem Freund beschreibt George als «die beste Zeit meines Lebens». Doch nach und nach habe sich sein Verhalten geändert. Bei Georges zweitem Besuch sei er gewalttätig geworden und habe sie geschlagen. Ausserdem habe George herausgefunden, dass ihr Freund ihr nur ein Einwegticket nach Dubai gebucht habe und nach ihrer Ankunft ihren Pass versteckt habe.

Britische Influencerin Brooke George droht in Dubai die Todesstrafe
Brooke George wird seit dem 22. Juni in Dubai festgehalten. Sie wurde wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt – ihr droht die Todesstrafe.Bild: facebook

Aus Angst um ihr Leben, so George, habe sie sich während der gewalttätigen Auseinandersetzung ein Küchenmesser «das gerade in Reichweite lag» geschnappt und auf ihn eingestochen.

Auch Georges Mutter zeichnet ein ähnliches Bild. «Nachdem Brooke zum zweiten Mal nach Dubai zurückgekehrt war, hatte sich die Dynamik zwischen den beiden deutlich verändert», sagt sie in einem Statement. «Ich habe meine Tochter noch nie so verängstigt gesehen. Sie weinte unkontrolliert und ich konnte sehen, dass ein Auge stark angeschwollen war.»

Während ihrer Haft auf der Polizeiwache in Bur Dubai wurde sie nach eigenen Angaben gezwungen, sich vor männlichen Beamten nackt auszuziehen, ohne dass eine Frau anwesend war. Dies habe sie als «zutiefst demütigend und belastend» empfunden, so der Bericht.

Kein Anwalt präsent

«Detained in Dubai» berichtete, dass George keinen Zugang zur britischen Botschaft erhalten habe und Aussagen in Abwesenheit eines Anwalts machen musste. Auch ihre Familie durfte die 23-Jährige bisher nicht kontaktieren.

Der Fall «wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich Gewalt gegen Frauen, des Rechts auf Selbstverteidigung und eines ordnungsgemässen Verfahrens und der Behandlung von im Ausland inhaftierten britischen Staatsangehörigen auf», so «Detained in Dubai».

Das britische Aussenministerium bestätigte, mit George in Kontakt zu stehen und sie und ihre Familie zu unterstützen.

(cmu)

Mehr zum Thema:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Doppeltes Erdbeben in Venezuela
1 / 30
Doppeltes Erdbeben in Venezuela

In Venezuela haben sich am Donnerstag, 25. Juni 2026, zwei Erdbeben innerhalb weniger Minuten ereignet.

quelle: keystone / boris vergara
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Der will doch nur spielen! Grizzly kommt Frau mit Hund gefährlich nahe
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
27 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
zaunkönig
27.06.2026 16:19registriert November 2015
Dubai – Glanz als System.

Die Hochhäuser glitzern, die Influencer jubeln, die Touristen staunen. Willkommen im Potemkinschen Emirat. Hinter der Fassade: ein Staat ohne Gewaltenteilung, ohne Pressefreiheit, ohne Gleichstellung. Frauen sind Bürger zweiter Klasse, Arbeitsmigranten leben in Verhältnissen, die anderswo Empörungsstürme auslösen würden. Wer kritisiert, riskiert Haft. Wer fragt, bekommt keine Antwort. Dubai verkauft sich als Zukunft – und ist dabei tief im Mittelalter verankert.
1088
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fritz_Forelle
27.06.2026 16:06registriert März 2022
Grund Nr. XY die Arabische Halbinsel nie zu besuchen.

Mittelalter solche Praktiken!
866
Melden
Zum Kommentar
avatar
Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
27.06.2026 16:26registriert Juni 2016
Deshalb sollte man nicht in die Emirate ziehen.
592
Melden
Zum Kommentar
27
Spannungen am Golf nehmen nach neuen Angriffen wieder zu
Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA nehmen die Spannungen trotz der kürzlich erzielten Einigung auf ein Rahmenabkommen wieder zu.
Erstmals seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur Beilegung des Kriegs hat das US-Militär wieder Angriffe gegen den Iran gemeldet. Die Angriffe aus der Luft auf iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen seien als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag erfolgt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom am späten Freitagnachmittag US-Ostküstenzeit mit.
Zur Story