SpaceX will heute in die Umlaufbahn – und mit der Starship-Rakete Geschichte schreiben
Was ist geplant?
Der 14. Flug von Starship, der Rakete von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, wird historisch. Und dies aus zwei Gründen:
- Erstens wird es das erste Mal sein, dass eine Starship in die Erdumlaufbahn gebracht wird. Gelingt dies, wird die «nächste Phase der Entwicklung von Starship beginnen, um die Rakete vollständig und schnell wiederverwendbar» zu machen, schreibt SpaceX auf seiner Webseite. Die Rakete soll in einer Höhe von etwa 275 Kilometern über der Erde fliegen und im Laufe des rund 10-stündigen Fluges sechs Mal den Planeten umrunden. Die Landung ist im Pazifik westlich von Chile geplant.
- Zweitens soll im Zuge des Fluges die dritte Generation der Starlink-V3-Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Diese insgesamt 26 Satelliten sind gemäss SpaceX zehnmal so leistungsstark wie die alte Generation und sollen «die Kapazität des Netzwerks und die Übertragungsgeschwindigkeiten für die Nutzer erheblich steigern», schreibt SpaceX.
Bis jetzt hat SpaceX sein Starship in früheren Flügen bewusst auf eine «passiv sichere suborbitale Flugbahn» gebracht. So stellte das Unternehmen sicher, dass im Falle eines Kontrollverlusts die Rakete auf einer sicheren Flugbahn blieb und nicht über ein Wohngebiet abstürzte.
Nun strebt das Unternehmen mit dem 14. Starship-Flug die nächste Phase in der Entwicklung an. Bevor Musk also seine Träume vom Mond oder gar von der Mars-Besiedlung erreichen kann, muss die Rakete zuerst erfolgreich in die Umlaufbahn gelangen.
Doch dies ist nicht ohne Risiko.
Was könnte schiefgehen?
«Vieles», sagt Joseph Gonzalez, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Illinois, gegenüber CNN:
Ein solches «lebloses» Objekt könnte nämlich überall abstürzen, der kontrollierte Abstieg ist also entscheidend. Auch weil SpaceX das Ziel anstrebt, die Rakete wiederverwendbar zu machen. Elon Musk sagte diesen Monat an einer Technologie-Konferenz dazu: «Unsere grösste Sorge ist, dass das Raumschiff über Land auseinanderbrechen und Trümmer auf Menschen herabregnen könnten.» Dies würde dem Ansehen von SpaceX erheblichen Schaden zufügen, so Musk weiter.
Im letzten Testflug im Juli konnte die Rakete eines ihrer Triebwerke während des Fluges wieder zünden – eine Fähigkeit, die gemäss der «New York Times» für einen kontrollierten Wiedereintritt in die Atmosphäre unverzichtbar ist.
Wann und wo startet die Rakete?
Der Start ist für Montag um 14.15 Uhr Schweizer Zeit geplant, dann beginnt das 75-minütige Startfenster. Der Flug, absolviert am Weltraumbahnhof Starbase ausserhalb von Brownsville in Texas, kann sowohl auf der Webseite von SpaceX als auch auf X live mitverfolgt werden.
