Reisebus in Bayern umgekippt – zwei Tote und viele Verletzte
Zwei Menschen sind auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu gestorben, als ihr Reisebus auf dem Weg zur Münchner Wiesn von der Fahrbahn abkam und umkippte. Zahlreiche weitere Menschen der philippinischen Reisegruppe kamen zu Schaden. «Das war eine geschlossene Reisegruppe, die zum Oktoberfest unterwegs war», sagte der Sprecher der Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck, Martin Cornils, vor Ort.
Sechs Menschen kamen demnach sofort mit Rettungshelikoptern in Spitäler, einer davon schwebte in Lebensgefahr. Zwei weitere wurden mit Rettungswagen in Kliniken gebracht. In einer Sammelstelle wurden 22 weitere Personen versorgt, davon wurden mehrere dann ebenfalls noch in Spitäler gebracht.
Identifiziert werden konnte zunächst nur einer der beiden Toten: Es handelt sich um einen 58 Jahre alten Mann, auch er mit philippinischer Staatsangehörigkeit in Italien ansässig. Die Identität der anderen Opfer und die Schwere der jeweiligen Verletzungen waren zunächst nicht bekannt.
Der Reisebus eines italienischen Unternehmens war gegen 6.00 Uhr am Morgen in Fahrtrichtung München zwischen den Anschlussstellen Buchloe-Ost und Landsberg am Lech-West ohne Beteiligung weiterer Fahrzeuge nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Er kippte am Fahrbahnrand um und blieb am Waldrand liegen.
Verwirrung um Fakten – Startort Zürich war Fehlinformation
Die Gruppe wollte von Mailand nach München zum Oktoberfest fahren – zunächst hiess es, der Bus sei von Zürich nach Mailand unterwegs. «Es ist natürlich erstmal ein grosses Durcheinander, und die Faktenfindung gestaltet sich schwierig», erläuterte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord den Grund für die anfängliche Fehlinformation. «Es ist natürlich immer Chaosphase bei so was», schildert Martin Cornils von der Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck. «Es liegen Gegenstände rum, es laufen Personen durch den Wald – es ist tatsächlich nicht schön.»
Inzwischen sei auch klar, dass nicht ganz so viele Menschen in dem Bus sassen wie zunächst angenommen. Rund 35 Passagiere waren an Bord, «die ganz gesicherte Zahl müssen wir noch eruieren», hiess es.
Die Angehörigen der Reisegruppe hätten die philippinische Staatsangehörigkeit und lebten in Italien. Sie wurden von zwei Busfahrern begleitet, die unverletzt blieben. Der Fahrer, der zum Zeitpunkt des Unfalls am Steuer sass, hatte die italienische Staatsangehörigkeit.
Für die Bergungsarbeiten wurde die Autobahn in beide Richtungen voll gesperrt. Ein Grossaufgebot von rund 130 Rettungskräften der Feuerwehr, 130 Sanitätern und etwa 20 Polizisten war im Einsatz.
Der Grund für den Unfall blieb derweil unklar. «Die Staatsanwaltschaft hat ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben zur Klärung der Unfallursache. Das ist viel zu früh, um sich zu äussern», betonte die Sprecherin.
Der Fahrer, der zum Zeitpunkt des Unfalls am Steuer sass, war 40 Jahre alt. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung im Strassenverkehr ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. «Das ist der übliche Gang der Dinge.»
Immer wieder schwere Unfälle mit Reisebussen
Unfälle mit Reisebussen sind immer wieder besonders dramatisch: Erst kürzlich starben fünf Menschen bei einem Unfall eines niederländischen Busses in der Schweiz. Drei weitere wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt, wie die Kantonspolizei Graubünden am 10. September berichtete.
Bei einem Unfall auf der A3 bei Wörth an der Donau (Landkreis Regensburg) wurden am 6. September nach Polizeiangaben 30 Menschen verletzt – 15 von ihnen sassen in einem Reisebus, sie erlitten leichte Verletzungen. (sda/dpa)
