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Eintrittsgebühr in Venedig könnte an Spitzentagen 50 Euro kosten

Overtourism in Venedig. Fünf Euro Eintritt zahlen Tagesbesucher seit 2024. Während der Hauptsaison werden Tagesgäste am Wochenende zur Kasse gebeten. 30 Millionen Touristen im Jahr bei 50.000 Einwohne ...
Der Bürgermeister Simone Venturini versucht den Massentourismus in Venedig einzudämmen.bild: imago

Wer Venedig besuchen will, muss womöglich bald bis zu 50 Euro Eintritt zahlen

In Venedig hat ein Vorstoss des neuen Bürgermeisters Simone Venturini über eine mögliche deutliche Erhöhung des Eintrittsgelds für Kurzbesucher der norditalienischen Lagunenstadt eine Debatte ausgelöst.
19.06.2026, 12:4819.06.2026, 12:48

«Wenn es heute zwischen 5 und 10 Euro liegt, besteht mein Vorschlag darin, es an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro anzuheben», zitierte ihn die Zeitung «Corriere della Sera». Er wolle darüber mit der Regierung in Rom sprechen.

Venturini (38) setzte sich als Kandidat des Mitte-Rechts-Lagers bei den Kommunalwahlen Ende Mai durch und trat damit die Nachfolge von Luigi Brugnaro an, der zuvor gut zehn Jahre Bürgermeister Venedigs war. Venturini war bislang unter Brugnaro Tourismusassessor in der Lagunenstadt und massgeblich an der Einführung der Eintrittsgebühr vor zwei Jahren beteiligt (watson berichtete).

Kritiker bezweifeln Wirkung von Gebühr

Im laufenden Jahr nimmt Venedig an insgesamt 60 Tagen bis Ende Juli von Kurzbesuchern 10 Euro für ein Ticket – auch wenn sie sich nur für ein paar Stunden in den Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke aufhalten. Nur wer frühzeitig bucht – mindestens drei Tage zuvor –, kommt mit fünf Euro davon. Ziel der Massnahme ist es, dem Massentourismus Einhalt zu gebieten.

Kritiker wenden bereits seit geraumer Zeit ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen. Die aktuellen Zahlen der Stadtverwaltung scheinen diese Einschätzung zumindest teilweise zu stützen: Trotz gestaffelter Gebühr entschieden sich viele Besucher weiter für den regulären Tarif. Der Unterschied zwischen fünf und zehn Euro dürfte dabei bislang zu gering sein, um das Besucherverhalten spürbar zu beeinflussen.

Venturini muss mit Rom verhandeln

«Mein Programm war klar: die Gebühr zu reformieren und weiterzuentwickeln», sagte Venturini nun. Bereits im Wahlkampf hatte er vorgeschlagen, das Eintrittsgeld an bestimmten Tagen, an denen besonders viele Tagestouristen, die nur wenige Stunden in der Innenstadt sind, erwartet werden, zu erhöhen.

So einfach kann Venturini die Eintrittsgebühr italienischen Medienberichten zufolge aber nicht weiter erhöhen. Die Gebühr sei zwar per Gemeindeverordnung eingeführt worden, die Obergrenze jedoch durch ein nationales Gesetz festgelegt worden, berichtete das Portal «Il Post». Daher muss Venturini mit der Regierung in Rom Rücksprache halten, was er nun ankündigte.

Ex-Bürgermeister: Gebühr ist «Barbarei»

An dem Vorstoss gibt es in Venedig Kritik: Ex-Bürgermeister Massimo Cacciari nannte die Gebühr eine «Barbarei», mit der die Stadt zu einer Art Museum verkomme. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli äusserte im «Corriere della Sera» auch rechtliche Bedenken: 50 Euro seien kein Zugangsbeitrag mehr, sondern könnten als Beschränkung der Bewegungsfreiheit interpretiert werden. (sda/dpa)

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