Italien greift durch: Beliebter Ferienort erlässt Fussgänger-Verbot
Die Region Ligurien im Norden Italiens ist vor allem für ihre verträumten Dörfer in der Nähe der Mittelmeerküste bekannt. Doch eine Folge davon, ein beliebtes Touristenziel zu sein, sind volle Gassen und laute Touris, an denen sich nicht alle Anwohnenden gleichermassen erfreuen.
Jetzt ziehen die Dörfer in Ligurien Konsequenzen: neue Regeln gegen das ständige Gedränge. Betroffen von den neuen Regeln in Ligurien sind organisierte Reisegruppen. In Zukunft dürfen Gruppen in einigen Orten der Cinque Terre maximal noch aus 25 Personen bestehen. Zusätzlich müssen grössere Gruppen Kopfhörer nutzen, damit Reiseführerinnen und -führer nicht mehr laut durch enge Gassen rufen müssen. Megafone und Lautsprecher werden komplett verboten.
Die kleinen Küstenorte Vernazza und Riomaggiore treiben die neuen Regeln voran. Dort klagen Bewohnerinnen und Bewohner seit Jahren über immer grössere Touristenmassen. Gerade in der Hauptsaison entstehen in den engen Strassen regelmässig regelrechte Menschenstaus. Dazu kommt Lärm durch Reisegruppen, der sich zwischen den dicht gebauten Häusern stark verstärkt.
Ungewöhnlich wirkt dabei das sogenannte «Fussgängerparkverbot». Gemeint ist damit, dass Reisegruppen an bestimmten Stellen künftig nicht mehr stehen bleiben dürfen. Teilweise sollen Gruppen einige Strassen sogar gar nicht mehr betreten dürfen, um Chaos auf engen Wegen und Treppen zu verhindern.
Die Orte wollen damit vor allem ihre Infrastruktur entlasten. Viele Wege in den historischen Küstendörfern sind extrem schmal. Wenn mehrere Gruppen gleichzeitig stehen bleiben oder sich sammeln, kommen andere Besuchende und Anwohnende oft kaum noch durch.
Neue Regeln in Italien gelten nicht sofort
Die Massnahmen wurden bereits an langen Feiertagswochenenden getestet. Laut italienischen Medien fielen die ersten Erfahrungen offenbar positiv aus. Deshalb bereitet nun auch Vernazza entsprechende Änderungen in der Stadtverordnung vor, schreibt der Merkur.
Betroffen sind unter anderem mehrere stark genutzte Strassen im historischen Ortskern. Dort sollen Reisegruppen entweder gar nicht mehr durchlaufen dürfen oder nur ohne Zwischenstopps weitergehen müssen. Zusätzlich müssen Guides darauf achten, genügend Abstand zu anderen Gruppen einzuhalten.
Die neuen Vorschriften treten allerdings erst Anfang 2027 offiziell in Kraft. Damit wollen die Gemeinden Reiseveranstaltern genug Zeit geben, ihre Touren anzupassen.
Die Cinque Terre gehören seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen Italiens. Gerade im Sommer geraten die kleinen Orte wegen des Massentourismus aber zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Die neuen Verbote sind deshalb Teil einer grösseren Entwicklung. Auch andere italienische Ferienorte führen inzwischen strengere Regeln gegen Touristenchaos ein.
