Rom greift durch: Beliebte Touri-Aktivität muss sich ändern
Roms Altstadt lockt jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an. Immer häufiger rollen sie dabei in elektrischen Golfcarts oder umgebauten Kleinwagen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Nach Ansicht vieler Anwohnenden hat das inzwischen ein Ausmass erreicht, das der Stadt zunehmend Probleme bereitet.
Deshalb arbeitet die Region gemeinsam mit der Stadt Rom an neuen Vorgaben für die touristischen Fahrzeuge. Ein vollständiges Verbot ist nach aktuellem Stand aber nicht geplant. Stattdessen sollen klare Regeln für den Betrieb eingeführt werden.
Diskutiert werden dabei jetzt unter anderem feste Fahrtrouten, verbindliche Einsatzbedingungen sowie Sanktionen bei Verstössen. Bereits in der kommenden Woche wollen Vertreterinnen und Toueristen der Regionalregierung, der Stadt und der Tourismusbranche über mögliche Massnahmen beraten.
Auslöser sind zahlreiche Beschwerden aus der historischen Innenstadt. Nach Angaben von Bewohnenden sorgen die offenen Fahrzeuge immer häufiger für Staus in engen Strassen und blockieren zeitweise den Verkehr.
Hinzu kommen Kritik an ungeordneten Haltepunkten sowie Sorgen um die Sicherheit von Fussgängerinnen und Fussgänger und Fahrgästen. Kritischen Stimmen zufolge verschärfen die Touren die ohnehin angespannte Verkehrssituation im Zentrum zusätzlich, schreibt Der Standard.
Die historische Altstadt steht bereits durch Reisegruppen, Lieferverkehr und zahlreiche Baustellen unter Druck. Nun rücken auch die beliebten Golfcart-Touren in den Fokus. Politikerinnen und Politiker verweisen dabei auf Florenz, wo vergleichbare Angebote bereits durch regionale Vorschriften eingeschränkt wurden.
Gesetz noch vor Jahresende geplant
Nach Einschätzung der Regionalregierung könnte ein entsprechendes Gesetz noch vor Jahresende verabschiedet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass sich Politik und Tourismusbranche auf gemeinsame Regeln einigen. Anschliessend müsste die Stadt Rom die neuen Vorgaben per Verordnung umsetzen.
Für Urlaubende bedeutet das vorerst keine unmittelbaren Änderungen. Wer künftig eine Stadtrundfahrt im Golfcart plant, könnte sich allerdings auf strengere Vorschriften einstellen. Ziel der geplanten Reform ist es wie so oft, den Tourismus besser mit den Interessen der Menschen in der Altstadt in Einklang zu bringen.
