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Sibirien: Tödliche Bärenangriffe in Russland nehmen zu

Kamchatka s brown bear life in Kamchatka KAMCHATKA, RUSSIA - AUGUST 28 : A Kamchatka brown bear is seen during a daily life at the Kurile Lake in Kamchatka Peninsula volcanic terrain, Russia, August 2 ...
Braunbären werden in Russland zunehmend zu einem Problem.Bild: www.imago-images.de

Tödliche Bärenangriffe in Russland nehmen zu: Ermittler schreiten ein

24.09.2026, 03:32

Nach einer Reihe tödlicher Vorfälle mit Bären in Sibirien haben regionale Ermittler ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Sechs Tote im Zusammenhang mit Bärenangriffen zählt die für das Gebiet Krasnojarsk zuständige Behörde allein im September in der Region. Trotz zahlreicher Warnungen hätten Verantwortliche im regionalen Umweltministerium und an anderen Stellen keine Massnahmen ergriffen, um den Bestand der Raubtiere zu regulieren und ihr Erscheinen in bewohnten Gebieten zu unterbinden, hiess es in einer Mitteilung.

Der Braunbärenbestand habe sich auf inzwischen mehr als 26'000 Tiere in dem Gebiet vergrössert, erklärte das Ermittlungskomitee. Einwohner der Region reichten demnach mehr als 120 Meldungen ein, denen zufolge Braunbären in Ortschaften auftauchten.

RUSSIA, MOSCOW - SEPTEMBER 16, 2026: Sergei Petrov, Professor at the Department of Principles of Personal and Social Safety, Moscow Pedagogical State University, attends a press conference on an incre ...
Professor Sergej Petrow spricht an einer Medienkonferenz zur Verbesserung des Schutzes vor Bärangriffen am 16. September in Moskau.Bild: www.imago-images.de

In dem flächenmässig grössten Land der Erde leben viele Braun- und Eisbären. Immer wieder kommt es bei Begegnungen mit ihnen zu Angriffen der Tiere auf Menschen, teilweise mit tödlichem Ausgang. Seit Wochen gibt es beinahe täglich Berichte über Bärenangriffe in verschiedenen Regionen Russlands. Schon Mitte August wurde etwa eine 29-jährige Camperin von einem Bären aus ihrem Zelt gerissen und getötet. Bei einem der Angriffe im Gebiet Krasnojarsk kamen zwei Pilzsammlerinnen ums Leben. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass zählt inzwischen 17 solcher tödlichen Begegnungen.

Futtermangel als Ursache

Auch in sozialen Medien gibt es zahlreiche Videos, in denen Menschen ihre Sorge vor Bären beschreiben. Ausserdem kursieren Videos, die die Wildtiere in bewohntem Gebiet auf Strassen, in Gärten und auch in Gebäuden zeigen.

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Futtermangel treibt die Bären in Menschennähe.Bild: www.imago-images.de

Behörden führen das gehäufte Auftreten der eigentlich menschenscheuen Tiere auf verschiedene mögliche Ursachen zurück. Die beim Umweltministerium auch für Bestandsregulierung zuständige Direktorin Tatjana Aramilewa sagte gegenüber Tass, dass im Föderationskreis Sibirien von einem vollständigen Ausfall von Futter ausgegangen werden müsse.

Futtermangel, illegale Mülldeponien und auch Versuche, Wildtiere zu füttern, könnten die Bären in die Nähe von bewohntem Gebiet bringen, sagte sie. Im Herbst vor der Winterruhe ist der Nahrungsbedarf bei Braunbären besonders hoch. Zudem sei der Bestand im Land in den vergangenen 15 Jahren von 182'000 Tieren auf 308'000 gewachsen, sagt Aramilewa. Gleichzeitig beklagen Jäger strenge Vorschriften für die Jagd auf Bären. (sda/dpa)

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