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Russland

Russischer Duma-Abgeordnete Aleksey Schurawljow droht Finnland

MOSCOW, RUSSIA - JULY 6, 2017: Rodina Party Chairman Alexei Zhuravlyov (R) attends a meeting of the Russian Presidential Council for Interethnic Relations. Stanislav Krasilnikov/TASS PUBLICATIONxINxGE ...
Der russische Duma-Abgeordnete Aleksey Schurawljow.Bild: imago stock&people

Drohungen aus Russland: «Können halb Finnland in die Luft jagen»

Die Spannungen zwischen Russland und dem Nato-Staat Finnland verschärfen sich. Nun droht ein russischer Parlamentarier.
28.06.2026, 06:4228.06.2026, 08:44
Tobias Schibilla / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein hochrangiger russischer Parlamentarier hat Finnland mit scharfen Worten bedroht. Aleksey Schurawljow, Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, erklärte laut dem kremlnahen Portal «Gazeta.ru», Russland verfüge bereits über genügend militärisches Gerät an der Grenze, um «die Hälfte Finnlands in die Luft zu sprengen».

Die Äusserungen erfolgten einen Tag, nachdem Finnland Pläne für ein gemeinsames Projekt mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin bekannt gegeben hatte. In Tampere soll Europas erstes Wartungszentrum für Mehrfachraketenwerfer entstehen.

Schurawljow warf der finnischen Regierung vor, das Land «in den Abgrund» zu führen und Russland bewusst zu provozieren. Zugleich erklärte er, Moskau werde seine Verteidigung an der gemeinsamen Grenze weiter verstärken. Zudem behauptete er, Finnland entwickle sich nach seinem Nato-Beitritt «allmählich zu einer zweiten Ukraine». Der Politiker gilt selbst für russische Verhältnisse als Hardliner und hatte Finnland bereits in der Vergangenheit mit dessen «Vernichtung» gedroht.

Finnland stärkt seine Verteidigung

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatte Finnland seine jahrzehntelange Neutralität aufgegeben, um der Nato beizutreten. Die Skandinavier teilen sich eine rund 1'300 Kilometer lange Grenze mit Russland und arbeiten in Verteidigungsfragen seit Beginn der russischen Invasion deutlich enger mit den westlichen Verbündeten zusammen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Nato-Beitritt Finnlands bereits damals kritisiert und erklärt, Helsinki werde dadurch «Probleme» bekommen.

Die finnisch-russische Grenze ist seit 2023 geschlossen. Die Regierung in Helsinki wirft Russland vor, hybride Einflussoperationen zu betreiben und seine militärische Infrastruktur entlang der Grenze auszubauen.

Plant Russland einen Angriff auf die Nato?

In den vergangenen Monaten kamen verschiedene Berichte mehrfach zu dem Schluss, dass Russland seine Militärpräsenz an den Grenzen mit den skandinavischen Staaten deutlich ausbaut. Auch deshalb haben Finnland, Norwegen und Schweden eine Verteidigungskonferenz ins Leben gerufen, um koordiniert auf das Säbelrasseln aus Moskau reagieren zu können.

Darüber hinaus beschloss das finnische Parlament kürzlich eine Gesetzesänderung, die den Transport und die Stationierung von Atomwaffen im Rahmen der Bündnisverteidigung auf finnischem Staatsgebiet ermöglicht. Die Neuregelung tritt am 1. Juli in Kraft.

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