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Sexismus

Tschad: Ärzte ohne Grenzen kündigt Personal nach Übergriffen

epa11898814 A caretaker waits in the pediatric ward of the Renk Civil Hospital which is managed by Doctors Without Borders and currently accounts for 46 severe cases, in Renk refugee camp, in Renk dis ...
Insgesamt 18 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurden aufgrund von Übergriffen entlassen.Bild: keystone

Tschad: Ärzte ohne Grenzen kündigt Personal nach Übergriffen

16.06.2026, 13:3516.06.2026, 13:35

Wegen sexueller Belästigung und Übergriffen auf sudanesische Flüchtlinge hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mehrere Mitarbeiter entlassen. 18 ehemals Beschäftigte dürfen nicht mehr mit der Organisation zusammenarbeiten.

Das teilte eine Sprecherin der in Paris ansässigen Hilfsgruppe mit. Die Taten hatten sich demnach im Osten des Tschads ereignet.

Wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilte, hatten mehrere aus dem Sudan geflüchtete Frauen und Minderjährige Vorwürfe gegen Personal der Hilfsorganisation vorgebracht. Während einer internen Untersuchung dazu Ende 2024 seien insgesamt 59 Vorwürfe gegen Angestellte, Tagelöhner, externe Dienstleister und Lieferanten aufgekommen.

MSF zufolge konnten nicht alle Vorwürfe bestätigt werden – etwa weil weder das potenzielle Opfer noch der mutmassliche Täter identifiziert werden konnten. In den Fällen, in denen schwere Fehler festgestellt worden seien, habe es Disziplinarmassnahmen gegeben.

«Schwere Missachtung der Werte»

«Dieses Verhalten stellt eine schwere Missachtung der Werte und der Verantwortlichkeiten von MSF dar und wir bedauern die schweren Schäden, die verursacht wurden, aufrichtig», hiess es von der Hilfsorganisation. Man arbeite daran, sowohl bei der Vorbeugung als auch beim Erkennen von Übergriffen und beim Reagieren auf diese besser zu werden. Die Organisation gestand Lücken in ihrem Anstellungsprozess ein.

So seien Menschen nicht ausreichend überprüft worden, bevor sie einen Job erhalten haben. Gleichzeitig verwies MSF darauf, dass auch die Rahmenbedingungen bei der Notarbeit mit Geflüchteten das Risiko für Ausbeutung erhöhten. So seien die Ressourcen begrenzt, die Bevölkerung schutzbedürftig und das Machtgefälle besonders gross.

Seit mehr als drei Jahren herrscht im Sudan ein blutiger Bürgerkrieg, mehr als elf Millionen Menschen sind innerhalb des Landes und in den Nachbarstaaten wie dem Tschad auf der Flucht. (sda/dpa)

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