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Sexismus

Ärzte ohne Grenzen: Krieg im Sudan stark von sexueller Gewalt geprägt

Ärzte ohne Grenzen: Sexuelle Gewalt prägt Krieg im Sudan

31.03.2026, 22:4531.03.2026, 22:45

Der Krieg im Sudan geht bald in sein viertes Jahr – und er ist von brutalen Menschenrechtsverletzungen geprägt. In einem Bericht dokumentiert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sexuelle Gewalt, die zu einem «prägenden und allgegenwärtigen Merkmal des Konflikts» geworden sei.

«Dieser Krieg wurde in vielerlei Hinsicht auf dem Rücken und den Körpern von Frauen und Mädchen geführt», heisst es in dem Bericht, der sich auf Aussagen von Überlebenden und medizinische Daten in den Spitälern und Einrichtungen von MSF im Sudan stützt.

Allein zwischen Januar 2024 und November 2025 wurden demnach in den von MSF unterstützten Einrichtungen in den sudanesischen Regionen Nord- und Süd-Darfur knapp 3400 Überlebende sexueller Gewalt behandelt. Dabei handele es sich jedoch nur um einen Bruchteil des wahren Ausmasses, weil viele Menschen nicht die Hilfsangebote erreichen könnten, die sie bräuchten, so MSF. Die angespannte Sicherheitslage, aber auch Stigma und Scham sowie ein Mangel an sicheren Hilfsangeboten erschwerten angemessene Hilfe.

Internally displaced people gather at a church compound in Akobo, Jonglei state, South Sudan, Saturday, Feb. 21, 2026. (AP Photo/Florence Miettaux)
South Sudan Conflict
Binnenvertriebene versammeln sich auf dem Gelände einer Kirche im Südsudan.Bild: keystone

«Unvorstellbare Brutalität» nach dem Fall von Al-Faschir

Vergewaltigung und Kriegswaffe und sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Mädchen, einige von ihnen noch Kleinkinder, gab es in dem nunmehr dreijährigen Konflikt zwischen der Regierungsarmee SAF und der Miliz RSF nicht nur in Darfur, sondern auch in anderen Teilen des Sudan. Doch den Kämpfern der RSF – hervorgegangen aus Milizen, die bereits während des Völkermords in Darfur vor mehr als 20 Jahren eine Rolle spielten – wird systematische Gewalt gegen die nicht arabischen Bevölkerungsgruppen Darfurs wie den Massalit, Zaghawa und Fur, vorgeworfen.

Die Einnahme von Al-Faschir, der eineinhalb Jahre lang belagerten Hauptstadt von Nord-Darfur, im vergangenen Oktober, sei von «unvorstellbarer Brutalität» begleitet worden, so der MSF-Bericht. Mehr als 90 Prozent der Überlebenden sexueller Gewalt seien von bewaffneten Männern angegriffen, viele Opfer von Gruppenvergewaltigungen geworden. Auch auf der Flucht aus Al-Faschir sei es zu Hunderten Übergriffen gekommen. Viele Frauen und Mädchen hätten vor den Augen ihrer Familienangehörigen schwere Gewalt erlebt.

Inzwischen haben sich die Frontlinien des Sudan-Krieges von Darfur in die Kordofan-Region im Zentrum und Süden des Landes verlagert. Auch hier leben nicht arabische Bevölkerungsgruppen. «Wir befürchten, dass uns noch weitere Gräueltaten bevorstehen», heisst es im MSF-Bericht. (sda/dpa/fwa)

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