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Erdogan bietet USA die Stirn und weist Forderung nach Garantien für Kurden zurück



National Security Advisor John Bolton unveils the Trump Administration's Africa Strategy at the Heritage Foundation in Washington, Thursday, Dec. 13, 2018. (AP Photo/Cliff Owen)

US-Sicherheitsberater John Bolton.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Forderung von US-Sicherheitsberater John Bolton nach Garantien zum Schutz der syrischen Kurden scharf zurückgewiesen.«Es ist unmöglich, Boltons Botschaft aus Israel zu schlucken», sagte Erdogan am Dienstag vor den Abgeordneten seiner Partei in Ankara.

Bolton hatte am Sonntag den Abzug der US-Truppen aus Syrien von Garantien für die Sicherheit ihrer kurdischen Verbündeten abhängig gemacht.

Kein Treffen Erdogan

Bolton traf am Dienstagvormittag den wichtigsten Berater und Sprecher von Erdogan, Ibrahim Kalin. Das teilte das türkische Präsidialamt mit. Treffen Boltons mit Erdogan oder Aussenminister Mevlüt Cavusoglu werde es nicht geben, berichtete CNN Türk.

Unter anderem wollten die USA von der Türkei Sicherheitsgarantien für die kurdische YPG-Miliz, die von der Türkei als Terroristen und Bedrohung der eigenen Grenze angesehen wird. Für die USA sind die Kurdenmilizen hingegen wichtige Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

US-Präsident Donald Trump hatte vor Weihnachten angekündigt, alle Truppen aus Syrien abzuziehen, die dort die Kurden unterstützt haben. Inzwischen relativierte er seine Aussagen aber bereits mehrfach.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan delivers a speech to MPs of his ruling Justice and Development Party (AKP) at the parliament in Ankara, Turkey, Tuesday, Jan. 8, 2019. Erdogan said Turkey's preparations for a new military offensive against terror groups in Syria are

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Bild: AP/AP

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) fürchten bei einem US-Abzug aus Syrien eine türkische Offensive. Erdogan droht seit Wochen mit einem neuen Angriff gegen die YPG und hat bereits die Truppen an der Grenze verstärkt.

«Präsident Trump hat die richtige Entscheidung getroffen», schrieb Erdogan zum angekündigten US-Abzug in einem Beitrag für die «New York Times», der wenige Stunden vor den Gesprächen Boltons in Ankara veröffentlicht wurde. Der türkische Präsident kündigte an, nach dem Abzug der USA in Syrien die «Wurzeln» der Radikalisierung beseitigen zu wollen.

Zum von Trump angekündigten Abzug aus Syrien hatte Bolton vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Israel bereits Bedingungen genannt. Es müsse zunächst sichergestellt sein, dass die IS-Terrormiliz besiegt und nicht in der Lage sei, wiederzuerstarken. Zudem müsse die Sicherheit der US-Verbündeten in der Region garantiert sein.

Auch US-Aussenminister Mike Pompeo bekräftigte, dass der IS nicht wiedererstarken dürfe. Einen «Aufstieg», wie ihn die Dschihadisten unter Trumps Vorgänger Barack Obama erlebt hätten, dürfe es nicht noch einmal geben, sagte Pompeo am Montag vor dem Antritt einer Reise in acht arabische Hauptstädte. Die USA stünden weiter zu allen Einsätzen, zu denen sie sich in den vergangenen zwei Jahren verpflichtet hätten. (aeg/sda/afp/dpa)

Wiederaufbau in Syrien wird zur Herkulesaufgabe

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Video: srf

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Maag 08.01.2019 20:57
    Highlight Highlight Ist schon interessant von wo Bolton die Befehle bekommt. Kaum aus Israel zurück, stellt er Folgerungen, a er sein Chef der Trump hat andere Pläne. Die YPG wird gebraucht nicht um IS zu besiegen, sondern einen Kurdenstaat zu errichten. Und das auf Syrienskosten wie traurig.
  • rodolofo 08.01.2019 19:44
    Highlight Highlight Erdogan hat den Schock immer noch nicht überwunden, dass ihm die Kurdisch-Türkische HDP damals die absolute Mehrheit verdorben hat, in DEMOKRATISCHEN Wahlen!
    Seitdem hasst er alles, was irgendwie kurdisch ist.
    Was für eine Frechheit, Erdogan die absolute Mehrheit zu verderben!
    Das ist ja ähnlich beleidigend, wie das, was Böhmi gemacht hat, als er demonstriert hat, was Satire nicht dürfe, nämlich Erdowahn als Ziegenficker zu bezeichnen.
    Ich finde auch, dass das die Ziegen beleidigt.
  • Alteresel 08.01.2019 17:52
    Highlight Highlight Und jetzt hat Trump(eltier) doch den guten Vorwand, seine Truppen in Syrien zu lassen und damit ohne Gesichtsverlust einen dummen Tweet abzuhaken.
  • sherpa 08.01.2019 14:45
    Highlight Highlight Das einzige Ziel, welches der Diktator verfolgt, ist die Vernichtung der Kurden, auch wenn sie notabene Landsleute mit eigenen Bedürfnissen sind. Aber darauf nimmt er keine Rücksicht, schon gar nicht, wenn dies seine "Macht" einschränken könnte. Da fragt man sich schon, wer den eigentlich der Terrorist ist.
  • Snowy 08.01.2019 12:17
    Highlight Highlight Leider erneut ein klassischer "Trump":

    Per Tweet irgendetwas in die Welt posaunen ohne die Folgen zu bedenken und sich mit den engsten Verbündeten / der eigenen Regierung abzusprechen.

    Man kann es nicht genug wiederholen: Es ist der helle Wahnsinn, dass dieser offensichtlich geistig umnachtete und narzistische Mann das wichtigste Amt der Welt bekleidet.

    More to come...
    • Infamie 08.01.2019 14:57
      Highlight Highlight Da Erdogan die von Bolton geforderte Bedingung nicht akzeptiert werden folglich auch keine Truppen abgezogen; man steht wieder da wo man angefangen hat.

      Das es so kommen würde wusste sogar meine Katze.
    • Skip Bo 08.01.2019 20:12
      Highlight Highlight Immerhin hat Erdogan nach dem Tweet sogleich seine Absichten ausgeplaudert. Diese können von den Amis nun als weitere Entscheidungsgrundlage genutzt werden.
    • Schlange12 08.01.2019 23:20
      Highlight Highlight Sie haben recht ausser in einem Punkt.
      Es ist leider nicht der helle Wahnsinn das er dieses Amt ihne hat, sonder dass er in dieses Amt gewählt wurde ist der helle Wahnsinn. Das gehört leider auch zur Demokrati. Unglaublich!!!
      Zum Glück ist sowas nicht in der Schweiz möglich!
  • Linus Luchs 08.01.2019 11:52
    Highlight Highlight Auf den Krieg gegen die Kurden zu verzichten, ist für Erdogan etwa so, wie wenn Trump auf die Mauer zu Mexiko verzichten soll. Diese Führer brauchen ihre Feindbilder und ihren Kampf, um ihre Gefolgschaft zu begeistern.
    • Beat Heuberger 09.01.2019 01:01
      Highlight Highlight ...brauchen ihre Feindbilder.Richtig! war schon immer so: PM Chamberlains Feindbild waren die russischen Kommunisten - was zum 2. Weltkrieg führte. Und ist auch bei uns so: Feindbild Ausland, EU, Ausländer in der Schweiz - des Schweizers liebstes Hassobjekt. Feindbild Schwule, starke Frauen, any Minderheit; jedem das Seine. Einfach nur traurig.

«Wir sprechen hier von einem Nato-Mitglied, das Bomben auf Zivilisten abwirft»

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