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Die seltsamen Methoden des Rudy Giuliani

epa06680501 (FILE) - Former New York Mayor and Donald Trump supporter Rudy Giuliani speaks at the Values Voter Summit in Washington, DC, USA, 09 September 2016 (issued 19 April 2018). According to med ...
Sorgt für Verwirrung: Rudy Giuliani.Bild: EPA/EPA
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Die seltsamen Methoden des Rudolph W. (Rudy) Giuliani

Mit einem Interview bei Fox News hat der ehemalige Bürgermeister von New York alle auf dem falschen Fuss erwischt. Ist er ein PR-Genie oder hat er Trump in grösste Schwierigkeiten geritten?
04.05.2018, 12:0905.05.2018, 07:09

Vor Wochenfrist hat Donald Trump mit einem wirren Telefon-Interview bei Fox & Friends selbst seine Fans ratlos gelassen. Nun hat sein Anwalt Rudy Giuliani nachgelegt: In einem Interview mit Sean Hannity, ebenfalls auf Fox News, stellte er klar, dass der Präsident von den Zahlungen an den Pornostar Stormy Daniels gewusst und dass er das Geld seinem Anwalt Michael Cohen zurückerstattet habe.

Bei Sean Hannity hat Giuliani alle überrascht.Video: YouTube/Fox News

Allerdings, so Giuliani, sei der Präsident über die Details nicht informiert gewesen. Im übrigen sei Schweigegeld bezahlen bei Prominenten und Reichen üblich und die Vorschriften über Wahlspenden seien nicht verletzt worden, weil Trump die 130’000 aus dem eigenen Sack entrichtet habe.

«Mr. Trump muss sich Sorgen machen, dass die Amerikaner ihm kein Wort mehr glauben.»
Wall Street Journal

Selbst Hannity, Trumps treuester Kampfhund, war für kurze Zeit sprachlos. Was wollte Giuliani mit diesem Statement bezwecken? Bisher hat Trump die Affäre mit Stormy Daniels bestritten und behauptet, von dem Schweigegeld nichts gewusst zu haben.

Bei Fox & Friends hat Giuliani nachgelegt.Video: YouTube/Fox News

Trump liebt bekanntlich das Chaos. Was Giuliani jedoch angerichtet hat, geht weit darüber hinaus. Tags darauf doppelte er ebenfalls bei Fox & Friends nach und lieferte widersprüchliche Begründungen, weshalb der Präsident das Schweigegeld bezahlt hat.

Der Rechtsprofessor Harry Litman beschreibt in der «New York Times» die Situation wie folgt:

«Das ist keine grosse, saubere Trump-Lüge. Sie ist unordentlich und verworren und zerbröselt, wenn man genauer hinschaut: Trump kannte die Einzelheiten nicht, aber er bezahlte, weil er von der Abmachung in groben Zügen wusste, aber er wusste es nicht wirklich, weil dies Dinge sind, die Anwälte für ihre Klienten erledigen und Mr. Cohen ihn nicht damit belasten wollte, weil der Mann viel beschäftigt ist. Kapiert?»

Niemand kapiert das, aber alle rätseln, was Giuliani im Schilde führt. Die Verwunderung ist umso grösser, da selbst Trumps andere Anwälte und seine Mitarbeiter im West Wing keine Ahnung davon hatten.

Auch die Hardcore-Trump-Front war überrumpelt. Laura Ingraham, das weibliche Gegenstück zu Sean Hannity bei Fox News, erklärte in ihrer darauffolgenden Show ungläubig: «Mein Gott, wenn du als Anwalt des Präsidenten zu ‹Hannity› gehst, dann solltest du genau wissen, was du sagen willst.»

Eine Erklärung für Giulianis Auftritte bei Fox News lautet: Der Mann ist ein PR-Genie. Die Begründung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Kein Mensch zweifelt daran, dass Trump Sex mit dem Pornostar gehabt hat. Dass er die Medien angelogen hat, ist nicht so schlimm. In einem Strafverfahren das FBI anzulügen, ist hingegen gar keine gute Idee. Giuliani hat somit alles ausgeplaudert, um Schlimmeres zu verhindern.

Wie lange wird die Farce noch dauern?

Die Gegenthese dazu lautet: Trump und Giuliani können die Widersprüche nicht mehr überdecken. «Die Frage ist, wie lange Trump noch ungestraft lügen kann und wie lange die Farce seiner Präsidentschaft noch dauern wird, oder ob sie unter dem Gewicht seiner Schweinereien zusammenbrechen wird», stellt Michelle Goldberg in der «New York Times» fest.

Giulianis Enthüllungen haben tatsächlich Folgen, rechtliche und politische. Trump hat möglicherweise die Regeln verletzt, die im amerikanischen Wahlkampf gelten. (Diese Regeln sind sehr kompliziert, also fragt nicht!).

Erste politische Kollateralschäden

Sollte Trump eine solche Regelverletzung nachgewiesen werden, dann könnte das das Ende seiner Präsidentschaft bedeuten. Norman Eisen, Vorsitzender des Ethik-Komitees, erklärt: «Wir erleben den Zusammenbruch eines korruptes Regimes unter der Macht des Gesetzes.»

Auch politisch sind die Kollateralschäden nicht zu übersehen. Der Basis ist die Sex-Affäre egal. Doch selbst das Trump wohlgesinnte «Wall Street Journal» macht sich Sorgen. In einer Krise könnten ihm seine offensichtlichen Lügen zum Verhängnis werden, kommentiert das Blatt und fügt hinzu: «Mr. Trump muss sich Sorgen machen, dass die Amerikaner ihm kein Wort mehr glauben.»

Stormy Daniels packt über ihre Affäre mit Trump aus

Video: srf

Die 8+1 besten Bilder mit mehr als einem Ex-US-Präsidenten

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Die 8+1 besten Bilder mit mehr als einem Ex-US-Präsidenten
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quelle: ap/office of george h.w. bush / paul morse
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