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Jimmy Kimmel darf Interview mit James Talarico nicht im Fernsehen zeigen

KEYPIX - This image released by Disney shows Jimmy Kimmel hosting his late night show "Jimmy Kimmel Live!" in Los Angeles on Tuesday, Sept. 23, 2025. (Randy Holmes/Disney via AP)
Das Interview von Jimmy Kimmel mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico gibt es nicht im Fernsehen, sondern auf YouTube.Bild: keystone

Kimmel darf Interview mit Demokrat Talarico nicht im Fernsehen zeigen

10.09.2026, 14:5610.09.2026, 14:56

Wegen Ärgers mit der US-Telekommunikationsaufsicht will der Trump-kritische US-Moderator Jimmy Kimmel ein Politikerinterview nur im Internet zeigen.

Sein für heute Abend geplantes Gespräch mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico aus Texas werde aufgrund «ungewöhnlicher Umstände» nicht beim Sender ABC ausgestrahlt, sondern über den YouTube-Kanal von «Jimmy Kimmel Live», kündigte der Moderator in seiner Show am Mittwoch (Ortszeit) an.

Die Medienaufsichtsbehörde FCC habe ihn, seine Show, ABC sowie deren Partnersender und lokale Stationen bedroht, erklärte Kimmel – «auf Grundlage einfacher, traditionell redaktioneller Entscheidungen, Gastbuchungen, die man dort nicht zu mögen scheint.» Die Entscheidung sei aus Rücksicht auf die örtlichen Sendestationen getroffen worden. Die FCC äusserte sich bisher nicht dazu.

Nicht der erste Konflikt um Talarico

Ähnlich hatte es laut der «New York Times» der TV-Moderator Stephen Colbert im Februar gehandhabt, als er den Auftritt Talaricos in seiner normalerweise beim Sender CBS ausgestrahlten «Late Show» nur auf YouTube gezeigt hatte.

Democratic U.S. Senate candidate Texas state Rep. James Talarico speaks at a food drive at the Frederick Douglass Human Services and Justice Center, Wednesday, Sept. 9, 2026, in Dallas. (AP Photo/Juli ...
Der demokratische Senatskandidat aus Texas, James Talarico.Bild: keystone

Hintergrund ist der Zeitung zufolge eine FCC-Richtlinie vom Januar, der zufolge in Lokalsendern ausgestrahlte unterhaltungsorientierte Talkshows verpflichtet seien, Politikern, die für dasselbe Amt kandidierten, auch dieselbe Menge an Sendezeit anzubieten.

Eigentlich hat die FCC als Vergeber von Lizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA eine traditionell neutrale Rolle inne. Doch US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit seinen loyalen Verbündeten Brendan Carr zum Chef bestimmt. Seither wird die staatliche Stelle laut Kritikern zusehends zum Instrument von Trumps Agenda, etwa, indem sie Sendern wegen Programmentscheidungen mit dem Entzug ihrer Lizenzen droht.

Einfluss auf Kongresswahlen

Bereits im Frühjahr hatte die FCC nach einem Auftritt Talaricos in der ABC-Sendung «The View» dem Sender vorgeworfen, damit gegen die Gleichbehandlungspflicht verstossen zu haben. Kritiker sahen darin den Versuch, die Pressefreiheit einzuschränken und die Berichterstattung vor den Kongresswahlen im Herbst zu beeinflussen.

In Texas liefert sich Talarico ein knappes Rennen um einen Senatssitz mit dem republikanischen Kandidaten und Trump-Schützling Ken Paxton. Für die Demokraten, die seit mehr als drei Jahrzehnten keinen Senator mehr aus dem Bundesstaat gestellt haben, wäre ein Sieg historisch. (sda/dpa)

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