International
Umwelt

Abholzung der Wälder nimmt 2025 ab aber zu langsam

AMAZONAS, COLOMBIA - MARCH 31: An aerial view of the deforestation and the destruction of habitats in Amazon, Colombia on March 31, 2023. The main cause of this continuous increase in forest exploitat ...
Abholzung des Amazons in ColumbienBild: Anadolu

Abholzung der Wälder nimmt 2025 ab – aber zu langsam

2025 ist die Zerstörung der Wälder durch Abholzung zurückgegangen. Aber die Regierungen sind weiterhin weitab vom Kurs, bis 2030 jegliche grossflächige Abholzung von Wäldern unterbunden zu haben.
14.10.2026, 12:0514.10.2026, 13:35

Eigentlich sollte im Jahr 2030 Schluss sein mit der grossflächigen Abholzung von Wäldern – das nahm sich zumindest ein breites Staatenbündnis 2021 bei der Weltklimakonferenz in Glasgow vor. Doch die Welt ist einer aktuellen Auswertung zufolge von diesem Kurs weit entfernt.

Mit Hilfe von Daten und Informationen von mehr als zwei Dutzend zivilgesellschaftlichen Organisationen hat die Beratungsagentur Climate Focus eine Bestandsaufnahme erstellt, «Forest Declaration Assessment» genannt.

Im vergangenen Jahr wurden der Analyse zufolge sieben Millionen Hektar Wald abgeholzt – was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. «Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass wir im Jahr 2025 15 Prozent weniger Wald verloren haben als im Jahr 2024. Aber das sieht zum Teil nur deshalb so gut aus, weil die Vorjahre so schlecht waren», schrieb die Hauptautorin des Berichts, Erin Matson.

Gefährlicher Kurs: Regenwald

Regenwälder sind trotz der global sinkenden Zahlen noch nie so stark abgeholzt worden wie im Jahr 2025. Entwaldung im tropischen Afrika ist mit 2,4 Millionen Hektaren allein im Kongobecken so weit gestiegen, dass sie auf beinahe dem gleichen Niveau liegt wie die lateinamerikanischen Tropenwälder. Gemäss den Autorinnen und Autoren der Studie haben sich die beiden Regionen in den letzten Jahren in unterschiedliche Richtungen entwickelt.

Während Massnahmen unter Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in Brasilien zu Rückgängen der Abholzung von 33 Prozent geführt hätten, habe es im Kongo keine Anzeichen für eine Verringerung der Entwaldung gegeben. Doch der Bericht hält optimistisch fest, dass die Resultate von 2025 zeigen, dass schnelle Verbesserungen erzielt werden können, wenn Gesetzesänderungen auch tatsächlich von den Regierungen durchgesetzt werden.

Dass dieser Effort aber noch lange nicht ausreicht, zeigt die Finanzierung des Waldschutzes. Zwar hat sich die öffentliche Unterstützung zum Schutz des Waldes seit 2018 von 1.3 auf 5.27 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfacht, aber gleichzeitig investieren Regierungen jährlich über 410 Milliarden Dollar in Projekte und Unternehmen, welche die Abholzung der Wälder weiter antreiben.

Dabei hätte eigentlich von diesem Zeitpunkt an jedes Jahr eine Million weniger Hektar Wald abgeholzt werden müssen, um 2030 bei null zu landen. Auf dem Weltklimagipfel in Glasgow verpflichteten sich im Jahr 2021 mehr als 100 Staaten, die Zerstörung von Wäldern und anderen Landschaften bis 2030 zu stoppen. (can/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die eindrucksvollsten Bilder der Waldbrände in Frankreich und Spanien
1 / 17
Die eindrucksvollsten Bilder der Waldbrände in Frankreich und Spanien

Auch in der Nacht auf Montag, den 27. Juli 2026, brennen die Flammen im französischen Département Gironde weiter.

quelle: www.imago-images.de / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
1.35 Millionen Hektare abgeholzt
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Hat die Polizei versagt? 5 Fragen und Antworten zu den Protesten in Frankreich
Nach den schweren Ausschreitungen mit Hunderten Verletzten und Tausenden Festnahmen steht Frankreich unter Schock. Präsident Emmanuel Macron gerät unter Druck – während Marine Le Pen politisch vom Chaos zu profitieren versucht.
Die Zahlen machen schwindlig: Allein in Marseille sollen in der Nacht auf Sonntag laut Behördenangaben 30'000 Plünderer in insgesamt 1500 Geschäfte und Läden eingedrungen sein, um sie zu zerstören oder auszurauben. Bei den äusserst gewalttätigen Krawallen im ganzen Land gab es auf der Seite der Polizei und Feuerwehr 997 Verletzte, davon sieben Schwerverletzte. Die Zahl der verletzten Zivilisten wird auf 500 geschätzt. Ein Mann starb an einer friedlichen Schülerkundgebung an Herzstillstand. Bis am Montagmorgen nahm die Polizei 2400 Festnahmen vor.
Zur Story