International
Gesellschaft & Politik

Zweidrittelmehrheit für Tisza gesichert – Betrugsvorwurf von Magyar

Zweidrittelmehrheit für Tisza gesichert – Betrugsvorwurf von Magyar

18.04.2026, 21:5118.04.2026, 21:51
epa12896139 Tisza Party's leader and Hungarian Prime Minister-elect Peter Magyar speaks to the media after the preparatory meeting for the inaugural session of the Parliament at the Parliament bu ...
Der siegreiche Peter Magyar im ungarischen Parlament am Montag.Bild: keystone

Knapp eine Woche nach der Parlamentswahl in Ungarn vom 12. April liegt das amtliche Endergebnis vor. Demnach kam die konservative bisherige Oppositionspartei Tisza mit ihrem Spitzenkandidaten Peter Magyar auf 141 der insgesamt 199 Sitze im Parlament und damit auf acht Mandate mehr als die Zweidrittelmehrheit. Das teilte die Landeswahlkommission nach Auszählung aller Stimmzettel mit.

Die regierende rechtspopulistische Partei Fidesz des Ministerpräsidenten Viktor Orban erhielt 52 Mandate. Sechs Mandate erzielte die extrem rechte Partei Mi Hazank (Unsere Heimat). Keine weitere Partei schaffte den Einzug ins Parlament. Bei der Abstimmung über die Parteilisten kam Tisza auf 53,18 Prozent, Fidesz auf 38,61 Prozent und Mi Hazank auf 5,63 Prozent.

Das amtliche Ergebnis wird rechtsgültig, sobald eventuelle Anfechtungen juristisch geklärt sind. Danach kann Staatspräsident Tamas Sulyok das neue Parlament zur konstituierenden Sitzung einberufen. Spätmöglichster Termin dafür ist laut Verfassung der 12. Mai.

Irreführender Namensvetter: Magyar spricht von Betrug

Unterdessen kündigte der Wahlsieger Magyar an, die Abstimmung in einem Wahlkreis des westungarischen Komitats Vas wegen Wahlbetrugs anfechten zu wollen. Seiner Darstellung nach seien die Wähler dort irregeführt worden, weil ein Fidesz-naher, offiziell Parteiloser namens Peter Magyar kandidiert habe. Dieser bekam 909 Stimmen. Nur so habe der offizielle Fidesz-Kandidat Peter Agh mit sehr knappem Vorsprung vor der Tisza-Kandidatin Viktoria Strompova ein Parlamentsmandat gewinnen können. Agh kam nach Angaben der Wahlbehörde auf 25'700 Stimmen und Strompova auf 25'452 Stimmen.

In dem betreffenden Wahlkreis habe «eine bewusste, böswillige Täuschung nach russischem Modell» und ein «Betrug» stattgefunden, erklärte Magyar in einer Videoansprache bei Facebook. Die Polizei habe bereits vor der Wahl Ermittlungen zur Ordnungsmässigkeit der Kandidatur seines parteilosen Namensvetters eingeleitet. Ob die Wahl in dem betreffenden Wahlkreis wiederholt werden muss, entscheidet ein Gericht. Von Fidesz kam dazu zunächst keine Stellungnahme. Von den 199 Parlamentariern werden in Ungarn 106 direkt in den Wahlkreisen mit relativer Mehrheit gewählt und der Rest über Parteilisten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
13 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Reinhard51
18.04.2026 22:05registriert November 2025
Klar hat Orban betrogen, wahrscheinlic nicht nur in diesem einen Wahlkreis. Er hat trotzdem krachend verloren. Das lässt für die Midterms, die wahrscheinlich auch link laufen werden hoffen.
529
Melden
Zum Kommentar
13
Gewalttat schockt USA: 31-Jähriger erschiesst 8 Kinder
Nach den Schüssen im US-Bundesstaat Louisiana mit acht getöteten Kindern bleiben die Hintergründe der Tat weiter unklar.
Vorläufigen Erkenntnissen zufolge waren die Getöteten zwischen 1 und 14 Jahren alt, wie Chris Bordelon von der örtlichen Polizeidienststelle sagte. Sieben von ihnen seien Kinder des 31-jährigen Tatverdächtigen, der bei seiner Flucht ebenfalls getötet worden war. Bei der Tat in der Stadt Shreveport wurden zudem drei weitere Menschen verletzt, unter ihnen zwei Frauen schwer.
Zur Story