Kolumbiens Präsident bezeichnet bewaffnete Gruppen als Terroristen
Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella will alle bewaffneten Gruppen künftig als Terroristen behandeln. «Wenn es darum geht, das Verbrechen zu bekämpfen, gibt es weder beim Handeln noch bei der Reaktion des Staates Unterschiede», sagte de la Espriella bei einer Sitzung des Sicherheitsrates. «Alle sind Terroristen und wir werden sie auch als solche behandeln», sagte er.
Der erst am 7. August angetretene Präsident hatte bereits im Wahlkampf einen härteren Kurs gegen bewaffnete Gruppen angekündigt. Damit bricht er mit seinem Vorgänger Gustavo Petro, der unter dem Schlagwort «Paz Total» («Totaler Frieden») auf Verhandlungen mit diesen Gruppen setzte. Ein entscheidender Durchbruch blieb dabei jedoch aus, die Gespräche waren weitgehend gescheitert.
Was sich ändern soll
Die Regierung will damit die bisher unterschiedlichen Kategorien der bewaffneten Akteure für das staatliche Vorgehen aufheben. Statt möglicher Verhandlungspartner sollen sie einheitlich als terroristische Gegner behandelt werden. Konkret bedeutet das vor allem: mehr militärischer und strafrechtlicher Druck statt politischer Verhandlungen. Damit sollen auch die Militäroperationen einschliesslich Bombardierungen verstärkt werden, berichtete die Zeitung «El Tiempo».
Zu den wichtigsten bewaffneten Akteuren des Landes gehören die Guerillaorganisation ELN, verschiedene FARC-Dissidenten und der Clan del Golfo (Golf-Clan). Während ELN und FARC-Dissidenten aus dem jahrzehntelangen Guerillakonflikt hervorgegangen sind, ist der Golf-Clan vor allem eine mächtige kriminelle und im Drogenhandel aktive Organisation. Er ist Kolumbiens mächtigstes Verbrechersyndikat. (sda/dpa)
