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US-Wahlen 2024

Trump-Regierung: Pete Hegseth vor dem Fall – kommt DeSantis?

FILE - Pete Hegseth, President-elect Donald Trump's pick for secretary of defense, speaks with reporters following a meeting with senators on Capitol Hill, on Nov. 21, 2024, in Washington. (AP Ph ...
Pete Hegseth tourt derzeit durchs Kapitol in der Hoffnung, seinen Job «retten» zu können.Bild: keystone

DeSantis für Hegseth? Der nächste Trump-Kandidat vor dem Fall

Die Enthüllungen über Pete Hegseths Fehlverhalten sorgen im US-Kongress für Unruhe. Donald Trump soll bereits einen Ersatz als Verteidigungsminister ins Auge gefasst haben.
04.12.2024, 14:2104.12.2024, 15:31
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Donald Trumps kontroverse Kabinetts-Nominierungen sorgen in den USA weiterhin für Wirbel. Die wohl übelste Personalie musste der designierte Präsident bereits «abschreiben»: Matt Gaetz zog sich als Kandidat für das Justizministerium zurück. Selbst für Republikaner war der «Sex-Grüsel» aus Florida für das Amt des obersten Anklägers komplett ungeeignet.

Nun droht einem weiteren umstrittenen Kandidaten das Aus: Der Fox-News-Moderator Pete Hegseth sollte nach dem Willen Trumps Verteidigungsminister werden. Zweifel an seiner Eignung gab es wie bei Gaetz von Anfang an. In den letzten Tagen aber häuften sich die Enthüllungen, die den 44-Jährigen für die Führung des Pentagons disqualifizieren.

Sen. Joni Ernst, R-Iowa, and other Republicans criticize President Joe Biden as they speak to reporters at the Capitol in Washington, Wednesday, June 12, 2024. The GOP lawmakers will meet with former  ...
Die republikanische Senatorin Joni Ernst gilt als Hegseth-Skeptikerin.Bild: keystone

Hegseths eigene Mutter kritisierte in einem E-Mail seinen Umgang mit Frauen. Eine Anklage wegen sexueller Nötigung konnte er 2017 durch die Zahlung einer Geldsumme abwenden. Das Magazin «New Yorker» enthüllte, dass er die Leitung zweier Veteranenverbände wegen Missmanagement abgeben musste. Ausserdem hat Hegseth offenbar ein Alkoholproblem.

Selbst Graham ist besorgt

Im US-Senat, der Pete Hegseths Ernennung bestätigen muss, sorgen die Berichte für Unruhe. Auch Republikaner äusserten Bedenken, etwa Senatorin Joni Ernst aus Iowa, eine Ex-Soldatin und Opfer eines sexuellen Übergriffs im College. Selbst Lindsey Graham, einer von Donald Trumps devotesten Unterstützern, zeigte sich über die Berichte besorgt.

Noch kämpft Pete Hegseth um den Prestigejob. Er will die skeptischen Senatoren diese Woche im persönlichen Gespräch von sich überzeugen. Allerdings soll Trump bereits einen Ersatzmann ins Auge gefasst haben. Und zwar niemand anders als Ron DeSantis, den Gouverneur von Florida, berichtete das «Wall Street Journal».

Kämpfer gegen Wokeness

Es wäre eine pikante Wahl, denn DeSantis hatte Trump in den republikanischen Vorwahlen herausgefordert, letztlich ohne Erfolg. Das Verhältnis der beiden Männer war zerrüttet, der Gouverneur wurde vom Ex-Präsidenten als Ron DeSanctimonious beschimpft, sinngemäss übersetzt «Ron der Scheinheilige». Am Ende reihte sich DeSantis loyal hinter Trump ein.

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, schreibt «Politico» unter Berufung auf zwei Insider. Laut ABC News ist auch Joni Ernst eine mögliche Kandidatin als Hegseth-Ersatz. Für Ron DeSantis spricht sein Image als knallharter Kämpfer gegen «Wokeness». Es ist Donald Trumps erklärtes Ziel, das Pentagon von woken Offizieren zu «säubern».

Auch Gabbard auf der Kippe

Sollte Pete Hegseth abstürzen, könnten weitere Nominierte ins Visier geraten. Zum Beispiel Tulsi Gabbard, die Trump zur Koordinatorin der US-Geheimdienste ernennen will. Sie pflegt nicht nur enge Kontakte zu Russland, sondern traf 2017 den syrischen Diktator Baschar al-Assad. Eine nicht nur angesichts der aktuellen Ereignisse in Syrien heikle Begegnung.

Bei Gabbard allerdings fragt man sich, ob Donald Trump ihr Scheitern nicht einkalkuliert hat. Die Hawaiianerin sass bis 2021 für die Demokraten im Repräsentantenhaus, ehe sie zu Trump «desertierte». Der designierte Präsident belohnte sie mit der Nominierung als Geheimdienstchefin – und würde sie bei Gegenwind wohl eiskalt fallen lassen.

Einseitige Loyalität

Ein ähnliches Schicksal droht Robert Kennedy, dem designierten Gesundheitsminister. Der Abkömmling der wohl glamourösesten US-Politikerfamilie ist ebenfalls ein «Konvertit». Er steht nicht nur wegen seiner Ansichten zu Impfungen in der Kritik. Mit seinem Einsatz für gesundes Essen könnte Kennedy in einer Trump-Regierung gnadenlos auflaufen.

Die wichtigste Voraussetzung für einen Job in der Trump-Regierung ist Loyalität. Wobei der Bald-wieder-Präsident sie einseitig interpretiert. Er verlangt sie bedingungslos, gibt aber nichts zurück. Pete Hegseth dürfte der Nächste sein, der diese Erfahrung machen muss.

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Skurrile und witzige Bilder aus Amerika
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66 Kommentare
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N. Y. P.
04.12.2024 15:23registriert August 2018
🍿🍿🍿🍿

Das läuft ja wie geschmiert.

Hat der orange Jesus schon an Marjorie Taylor Greene gedacht? Die könnte zum Beispiel Peter Hegseth ablösen. Etwa gleicher Level. Loyal bis zum Abwinken. Und dumm wie Bohnenstroh.
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Quieselchen
04.12.2024 15:08registriert Januar 2021
Das Trump jeden vor den Bus schubst, der ihm nicht mehr nützlich ist, ist sattsam bekannt.

Aber DeSantis? Ist der wirklich so machtgierig/dumm, dass er seinen Gouverneursposten gegen eine untergeordnete Rolle in Washington eintauscht?
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Kei Luscht
04.12.2024 14:45registriert Dezember 2015
Das hat doch alles System: erst die vollständig Inakzeptablen nominieren, die dann durchfallen. Danach kann man die Extremen nominieren, die relativ zu ihren Vorgängern "normal" wirken.
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