Donald Trumps kontroverse Kabinetts-Nominierungen sorgen in den USA weiterhin für Wirbel. Die wohl übelste Personalie musste der designierte Präsident bereits «abschreiben»: Matt Gaetz zog sich als Kandidat für das Justizministerium zurück. Selbst für Republikaner war der «Sex-Grüsel» aus Florida für das Amt des obersten Anklägers komplett ungeeignet.
Nun droht einem weiteren umstrittenen Kandidaten das Aus: Der Fox-News-Moderator Pete Hegseth sollte nach dem Willen Trumps Verteidigungsminister werden. Zweifel an seiner Eignung gab es wie bei Gaetz von Anfang an. In den letzten Tagen aber häuften sich die Enthüllungen, die den 44-Jährigen für die Führung des Pentagons disqualifizieren.
Hegseths eigene Mutter kritisierte in einem E-Mail seinen Umgang mit Frauen. Eine Anklage wegen sexueller Nötigung konnte er 2017 durch die Zahlung einer Geldsumme abwenden. Das Magazin «New Yorker» enthüllte, dass er die Leitung zweier Veteranenverbände wegen Missmanagement abgeben musste. Ausserdem hat Hegseth offenbar ein Alkoholproblem.
Im US-Senat, der Pete Hegseths Ernennung bestätigen muss, sorgen die Berichte für Unruhe. Auch Republikaner äusserten Bedenken, etwa Senatorin Joni Ernst aus Iowa, eine Ex-Soldatin und Opfer eines sexuellen Übergriffs im College. Selbst Lindsey Graham, einer von Donald Trumps devotesten Unterstützern, zeigte sich über die Berichte besorgt.
Noch kämpft Pete Hegseth um den Prestigejob. Er will die skeptischen Senatoren diese Woche im persönlichen Gespräch von sich überzeugen. Allerdings soll Trump bereits einen Ersatzmann ins Auge gefasst haben. Und zwar niemand anders als Ron DeSantis, den Gouverneur von Florida, berichtete das «Wall Street Journal».
Es wäre eine pikante Wahl, denn DeSantis hatte Trump in den republikanischen Vorwahlen herausgefordert, letztlich ohne Erfolg. Das Verhältnis der beiden Männer war zerrüttet, der Gouverneur wurde vom Ex-Präsidenten als Ron DeSanctimonious beschimpft, sinngemäss übersetzt «Ron der Scheinheilige». Am Ende reihte sich DeSantis loyal hinter Trump ein.
Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, schreibt «Politico» unter Berufung auf zwei Insider. Laut ABC News ist auch Joni Ernst eine mögliche Kandidatin als Hegseth-Ersatz. Für Ron DeSantis spricht sein Image als knallharter Kämpfer gegen «Wokeness». Es ist Donald Trumps erklärtes Ziel, das Pentagon von woken Offizieren zu «säubern».
Sollte Pete Hegseth abstürzen, könnten weitere Nominierte ins Visier geraten. Zum Beispiel Tulsi Gabbard, die Trump zur Koordinatorin der US-Geheimdienste ernennen will. Sie pflegt nicht nur enge Kontakte zu Russland, sondern traf 2017 den syrischen Diktator Baschar al-Assad. Eine nicht nur angesichts der aktuellen Ereignisse in Syrien heikle Begegnung.
Bei Gabbard allerdings fragt man sich, ob Donald Trump ihr Scheitern nicht einkalkuliert hat. Die Hawaiianerin sass bis 2021 für die Demokraten im Repräsentantenhaus, ehe sie zu Trump «desertierte». Der designierte Präsident belohnte sie mit der Nominierung als Geheimdienstchefin – und würde sie bei Gegenwind wohl eiskalt fallen lassen.
Ein ähnliches Schicksal droht Robert Kennedy, dem designierten Gesundheitsminister. Der Abkömmling der wohl glamourösesten US-Politikerfamilie ist ebenfalls ein «Konvertit». Er steht nicht nur wegen seiner Ansichten zu Impfungen in der Kritik. Mit seinem Einsatz für gesundes Essen könnte Kennedy in einer Trump-Regierung gnadenlos auflaufen.
Die wichtigste Voraussetzung für einen Job in der Trump-Regierung ist Loyalität. Wobei der Bald-wieder-Präsident sie einseitig interpretiert. Er verlangt sie bedingungslos, gibt aber nichts zurück. Pete Hegseth dürfte der Nächste sein, der diese Erfahrung machen muss.
Das läuft ja wie geschmiert.
Hat der orange Jesus schon an Marjorie Taylor Greene gedacht? Die könnte zum Beispiel Peter Hegseth ablösen. Etwa gleicher Level. Loyal bis zum Abwinken. Und dumm wie Bohnenstroh.
Aber DeSantis? Ist der wirklich so machtgierig/dumm, dass er seinen Gouverneursposten gegen eine untergeordnete Rolle in Washington eintauscht?