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Trump-Vertraute soll Griechenland bei Abendessen gedroht haben

Bericht: US-Botschafterin drohte Griechenland mit Regierungssturz

Die rumänische Regierung ist im Mai durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden. Nun sorgt eine Äusserung der US-Botschafterin in Griechenland für Aufsehen, mit der sie eine Beteiligung Washingtons angedeutet haben soll.
29.09.2026, 16:5429.09.2026, 17:19
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Kurz vor dem Zusammenbruch der rumänischen Regierung soll die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, bei einem Treffen mit griechischen Regierungsmitgliedern angedeutet haben, die USA könnten an einem bevorstehenden Ende der rumänischen Regierung beteiligt sein. Das berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf eine anwesende Person.

President Donald Trump embraces U.S. Ambassador to Greece Kimberly Guilfoyle at a reception celebrating Greek Independence Day, in the East Room of the White House, Thursday, March 26, 2026, in Washin ...
Donald Trump und Kimberly Guilfoyle (Archivbild): Die US-Botschafterin in Griechenland ist grosse Unterstützerin des US-Präsidenten.Bild: keystone

Demnach traf sich Guilfoyle im März 2026 unter anderem mit griechischen und US-amerikanischen Beamten zum Abendessen in Athen. Im Laufe des Abends sei Guilfoyle mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou aneinandergeraten. Mit Blick auf den bevorstehenden Zusammenbruch der rumänischen Regierung sagte Guilfoyle laut einer Teilnehmerin des Abendessens und anderen, die davon gehört hatten: «Das können wir mit jedem Land machen, das wir wollen. Das können wir auch hier.»

Die Diskussion sei hitziger geworden, Papastavrou habe entgegnet, dass die USA eine demokratisch gewählte griechische Regierung nicht einfach ersetzen könnten. Guilfoyles Anwalt widersprach der Darstellung des «Wall Street Journal». Auch die griechische Regierung wies die Darstellung zurück. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Drohung gegen die Regierung gegeben, erklärte Regierungssprecher Pavlos Marinakis.

Rumäniens Regierung fällt wenig später

In Rumänien hingegen brach die Regierung kurze Zeit später tatsächlich zusammen. Im April 2026 entzogen die Sozialdemokraten dem Ministerpräsidenten Ilie Bolojan ihr Vertrauen, am 5. Mai fand im rumänischen Parlament ein Misstrauensantrag gegen die Regierung eine Mehrheit. Sie führt die Geschäfte seither nur noch geschäftsführend.

Rumänische Medien berichten aktuell von einem Video, das Guilfoyle mit dem Vorsitzenden der rumänischen Sozialdemokraten, Sorin Grindeanu, dem ehemaligen sozialdemokratischen Energieminister von Rumänien und dem rumänischen Präsidentenberater beim Abendessen zeigt. Das Video soll am 31. März 2026 entstanden sein.

Spielte der Streit um US-Gas eine Rolle?

Die Regierung Bolojans hatte sich gegen zusätzliche Importe von Flüssiggas aus den USA gestellt. Inwiefern die Situationen zusammenhängen, ist nicht geklärt. Grindeanu bestritt in der rumänischen Tageszeitung «Adevarul», mit Guilfoyle über Gaslieferverträge gesprochen zu haben. Auch eine Beteiligung der USA an der Absetzung der rumänischen Regierung dementierte der Sozialdemokrat. Ein Treffen mit der US-Botschafterin an sich bestritt er hingegen nicht. Er habe mit ihr über regionale Energieprojekte und insbesondere über den Vertikalen Gaskorridor gesprochen.

Der Vertikale Gaskorridor ist ein europäisches Infrastrukturprojekt, das unter anderem US-amerikanisches Flüssiggas (LNG) von Griechenland über Bulgarien und Rumänien bis in die Ukraine und nach Moldau transportieren soll. Guilfoyle bereiste in der Vergangenheit bereits die Balkanstaaten, um das Projekt voranzutreiben.

Die ehemalige Staatsanwältin und Ex-Fox-News-Moderatorin ist eine langjährige Unterstützerin Trumps. Sie war mehrere Jahre mit dessen Sohn Donald Trump Jr. liiert. Nach Bekanntwerden ihrer Trennung Ende 2024 kündigte der damals designierte Präsident Trump an, Guilfoyle als Botschafterin in Griechenland nominieren zu wollen.

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