Epstein-Eklat: Wie Trump und Vance im Weissen Haus in Panik gerieten
Trumps jahrelange Versprechen, die gesamten Akten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu veröffentlichen, hatten ihn gleich zu Beginn seiner zweiten Präsidentschaft eingeholt. Gerade Trumps rechtskonservative MAGA-Anhänger forderten lautstark Gewissheit. Eine Recherche des US-Mediums «New York Times» zeigt nun, wie der Fall die Nerven im Weissen Haus blank liegen liess und wie sich Trumps handverlesenes Kabinett in interne Grabenkämpfe stürzte.
Im Situation Room des Weissen Hauses, wo Jahre zuvor Präsident Obama mit seinem Stab den Einsatz und die Tötung Osama bin Ladens überwacht hatte, sassen 2025 hochrangige Mitglieder der Trump-Regierung über Akten des Epstein-Falls gebeugt, in denen die Gräueltaten des Straftäters beschrieben stehen. So weit, so gut – wenn es nicht wimmeln würde von Zeugenberichten, in denen immer wieder der Name Donald Trump auftaucht.
«Das ist ein Riesenproblem», soll JD Vance bei einer dieser Krisensitzungen im Sommer 2025 gesagt haben. Teilnehmer der Sitzung sollen ihn gegenüber der «New York Times» als «panisch» beschrieben haben. Er habe Angst gehabt, dass der Fall die MAGA-Basis spalten könnte. Er sah die Lösung in der Offensive: radikale Offenheit.
Er warnte wohl, dass der US-Kongress die Freigabe der Akten ohnehin erzwingen würde und man dem daher zuvorkommen müsse, indem man alles freiwillig veröffentliche – auch die Akten, die womöglich belastende Materialien zum Präsidenten selbst enthalten.
Trumps mutmassliche Vorliebe für Brustwarzen
Hier habe wohl vor allem Trumps mutmassliche Vorliebe für Brustwarzen im Vordergrund der Gespräche gestanden. Aus freigegebenen Unterlagen eines Zivilprozesses von 2024 soll demnach hervorgegangen sein, dass Trump in der Vergangenheit die Brustwarzen einer jungen Frau so aggressiv durch Kneifen und Saugen bearbeitet hat, dass diese «unglaublich schmerzhaft» ausgesehen haben. Vance appellierte, auch diesen Vorfall transparent zu machen.
Trump hingegen wollte wohl von alledem nichts wissen. Laut dem Bericht reagierte der Präsident allergisch, wenn auch nur der Name Epstein ihm gegenüber genannt wurde. Weiter versuchte er mit allen Mitteln und seinen Beziehungen, die Berichterstattung über seine Vertrickungen mit Epstein zu unterbinden.
Als das «Wall Street Journal» eine kritische Veröffentlichung zu Trumps Freundschaft mit Epstein veröffentlichen wollte, versuchte Trump dies in letzter Minute zu verhindern. Dazu rief er persönlich Rupert Murdoch an, den Medien-Mogul, dem unter anderem das «Wall Street Journal» gehört. Ohne Erfolg. Als Nächstes probierte es Trump wohl bei der Chefredakteurin des Mediums, Emma Tucker, ebenfalls ohne Erfolg. Trump soll sie daraufhin am Telefon praktisch angeschrien haben, dass sie Amerika hassen würde, und drohte ihr, sie zu verklagen, wenn der Artikel veröffentlicht werde.
Verwendete Quellen:
- nytimes.com: "Inside the White House Freakout Over the Epstein Files" (kostenpflichtig) (Englisch)
- spiegel.de: ""Du hast das von Anfang an versaut" – so tobte im Weissen Haus der Streit über die Epstein-Akten" (kostenpflichtig)
- tagesspiegel.de: "Uneinigkeit im Weissen Haus: JD Vance soll von Trump Freigabe aller Epstein-Akten gefordert haben"

