Epstein-Vertraute bestreitet Mitwissen: Er war ein «Meister der Manipulation»
Lesley Groff, die über Jahre als Assistentin von Jeffrey Epstein tätig war, sagte am Dienstag vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses aus. Nach Angaben von mit der Anhörung vertrauten Personen schilderte sie Epstein als «Meister der Manipulation», der seine Straftaten bewusst vor ihr verborgen habe.
Groff erklärte demnach, sie habe nichts von den sexuellen Übergriffen gewusst. Termine mit jungen Frauen und Mädchen, die sie für Epstein organisiert habe, seien ihrer Ansicht nach gewöhnliche Massagetermine mit professionellen Therapeutinnen gewesen.
Schlüsselperson im Epstein-Umfeld
Groff gehörte zu den engsten Mitarbeiterinnen des Finanzinvestors. Sie organisierte Termine, Reisen und Kontakte zu prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Mehrere Opfer hatten gegenüber Ermittlern angegeben, dass sie über Groff Kontakt zu Epstein aufgenommen hätten.
Vor dem Ausschuss sagte die ehemalige Assistentin zudem, sie sei selbst nie von Epstein missbraucht worden. Nach seiner Verhaftung sei sie jedoch von Freunden gemieden worden, ihre Familie habe Belästigungen erlebt.
Opfer reagieren empört
Die Aussagen stiessen bei Betroffenen auf Unverständnis. Die Epstein-Überlebende Sharlene Rochard äusserte Zweifel daran, dass jemand aus dem engsten Umfeld des Sexualstraftäters nichts von dessen Taten bemerkt haben soll.
Der Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, bezeichnete Groff vor der Anhörung als wichtige Auskunftsperson. Der Ausschuss hat im Rahmen seiner Epstein-Untersuchung bereits zahlreiche Zeugen befragt.
Groff arbeitete laut Unterlagen seit 2001 für Epstein. Obwohl sie 2008 in einem umstrittenen Nichtverfolgungsabkommen als mögliche Mitverschwörerin erwähnt wurde, erhob die Justiz später keine Anklage gegen sie. Ihre Anwälte betonen bis heute, sie habe niemals illegale oder unangemessene Handlungen beobachtet. (mke)
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