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Donald Trump will Chagos-Inseln von Mauritius kaufen

Trump nimmt die nächste Insel ins Visier

Nicht Kuba oder Grönland, sondern die Chagos-Inseln scheinen aktuell das Interesse des US-Präsidenten geweckt zu haben. Die Inselgruppe im Indischen Ozean ist in britischem Besitz, soll jedoch an Mauritius zurückgegeben werden. Trump soll andere Pläne haben.
08.06.2026, 10:4108.06.2026, 10:41

Der Streit und die Verhandlungen rund um den Chagos-Archipel laufen schon länger. Geplant war eigentlich, dass Grossbritannien ihn an Mauritius zurückgibt. Da sich auf der strategisch wichtigen Insel Diego Garcia ein von den USA und Grossbritannien gemeinsam genutzter Militärstützpunkt befindet, sollte diese Insel noch 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben – dafür hätten die Briten eine Milliardensumme gezahlt. Ein Abkommen wollen sie aber nur mit der Unterstützung der USA unterzeichnen.

Hier liegt der Chagos-Archipel:

Doch die USA stellten sich quer und Trump bezeichnete den Deal als «Akt grosser Dummheit». Dies, weil sich Grossbritannien zunächst geweigert hatte, den USA Angriffe auf den Iran von der Basis aus zu erlauben. Jetzt geht Trump sogar noch weiter: Wie der Telegraph berichtet, überlegt er sich, die Chagos-Inseln zu kaufen. Eingeflüstert habe ihm dies US-Finanzminister Scott Bessent, zitiert der «Telegraph» der Regierung nahestehende Quellen.

FILE - This image released by the U.S. Navy shows an aerial view of Diego Garcia in the Chagos Island group. (U.S. Navy via AP, File)
Britain Chagos
Die Insel Diego Garcia gehört zum Chagos-Archipel.Bild: keystone

Angst vor Chinas Spionen

Doch so einfach kann Trump nicht auf Insel-Kauf gehen. Er müsste zuerst dem Deal, den er eigentlich verteufelt hat, zustimmen. Dann müsste er mit Mauritius verhandeln. Denn vor einem potenziellen Kauf müsste die Souveränität der Inseln wiederhergestellt werden.

Und genau deshalb war ein Kauf bisher nicht primär im Fokus der USA. Sollten die Chagos-Inseln an das China nahestehende Mauritius zurückgehen, befürchtet die Regierung, dass dies Chinas Spionageaktivitäten rund um die Inseln stärken könnte.

Auf dem Stützpunkt befänden sich wichtige und sehr geheime Einrichtungen, sagt Ben Judah, Berater des früheren britischen Aussenministers David Lammy, zum «Telegraph». Für die USA ist Diego Garcia derzeit besonders wichtig. Denn vom Stützpunkt aus ist der Iran für Angriffe mit Langstreckenbombern in Reichweite.

Umgekehrt ist das aber auch möglich. Im März griff der Iran die Insel mit ballistischen Raketen an. Die Anlage wurde dabei jedoch nicht getroffen. (vro)

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