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Donald Trump: US-Präsident hat Inseln im indischen Ozean attackiert

Basis auf Chagos-Inseln: Trump greift London scharf an

20.01.2026, 11:0120.01.2026, 14:30

Inmitten der Grönland-Krise hat US-Präsident Donald Trump Nato-Partner Grossbritannien für eine strategische Entscheidung im Indischen Ozean attackiert.

President Donald Trump waves to the media as he walks on the South Lawn of the White House, Tuesday, Jan. 20, 2026, in Washington. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Donald Trump
Donald Trump schreibt auf seiner Social-Media-Plattform, Grossbritannien plane, die Insel Diego Garcia an Mauritius abzugebenBild: keystone

Die nach langen Verhandlungen vereinbarte Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius sei «ein Akt grosser Dummheit», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zudem sei es «ein weiterer» Grund, warum Grönland an die USA übergeben werden müsse.

Die Briten hatten die Chagos-Entscheidung im Mai 2025 bekanntgegeben. Für die für Trump entscheidende Insel Diego Garcia, auf der ein gemeinsam von Grossbritannien und den USA genutzter Militärstützpunkt liegt, gilt allerdings eine Ausnahme. Die Insel soll trotz der Souveränität Mauritius' noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben. Dafür zahlen die Briten eine Milliardensumme.

Kehrtwende bei Trump

Die US-Regierung hatte den Deal im vergangenen Jahr ausdrücklich begrüsst – dem britische Premier Keir Starmer zufolge auch Trump persönlich. US-Aussenminister Marco Rubio sagte damals, Trump habe seine «Unterstützung für diese monumentale Errungenschaft» zum Ausdruck gebracht.

Jetzt schrieb der US-Präsident bei Truth Social ohne den Kontext des Pachtvertrages, Grossbritannien plane, die Insel Diego Garcia an Mauritius abzugeben. Es gebe «keinen Zweifel» daran, dass China und Russland diesen «Akt der totalen Schwäche» bemerkt hätten. Eine mutmassliche Bedrohung durch diese beiden Staaten führt der US-Präsident als Hauptgrund dafür an, dass die USA das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland besitzen müssten.

epa12661208 British Prime Minister Keir Starmer delivers a speech and answers questions regarding US President Donald Trump’s plans to impose tariffs on the UK over opposition to his proposed Greenlan ...
Der britische Premierminister Keir Starmer.Bild: keystone

US-Parlamentspräsident Johnson will Wogen glätten

Die Chagos-Inseln liegen mitten im Indischen Ozean. Starmer hatte die Lage des Militärstützpunkts als von «grösster Bedeutung für Grossbritannien» bezeichnet. Der Stützpunkt sei einer der wichtigsten Beiträge, die das Land in der Sicherheitspartnerschaft mit den USA leiste. In Grossbritannien wird Trumps jüngste Kritik auch als Zeichen sich deutlich verschlechternder Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und dem britischen Premier gewertet.

Dem versuchte der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Mike Johnson, bei einer Rede im britischen Parlament entgegenzuwirken. Er habe gestern lange mit Trump gesprochen und diesem angekündigt, die Wogen zu glätten, so Johnson in der Ansprache vor Parlamentariern beider Kammern in London. «Wir waren immer in der Lage, unsere Differenzen ruhig und freundschaftlich beizulegen. Das werden wir auch weiterhin tun, und ich möchte Ihnen versichern, dass dies weiterhin der Fall ist», sagte Johnson. (sda/dpa)

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Trump Jr. trifft in Grönland ein
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Donald Trump Jr. posiert für Fotos nach seiner Ankunft in Nuuk.
quelle: keystone / emil stach
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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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D.Enk-Zettel
20.01.2026 11:17registriert Oktober 2021
Die einzige Schwäche, welche von Russland und China erkannt wurde, ist Trump selbst. Nur er in seiner Selbstverliebtheit, will dies nicht wahrhaben.
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butlerparker
20.01.2026 12:01registriert März 2022
Er ist ein dementer gefährlicher Soziopath. Sorry, aber andere Worte finde ich für DT nicht mehr.
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Enzasa
20.01.2026 12:09registriert August 2016
Habe ich richtig verstanden, dass Trump diesen Plan zunächst begrüßte, ihn heute jedoch als dumm bezeichnet, weil er die militärische Stärke schwächt, obwohl die Insel mit der Militärbasis weiterhin (99 Jahre) unter der Kontrolle der Briten bleibt?
Trump muss anscheinend besitzen, nur das zählt. Kontrolle, Bündnispartner, Pacht, Staatsverträge alles uninteressant.
Ich hoffe ich habe es richtig interpretiert, denn alles andere ergibt für mich keinen Sinn.
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