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Claudia Major: Grönland war Moment der Wahrheit, Iran-Krieg Verstärker

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Claudia Major, Expertin für Sicherheitsfragen der US-amerikanischen Denkfabrik German Marshall Fund.Bild: www.imago-images.de

Expertin: Grönland war Moment der Wahrheit, Iran-Krieg ein Verstärker

Mehrere Ereignisse haben nach Ansicht einer Expertin bei Europäern den Eindruck geweckt, dass der Nato-Verbündete USA sich gegen europäische Interessen wendet.
06.07.2026, 06:0006.07.2026, 06:00

«Der Moment der Wahrheit war für viele Europäer die Grönlandkrise», sagte Claudia Major, Expertin für Sicherheitsfragen der US-amerikanischen Denkfabrik German Marshall Fund, der Nachrichtenagentur dpa.

Der Iran-Krieg habe den Eindruck dann bestätigt und letztlich verstärkt, dass die USA unilateral und gegen europäische Interessen handele.

Was die Grönlandkrise verändert hat

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der zum Nato-Partner Dänemark gehörenden Arktisinsel geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen Nato-Partnern sah er davon zwar wieder ab. Er beharrte jedoch auf Verhandlungen zu dem Thema.

«Ein Alliierter bedroht die territoriale Integrität und Souveränität eines anderen Alliierten» – so stelle sich die Grönland-Frage für viele Europäer dar, erklärte Sicherheitsexpertin Major. «Aus Sicht vieler Europäer haben de facto die USA Grönland das angedroht, was Russland mit der Ukraine macht – nämlich Souveränität und territoriale Integrität notfalls mit militärischen Mitteln infrage zu stellen.» Bei ganz vielen Europäern sei dadurch etwas gekippt: «Es entstand der Eindruck: Das soll unsere Lebensversicherung sein und sie wendet sich gegen uns.»

Bis Trump seine Besitzansprüche auf Grönland unverhohlen äusserte, haben viele Europäer laut der Expertin geglaubt, dass sie Trump mit Schmeicheleien in der Nato halten könnten. «Mit Grönland ist für viele Europäer der Eindruck entstanden, dass ein Halten der USA in der Nato um jeden Preis nicht bedeutet, dass auch die Nato überlebt.» Ein Um-jeden-Preis-in-der-Nato-Halten der USA könne die Nato auch von innen zerlegen, führte Major aus.

Was der Iran-Krieg verändert hat

Der Iran-Krieg wiederum schien ihrer Einschätzung nach zu zeigen, «dass die Grönlandkrise keine Ausnahme war, sondern die neue Normalität sein könnte». Er sei ohne Absprache mit Verbündeten entschieden worden – gleichzeitig habe Washington dann aber Unterstützung gefordert.

Trump und andere Vertreter seiner Regierung äusserten zuletzt immer wieder Unmut über die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung von Alliierten für den US-Krieg gegen den Iran.

Eine Lehre aus dem Iran-Krieg ist laut Expertin Major auch, dass die USA Verbündete notfalls hängen liessen, in diesem Fall Israel. «Für die europäischen Verbündeten stellt sich die Frage, wie lange sie sich auf die Unterstützung der USA verlassen können – natürlich ist die Nato ein anderes Bündnis, aber die Frage der langfristigen Verlässlichkeit stellt sich.»

Israel und die USA hatten den Krieg gegen den Iran Ende Februar gemeinsam begonnen – im Verlauf des Kriegs traten die unterschiedlichen Interessen der Verbündeten aber immer mehr zutage. Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für eine Fortsetzung der militärischen Offensive war, drängte Trump auch angesichts innenpolitischen Drucks auf ein Ende des in den USA unpopulären Kriegs.

Was die Häufung vermeintlicher Ausrutscher verändert hat

Sicherheitsexpertin Major zufolge waren die Europäer gewillt, viele Ereignisse als unglückliche Ausrutscher zu behandeln: etwa das Beschimpfen von Spanien für geringe Verteidigungsausgaben oder fehlende Kritik an Russland. «Aber dann kommt man zur Schlussfolgerung, dass sieben unglückliche Ausrutscher nacheinander vielleicht System haben.» (sda/dpa)

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Cannondale
06.07.2026 07:09registriert Juni 2026
Die USA verfolgen, wie jedes Land, ihre eigenen Interessen. Neu und völlig inakzeptabel ist jedoch, dass die USA, unter Trump, aktiv gegen die Interessen anderer Staaten, ja sogar von Verbündeten, agieren. Es wird sich höchste Zeit, sich dagegen zu wehren und klare, scharfe Kante zu zeigen.
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LuLuke
06.07.2026 07:06registriert Februar 2021
«Mit Grönland ist für viele Europäer der Eindruck entstanden ...." Die Ansprüche welche rump und seine Sippe stellen haben dazu geführt, dass ALLEN, ausser ein paar stiefelleckenden Politikern, klar wured dass DT nichts Gutes bedeutet.
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Eckhardt
06.07.2026 07:55registriert Juni 2024
Das Problem ist, dass Trump täglich allen vor Augen führt, dass für ihn keine Regeln & Abmachungen gelten, sondern nur was er selbst für richtig findet.
Er reizt alle Gesetze aus, hält sich nicht an die Gewaltentrennung & Constitution. Verträge haben nur solange für ihn Gültigkeit, wie sie ihm nützen. Dazu verhöhnt, bestraft, beschämt er andere Menschen, wenn sie nicht tun was er will. Die US-Bevölkerung hat einen Straftäter ohne Moral zum Präsidenten gewählt, der sich nicht mal die Mühe gibt, die Grösse dieses Amtes auszufüllen; aber sich nun mafiös an Macht & Reichtumsmöglichkeiten bedient.
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