Trumps Abschiebe-Airline: Startdatum steht fest
Donald Trumps Versprechen, die Vereinigten Staaten zurück in ein «goldenes Zeitalter» zu führen, richtet sich nicht an alle US-Bürger. Migranten, die nicht über offizielle Visaverfahren eingereist sind, will der Präsident aus dem Land entfernen lassen. Seiner Anhängerschaft versprach er, jährlich rund eine Million Menschen abzuschieben.
Um sein Vorhaben zu verwirklichen, hat die Trump-Regierung wiederholt Milliarden an Steuergeldern in die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE gepumpt, die die Abschiebungen teils mit martialischen Methoden vorantreibt. Doch um tatsächlich eine Million Abschiebungen pro Jahr zu erreichen, reichen die bestehenden Strukturen offenbar nicht aus. Daher scheinen sich nun die Pläne für eine eigene Abschiebe-Airline der Trump-Regierung zu konkretisieren. Die ersten Abschiebeflüge aus den USA mit der ICE-Airline sollen laut einem Dokument des Heimatschutzministeriums, über das das Fachportal «One Mile at a Time» berichtet, bereits im Juli 2027 starten.
Herzstück der Flotte sollen sechs Boeing 737 sowie zwei Luxusflugzeuge des Typs Gulfstream G650 sein, deren Kauf von der mittlerweile entlassenen Heimatschutzministerin Kristi Noem in Auftrag gegeben wurde. Trotz des Personalwechsels an der Spitze des Ministeriums treibt Noems Nachfolger Markwayne Mullin das Vorhaben weiter voran. Eine Änderung scheint es jedoch noch zu geben.
Im ersten Jahr schoben sie 400'000 Menschen ab
Bislang wurden die Abschiebeflüge aus den USA, mit denen im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit rund 400'000 Migranten ausser Landes gebracht wurden, an verschiedene US-Fluggesellschaften vergeben. Weil die Zahl der Abschiebungen noch einmal deutlich steigen soll, geht «One Mile at a Time» davon aus, dass die ICE-Flugzeuge zusätzlich zu den gecharterten Maschinen der Airlines eingesetzt werden sollen.
Ursprünglich war das Projekt so vorgestellt worden, dass die Regierung die gekauften Maschinen selbst betreiben wollte. Aus dem Dokument geht nun jedoch hervor, dass die operative Durchführung wohl doch ausgelagert werden soll. Damit kehrt die Regierung grundsätzlich zum bisherigen Modell zurück – mit dem Unterschied, dass sie nun selbst die Flugzeuge bereitstellt und lediglich Personal für deren Betrieb engagiert.
Die Maschinen wurden für insgesamt 140 Millionen US-Dollar von der Fluggesellschaft Avelo Air gekauft, die bereits zuvor Abschiebeflüge im Auftrag der Regierung durchgeführt hatte.
Nach Angaben des Heimatschutzministeriums soll dieses Vorgehen den US-Steuerzahlern 279 Millionen Dollar jährlich einsparen. Der «One Mile at a Time»-Analyst Ben Schlappig kommt dagegen zu dem Schluss, dass nicht ersichtlich sei, wie dadurch Kosten gesenkt werden könnten. Vielmehr befürchtet er, dass die stärkere Einbindung der Regierung zu Effizienzverlusten und damit zu höheren Betriebskosten führen könnte.
Schlappig argumentiert zudem, dass das Chartern von Flugzeugen für Abschiebungen langfristig die einzig logische Lösung sei. Schliesslich müsse davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Abschiebungen in Zukunft wieder sinken werde. In diesem Fall bliebe die Regierung auf acht Flugzeugen sitzen, für die sie 140 Millionen Dollar bezahlt habe, ohne noch eine sinnvolle Verwendung für sie zu haben.
Verwendete Quellen:
- onemileatatime.com: "ICE Air: US Government Moves Forward With Deportation "Airline" Concept, But The Details Are Odd" (Englisch)
- aerotelegraph.com: "US-Abschiebe-Airline ICE Air startet im Sommer 2027"

