JD Vance vergleicht Donald Trump mit Nixon: «Es gibt eine Parallele»
US-Vizepräsident JD Vance hat einen Vergleich zwischen Donald Trump und dem früheren Präsidenten Richard Nixon gezogen. Bei einer Veranstaltung in der Richard Nixon Presidential Library im kalifornischen Yorba Linda sagte Vance, die Watergate-Affäre würde in der heutigen Medienlandschaft kaum noch politische Folgen haben.
«Wenn Watergate morgen passieren würde, wäre das zwölf Stunden lang eine Story», sagte Vance. Die Vorstellung aber, dass ein solcher Skandal heute eine Präsidentschaft zu Fall bringen könne, sei «verrückt».
JD Vance: "I think Nixon's historical legacy is enjoying a bit of a renaissance, and deservedly so. I joked that if Watergate happened tomorrow, it would be like a 12 hours news story. The idea that it took down a presidency is crazy." pic.twitter.com/osy0V3QLyN
— Aaron Rupar (@atrupar) June 25, 2026
Watergate gilt als grösster politischer Skandal der US-Geschichte bis dato und führte 1974 zum Rücktritt Nixons – als bisher einziger US-Präsident. Auslöser der Affäre war der Einbruch in die Parteizentrale der Demokraten (im Watergate-Gebäude) durch Personen mit Verbindungen zu Nixons Wiederwahlkampagne.
Vance nutzt «Deep State»-Verschwörungserzählung
Vance zog zudem Parallelen zwischen Nixon und Trump. «Wenn man sich anschaut, wie der 'Deep State' Richard Nixon zu Fall gebracht hat, dann unterscheidet sich das nicht allzu sehr von dem, was dieselben Gruppen und Institutionen während der ersten Amtszeit Donald Trumps versucht haben. Es gibt eine Parallele», sagte der Republikaner. Mit «Deep State» bezeichnen Trump und seine Anhänger einen angeblichen «Staat im Staat», der politische Entscheidungen im Verborgenen steuere. Für die Existenz eines solchen Netzwerks gibt es keine Belege, Experten ordnen es als Verschwörungserzählung ein.
Historiker bewerten Watergate überwiegend als Beleg dafür, dass die demokratischen Kontrollmechanismen in den USA auch gegenüber einem amtierenden Präsidenten funktionieren. Trump und seine Verbündeten haben diese Sicht in den vergangenen Jahren wiederholt infrage gestellt. Trump selbst hatte erklärt, Nixon sei «vielleicht» schuldig gewesen.
Vance lobt Nixons Vermächtnis
Vance sprach sich dafür aus, Nixon stärker für dessen aussenpolitische Leistungen zu würdigen. Dessen Vermächtnis erlebe zu Recht eine «kleine Renaissance», sagte er mit Verweis auf die Annäherung an China und die Bemühungen um ein Ende des Vietnamkriegs. Nixon sei ein «politisches Genie».
Dabei zog Vance auch einen Vergleich zu seiner eigenen Laufbahn. «Junger Senator. Vizepräsident. Schreibt Bestseller. Wird von den Medien gehasst», sagte er. «Klingt irgendwie nach JD Vance.» Beobachter sehen den Vizepräsidenten als möglichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten für die Wahl 2028.

