8 Momente, die den ersten Tag der UNO-Generalversammlung prägten
Trump droht dem Iran erneut mit Vernichtung
Donald Trump sprach in seiner Rede lange über den Iran-Krieg. In seiner Grundsatzrede zu Beginn der jährlichen UNO-Generaldebatte in New York wiederholte der US-Präsident seine Drohung, den Iran auszulöschen.
Er habe dem iranischen Regime «Deal um Deal angeboten» und erst gehandelt, nachdem der Iran alle Vereinbarungen abgelehnt habe. Nun stehe er allein vor der Entscheidung: doch noch einmal ein Abkommen mit dem Regime in Teheran zu schliessen, oder aber er «vernichtet die Islamische Republik».
Dabei trafen sich Trumps Vermittler Jared Kushner und Steve Witkoff am Rande der Generalversammlung mit der Delegation des Iran, um erneut Gespräche zu führen. Es sei gut gelaufen, sagte Trump danach. Allerdings blieben die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Wochen und Monaten ohne konkrete Ergebnisse.
Trump schlägt neuen Namen für KI vor
Weiter sprach Trump in seiner Rede über das grosse Potenzial von künstlicher Intelligenz. In dem Zuge forderte er die Weltgemeinschaft auf, künftig den Begriff «Superintelligenz» zu nutzen.
Der US-Präsident hatte sich vor Kurzem darüber beschwert, wie negativ KI von vielen Menschen wahrgenommen werde. Daraufhin hatte er eine Online-Umfrage auf seiner Plattform Truth Social gestartet, woraufhin sich diese Bezeichnung durchsetzte. «Superintelligenz» sei «viel treffender» und bilde die Realität besser ab. «Mal sehen, ob sich das durchsetzt. Es klingt viel besser. Mal sehen, ob ich ausreichend Macht habe», so Trump.
Kuba-Delegation verlässt nach Trump-Attacke den Saal
Während seiner Ansprache vor der Generalversammlung griff Trump Kuba scharf an und bezeichnete das Land als einen «gescheiterten Staat». Daraufhin verliess die kubanische Delegation noch während seiner Rede den UN-Saal.
Cuban delegation stands up and WALKS OUT after Trump rips them during his UN speech: "The communist regime is under great pressure. It's an absolutely failed state. And it will fall. We will not allow a haven for foreign adversaries to threaten America on our own doorstep." pic.twitter.com/oxMs92NP9h
— TheBlaze (@theblaze) September 22, 2026
Trump setzte seine Rede fort und betonte: «Der Kommunismus wird niemals nach Amerika kommen, aber Freiheit wird nach Kuba kommen.»
Parmelin: «Berge können überwunden werden»
Bundespräsident Guy Parmelin hat die Staatsleute in seiner Rede an der Generalversammlung dazu aufgerufen, «zu zeigen, dass Zusammenarbeit möglich ist». Die Schweiz als Land der Berge und Täler habe gelernt, das zu überwinden, was trenne. «Eine natürliche Grenze kann auch zu einem Ort der Begegnung werden», sagte Parmelin. «Aus Erfahrung wissen wir, dass Dialog kein Zeichen von Schwäche ist.»
Zusammenarbeit zwinge keine Werte und auch kein einheitliches Modell auf. Nützlich sei sie dann, wenn sie Partnerschaften schaffe, den Wissensaustausch erleichtere und alle zum eigenständigen Handeln befähige. «Es geht nicht darum, etwas für andere zu tun, sondern gemeinsam zu handeln», sagte Parmelin.
Diese Erfahrung lasse sich auf die Welt übertragen, die sich an einem Wendepunkt befinde. Weiter sagte der Bundespräsident:
Er setzte sich für eine Rückkehr zum Multilateralismus ein. «Es geht darum, ob die zwischenstaatlichen Beziehungen weiterhin auf gemeinsamen Regeln basieren, oder ob sie immer stärker vom Einfluss und der Macht der einzelnen Staaten bestimmt sind», sagte Parmelin.
Macrons Rede sorgt in Israel für Ärger
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron kritisierte in seiner Rede die Lage im Westjordanland und sagte dabei, dass die Hamas dort «nie gewütet» habe. Das Büro von Israels Ministerpräsidenten nannte diese Aussage in einer Mitteilung «erschütternd». Mitglieder der Hamas hätten im Westjordanland viele israelische Zivilisten getötet.
Auch Netanjahus wichtigster Rivale, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, kritisierte Macrons Aussage, die nichts mit der Realität vor Ort zu tun habe. Die Hamas sei auch im Westjordanland aktiv. «Der Kampf gegen den Terror steht nicht zur Debatte», schrieb er auf der Plattform X. Israel werde internationale Heuchelei, die auf Kosten der Sicherheit der israelischen Bevölkerung gehe, nicht hinnehmen.
Der französische Präsident hatte in seiner Ansprache in New York kritisiert, dass im Westjordanland täglich Verstösse verübt würden. «In wessen Namen? Die Hamas hat im Westjordanland nie gewütet.» Die «Times of Israel» berichtete unter Berufung auf einen französischen Diplomaten, Macron habe sagen wollen, dass die Hamas im Westjordanland nicht regiere.
Andy Burnham lobt in seiner Antrittsrede die KI
Der britische Premierminister Andy Burnham sprach sich in seiner Antrittsrede für künstliche Intelligenz aus. Er lobte KI für ihr Potenzial, das Gesundheitswesen und das Bildungswesen zu verändern, sowie dafür, dass sie der Schlüssel zum Wirtschaftswachstum sei.
Gleichzeitig räumte er ein, dass die Sicherheitsbedenken rund um das Thema zunehmen würden. Er kündigte eine neue KI-Verteidigungspartnerschaft mit den USA an, «um unsere kritische nationale Infrastruktur zu schützen».
Grundlegende Entscheidungen über Technologien wie KI seien «zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen», sagte Burnham. Diese Entscheidungen müssten von gewählten Regierungen getroffen werden, «die im Dienste der arbeitenden Bevölkerung stehen, und wir müssen den Menschen die Unterstützung geben, die sie bei diesem Wandel benötigen».
Guterres' letzter Auftritt
Es war Antonio Guterres' letzter Auftritt als UN-Generalsekretär bei einer Generaldebatte in New York. In seiner Rede sagte er, die Menschheit stehe vor einer «beispiellosen Häufung von Bedrohungen».
Er sprach von Rissen in der Welt, die zu Schluchten geworden seien, von Kriegen und Krisen, von Klimawandel und künstlicher Intelligenz und davon, dass all diese Herausforderungen zusammenhängen würden. Am Ende stünden folgende Fragen: Wer hat die Macht? Und wem wird Macht vorenthalten?
Ohne Donald Trump namentlich zu nennen, betonte Guterres, dass insbesondere die Weltmächte die Grenzen ihrer eigenen Macht anerkennen müssten. Die Ereignisse der vergangenen Jahre hätten unmissverständlich gezeigt, dass weder militärische Stärke allein Frieden sichern, noch wirtschaftlicher Einfluss Stabilität oder technologische Dominanz Sicherheit garantieren könne.
Vielmehr komme es jetzt darauf an, hegemoniales Streben zu unterbinden. Nur so lasse sich eine tiefe weltpolitische Spaltung verhindern.
Finnischer Präsident mahnt Staatschefs
Der finnische Präsident Alexander Stubb beendete seine Rede vor der UNO mit der Aufforderung an die Staats- und Regierungschefs der Welt, auf ihre Umgangsformen zu achten.
«Leider mangelt es nicht an Beispielen dafür, dass Menschen abwertende Sprache verwenden, um andere oder ganze Personengruppen zu beschreiben», sagte er vor der Generalversammlung. «Allzu oft erhalten diejenigen mit der provokantesten Rhetorik die grösste Aufmerksamkeit. Provokation wird mit Aufmerksamkeit belohnt. Masslosigkeit wird fälschlicherweise als Mut interpretiert, und Übertreibung als Wahrheit.»
Die Lösung bestehe laut Stubb darin, «Polarisierung zu vermeiden, Vertrauen zu stärken und anderen zuzuhören». Es brauche eine «würdevolle Aussenpolitik», die bei den Vereinten Nationen beginne.
