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Alien-Präsentation in Mexikos Kongress: Alles zu den kleinen Mumien

August 1, 2020, Roswell, NM, USA: Roswell UFO Spacewalk in Roswell, New Mexico. August 1, 2020. The attraction space was created by artist, Bryan Ward, and filled with his own trippy walk-thru black l ...
So oder so ähnlich werden Aliens oft dargestellt, die Mumien auch.Bild: imago images

So skurril war die Alien-Show vor dem mexikanischen Kongress

Im mexikanischen Kongress haben sich vorgestern, am 12. September, seltsame Szenen abgespielt. Forschende, darunter ein Harvard-Professor, präsentierten in Mexiko zwei gedrungene Körper, die als Alien-Mumien vorgestellt wurden.
14.09.2023, 21:3015.09.2023, 00:30
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Am 12. September lud der mexikanische Kongress zu einer öffentlichen Audienz in seinen Pressesaal. Über einen Zeitraum von mehr als drei Stunden wurde dabei der aktuelle Forschungsstand einer Gruppe Pseudo- sowie echter Wissenschaftler präsentiert. Geleitet wurde die Präsentation vom selbsternannten Ufologen Jaime Maussan Flota.

Den Höhepunkt erreichte die Vorstellung ohne Zweifel, als nach knapp zweieinhalb Stunden Holzkisten mit angeblich mumifizierten Leichen von Ausserirdischen präsentiert wurden. Die Leichen seien laut Jaime Maussan in einer Kieselalgenmine im peruanischen Nazca entdeckt worden. Die Kieselalgenmine sei auch für die Versteinerung beziehungsweise Mumifizierung der Körper verantwortlich.

Das Video der gesamten Präsentation:

Die Leichen seien laut Maussan ungefähr 1000 Jahre alt. Die analysierte DNA sei zudem zu 30 Prozent unbekannt. Auf Röntgenbildern liessen sich darüber hinaus drei Eier sowie ein Osmium-Implantat erkennen. Aufgrund dieser Beweise sagte Maussan unter Eid aus, dass die Exemplare nicht Teil der irdischen Evolution seien.

Die «Forschergruppe»

Jaime Maussan ist ein mexikanischer Journalist und Fernsehmoderator, der sich auf UFO- und Alien-Themen spezialisiert hat. Seit den 1970ern hat er über zahlreiche UFO-Sichtungen und ungewöhnliche Phänomene berichtet und hat durch seine umstrittenen Behauptungen und Präsentationen zu diesem Thema nationale Bekanntheit erlangt. Trotz seiner Prominenz wird Maussans Arbeit von vielen Skeptikern kritisch betrachtet.

Bereits 2018 war Maussan an einer angeblichen Enthüllung mehrerer Alien-Leichen aus der Nazca-Wüste in Peru beteiligt. Die Körper stellten sich dann aber als gefälscht heraus. Auch 2015 war Maussan an einem angeblichen Alien-Leichen-Fund beteiligt. Damals stammten die Überreste von einem zweijährigen Knaben aus dem 19. Jahrhundert. Eine solch ausführliche Vorstellung vor dem mexikanischen Kongress wurde aber das erste Mal durchgeführt.

Eine weitere beteiligte Persönlichkeit ist Abraham Avi Loeb, ein Harvard-Professor, der 2018 Berühmtheit erlangte. Damals schwirrte ein uns unbekanntes längliches Flugobjekt, genannt «Oumuamua», an der Erde vorbei. Avi Loeb stellte daraufhin die Hypothese auf, dass es sich um ein ausserirdisches Raumschiff handle. Die Hypothese stellte sich als falsch heraus. Astronomen gehen inzwischen jedoch davon aus, dass es sich um ein natürliches, interstellares, nicht aus unserem Sonnensystem stammendes Objekt handelt.

Ebenfalls einen Auftritt hatte Ryan Graves. Der ehemalige Militärpilot der US-Navy erlangte Bekanntheit, als er im Juli dieses Jahres vor dem US-Kongress über seine persönlichen Erfahrungen mit sogenannten UAPs sprach. UAPs bezeichnen im Grundsatz dasselbe wie UFOs, gehen aber nicht von einem «unidentified flying object», unidentifizierten Flugobjekt, sondern von einem «unidentified aerial phenomena», einem unidentifizierten Luftphänomen, aus.

Das sagt die Wissenschaft

Die in der Vorstellung erwähnten Untersuchungen wurden durch die Autonome Universität Mexiko durchgeführt. Diese sah sich nach dem Empfang dazu gezwungen, eine Stellungnahme zur Situation zu veröffentlichen.

In der Pressemitteilung erklärte die Universität, dass die Körper nie untersucht wurden. Die Universität habe nur eine Karbondatierung eines Hautfetzens, eines Kunden durchgeführt. Die Universität distanzierte sich zudem von jeglichen daraus resultierenden Schlussfolgerungen, da sie weder daran beteiligt waren noch konkrete wissenschaftliche Beweise präsentiert wurden.

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Antígona Segura, ein mexikanischer Astrobiologe, der an einem Programm der NASA beteiligt ist, das nach ausserirdischem Leben sucht. Segura bezeichnete die gesamte Audienz als äusserst peinlich. Er erklärte, dass Maussans Behauptungen jeglicher wissenschaftlicher Fundierung entbehren.

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Berüchtigter Ufologe präsentiert «echte Aliens» vor dem mexikanischen Kongress
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70 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Menel
14.09.2023 22:45registriert Februar 2015
Ich finde die Vorstellung von kniehohen Aliens irgendwie putzig 🤭
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drjayvargas
14.09.2023 23:23registriert Januar 2016
Mal abgesehen davon, dass diese Dinger mindestens seit 2017 (glaub ich) als Fälschungen aus Tierknochen bewiesen wurden, schon geil der Aufwand.
Was soll das bringen, ausser die Leute von den echten Problemen abzulenken?
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olaus
14.09.2023 22:48registriert August 2018
Hier noch kurz, warum das enorm unwahrscheinlich ist: Sternevolution wie auch biologische Evolution erstrecken sich über unvorstellbar lange Zeiträume. Wenn Aliens auf die Erde treffen, dann können sie auch gut mal 1-2 Milliarden Jahre vor oder nach uns hier eintreffen. Dass sie genau zur Zeit der Menschheitsgeschichte hier ankommen, ist fast komplett ausgeschlossen.
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