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Engpässe bei Lieferung von Sonnenblumenöl – wegen des Ukraine-Kriegs

In Deutschland wird wieder gehamstert – diesmal aber kein Klopapier

Der Krieg in der Ukraine lässt nicht nur die Preise für Öl und Gas und die Nachfrage nach Jodtabletten ansteigen. Er sorgt auch für einen Ansturm auf ein Speiseöl, dessen Zweck und Beliebtheit ziemlich umstritten ist – das Sonnenblumenöl.
15.03.2022, 15:2315.03.2022, 21:56

Es wird wieder gehamstert. Zu Beginn der Pandemie war es das Klopapier, nun sorgt der Krieg in der Ukraine für einen Ansturm aufs Sonnenblumenöl – zumindest in Deutschland.

Die Ukraine ist für unsere Nachbarn der wichtigste Lieferant des Speiseöls. Deutschland importiert 94 Prozent seines Bedarfs an Sonnenblumenöl über die Ukraine.

Aber nicht nur Deutschland deckt sich mit dem Sonnenblumenöl aus der Ukraine ein. Weltweit ist die Ukraine nach Angaben des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) mit 51 Prozent (Russland mit 27 Prozent) der wichtigste Exporteur von Sonnenblumenöl.

Auch hierzulande wird das laut Bundesamt für Statistik (BFS) am häufigsten konsumierte Speiseöl grösstenteils importiert. Der Inlandanbau von Sonnenblumen und somit auch die Produktion des Pflanzenöls ist in der Schweiz gering. Was die Schweiz jedoch von Deutschland unterscheidet, ist die Abhängigkeit. Das hierzulande importierte Sonnenblumenöl stammt nicht ausschliesslich aus der Ukraine.

Sonnenblumenöl teilweise ausverkauft

Was in vielen Küchen zu finden ist, kann Berichten zufolge in einigen deutschen Bundesländern aktuell nicht mehr aufgestockt werden. Das Sonnenblumenöl sei in vielen Supermärkten bereits ausverkauft. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat die Bevölkerung nun dazu aufgefordert, bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl keine Hamsterkäufe zu tätigen.

Ovid geht davon aus, dass die Vorräte in ganz Deutschland nur noch für wenige Wochen ausreichen. Nachschub aus der Ukraine würde es keinen mehr geben. Man könne aber auf andere Speiseöle wie Rapsöl oder Olivenöl ausweichen, da werde es keine Lieferengpässe geben, sagt Ovid-Geschäftsführer Gerhard Brankatschk der Nachrichtenagentur dpa.

Keine Hamsterkäufe in der Schweiz

Anders in der Schweiz. Gemäss Anfrage von watson könne der Coop derzeit keinen Anstieg der Nachfrage des Öls feststellen, auch bei Lidl Schweiz kam es bislang noch zu keinen Hamsterkäufen.

Hamsterkäufe stellt auch der Schweizer Discounter Aldi Suisse nicht fest, jedoch spüre man eine leicht erhöhte Nachfrage nach Öl sowie nach Produkten des täglichen Bedarfs wie Pasta oder Mehl. Beunruhigend sei dies allerdings nicht, die Versorgung der Schweiz mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs sei gewährleistet.

«Das Sonnenblumenöl findet sich in unzähligen Produkten und lässt sich bei der Herstellung nicht einfach durch andere Öle ersetzen.»
Migros

Die Migros teilt auf Anfrage mit, dass man derzeit noch nicht abschätzen kann, wie stark man von Lieferengpässen betroffen sei. Die Warenflüsse seien aktuell aber nicht sonderlich erhöht. Sollte es zu Engpässen kommen, könnte dies auch einen Einfluss auf die Produktionsbetriebe haben.

Das Sonnenblumenöl findet sich in unzähligen Produkten wie etwa in Chips, Farmer-Riegel oder im Müesli und lasse sich bei der Herstellung nicht einfach durch andere Öle ersetzen. Man arbeite derzeit daran, sich einen Überblick zu verschafften und mögliche Alternativen zu prüfen.

Spott über Hamsterkäufe auf Twitter

Für die Twitter-Gemeinde sind die Hamsterkäufe nicht nur im Zusammenhang mit den hohen Benzinpreisen ein gefundenes Fressen. Viele erinnern sich auch zurück an die WC-Papier-«Krise» oder wittern das grosse Geschäft. Und dann gibt's da noch eine ganz zentrale Frage.

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Frühwarnungen und Starlink: Selenskyj und US-Regierung widersprechen sich erneut
Einmal mehr widersprechen sich die Ukraine und die USA. Während Wolodymyr Selenskyj beklagt, dass es keine Frühwarnungen der westlichen Partner für russische Angriffe gab, kontert US-Aussenminister Marco Rubio, dass es nie eine Unterbrechung gegeben habe.
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