Leben
Astronomie

Halbes Gramm Weltall-Staub sorgt für eine wissenschaftliche Überraschung

Rätsel um die Entstehung von Asteroid Bennu gelöst
Das Rätsel um die Entstehung von Asteroid Bennu wurde gelöst.Bild: Nasa/Goddard/University of Arizona

Ein halbes Gramm Staub aus dem Weltall sorgt für eine wissenschaftliche Überraschung

Forschende der ETH Zürich haben entschlüsselt, wie der Asteroid Bennu entstanden ist.
24.09.2026, 13:5224.09.2026, 13:52

Im Jahr 2023 brachte eine Nasa-Sonde 120 Gramm Gesteinsmaterial vom Asteroiden Bennu zur Erde. Ein halbes Gramm davon landete im Labor von ETH-Professorin Maria Schönbächler. Die Analyse dieses Asteroidenmaterials liefert nun neue Erkenntnisse über die Frühzeit unseres Sonnensystems, wie die ETH Zürich mitteilte.

Bislang gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon aus, dass Bennu spät und weit draussen am eisigen Rande unseres Sonnensystems entstanden ist – dort, wo auch Kometen ihre Heimat haben. Die chemischen Fingerabdrücke von Eisen, Titan und Chrom im Bennu-Staub zeigen nun jedoch ein anderes Bild.

Wie das Forschungsteam im Fachmagazin «Science Advances» berichtet, bildete sich der Himmelskörper wohl vor rund 4,5 Milliarden Jahren in einer Übergangszone nahe der sogenannten Wasser-Eis-Grenze – und nicht, wie bisher angenommen, in den äusseren Regionen des Sonnensystems.

Jupiter als Filter

Die ETH-Forschenden vermuten, dass Jupiter bei dieser Entstehung eine wichtige Rolle spielte. Der Gasriese entstand demnach sehr früh und blockierte grobes Material, während feiner Staub aus verschiedenen Bereichen der jungen Sonnenscheibe in der Übergangszone um Jupiter herumströmte. Dort vermischte er sich und bildete später unter anderem die Vorläufer von Bennu.

Die Ergebnisse könnten helfen, die Entstehung des Sonnensystems und der Planeten besser zu verstehen. Bennu ist reich an Wasser und organischem Material und könnte deshalb auch Hinweise darauf liefern, wie die junge Erde an wichtige Bausteine des Lebens gelangte. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Eismonde in unserem Sonnensystem
1 / 17
Eismonde in unserem Sonnensystem
Der Jupitermond Europa ist mit einem Durchmesser von 3121 km der sechstgrösste im Sonnensystem. Europa ist der Prototyp eines Eismondes. Obwohl die Temperatur auf der Oberfläche von Europa maximal -150 °C erreicht, befindet sich unter der mehrere Kilometer mächtigen Wassereishülle vermutlich ein etwa 100 km tiefer Ozean aus flüssigem Wasser. (bild: wikimedia) ... Mehr lesen
quelle: nasa
Auf Facebook teilenAuf X teilen
NASA entdeckt neuen Asteroiden mit Kurs auf die Erde
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die neue SRF-Serie «Blind»: Süffiges, schauriges, schnelles Binge-Futter
Endlich gibt's wieder Swiss Noir! Die Serie nach dem Bestseller von Christine Brand ist fast perfekt. Der Start ist am 27. September. Auf SRF und am ZFF.
Als «Blind» 2019 erschien, da traf ich Christine Brand zufälligerweise in Leipzig an der Buchmesse. Ich war ein kleiner Nischenfisch unter den anwesenden Schweizerinnen und Schweizern, Christine Brand dagegen war das ganz grosse Ding. Die Krimiautorin, mit deren Buchcover ganze Gänge auf der Messe tapeziert waren. Die gebürtige Emmentalerin, die schon seit einigen Jahren in einem kleinen Emmentaler Verlag Bücher publizierte, aber sich jetzt einen Vertrag beim deutschen Unterhaltungsriesen Blanvalet ergattert hatte, der Giganten wie Elizabeth George, Karin Slaughter oder George R.R. Martin übersetzte. Doch sie alle zählten an jenen Tagen in Leipzig nicht, «Blind» war der Spitzentitel von Blanvalet.
Zur Story