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64 Lichtjahre entfernt: Forscher empfangen Radiosignal von Exoplaneten

Künstlerische Darstellung von Beta Pictoris b: Der Planet ist ein massereicher Gasriese.
Künstlerische Darstellung von Beta Pictoris b: Der Planet ist ein massereicher Gasriese.Bild: ESO / L. Calçada

64 Lichtjahre entfernt: Forscher empfangen Radiosignal von Exoplaneten

Ein Team von Wissenschaftlern hat erstmals Radiosignale direkt von einem Exoplaneten nachgewiesen. Die Ergebnisse könnten bei der Erforschung von fremden Himmelskörpern wegweisend sein.
24.09.2026, 13:4224.09.2026, 13:42
Steve Haak / t-online
Ein Artikel von
t-online

Radiosignale können Astronomen Informationen über das Magnetfeld eines Planeten liefern. Beim 64 Lichtjahre entfernten Gasplaneten Beta Pictoris b ist es Forschern nun erstmals gelungen, ein solches Signal eindeutig dem Planeten zuzuordnen.

Die Ergebnisse des Teams um Kevin Ortiz Ceballos vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts, wurden in einem Fachaufsatz auf der Wissenschaftsplattform arXiv veröffentlicht.

Quasare dienten als Bezugspunkte

Demnach entdeckten die Forscher schwache, wiederkehrende Radiosignale aus dem Beta-Pictoris-System. Zunächst war jedoch unklar, ob sie von dem dort beheimateten Stern oder von einem der ihn umkreisenden Planeten stammten.

Um die Quelle der Signale zu bestimmen, verglichen die Astronomen die Radiobilder mit den Positionen weit entfernter Quasare. Diese dienten den Wissenschaftlern dank ihrer extremen Entfernung und Helligkeit als feste Bezugspunkte.

Was sind Quasare?
Quasare sind extrem leuchtkräftige Zentren von Galaxien. Sie entstehen, wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie grosse Mengen Materie aus seiner Umgebung verschlingt. Dabei bildet sich eine heisse Scheibe aus Gas und Staub, die enorme Mengen an Strahlung aussendet. Quasare gehören zu den hellsten Objekten im Universum. Manche von ihnen leuchten heller als ihre gesamte Heimatgalaxie und sind noch über Entfernungen von Milliarden Lichtjahren hinweg sichtbar.

Starkes Magnetfeld und neue Einblicke

Nach Angaben der Forscher entstehen die Signale durch Polarlichter, die vom Magnetfeld des Planeten erzeugt werden. Aus den Messungen schliessen sie, dass Beta Pictoris b ein deutlich stärkeres Magnetfeld besitzt als Jupiter.

Damit konnten die Forscher erstmals die Stärke des Magnetfelds eines Exoplaneten direkt bestimmen. Das Ergebnis stimmt mit theoretischen Vorhersagen für junge, massereiche Gasplaneten überein.

Die Beobachtung zeigt nach Einschätzung des Teams, dass sich Magnetfelder von Exoplaneten direkt untersuchen lassen. Das könnte neue Möglichkeiten eröffnen, die Eigenschaften ferner Welten zu erforschen. Mit empfindlicheren Radioteleskopen liessen sich auf diese Weise künftig weitere Exoplaneten beobachten.

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