64 Lichtjahre entfernt: Forscher empfangen Radiosignal von Exoplaneten
Radiosignale können Astronomen Informationen über das Magnetfeld eines Planeten liefern. Beim 64 Lichtjahre entfernten Gasplaneten Beta Pictoris b ist es Forschern nun erstmals gelungen, ein solches Signal eindeutig dem Planeten zuzuordnen.
Die Ergebnisse des Teams um Kevin Ortiz Ceballos vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts, wurden in einem Fachaufsatz auf der Wissenschaftsplattform arXiv veröffentlicht.
Quasare dienten als Bezugspunkte
Demnach entdeckten die Forscher schwache, wiederkehrende Radiosignale aus dem Beta-Pictoris-System. Zunächst war jedoch unklar, ob sie von dem dort beheimateten Stern oder von einem der ihn umkreisenden Planeten stammten.
Um die Quelle der Signale zu bestimmen, verglichen die Astronomen die Radiobilder mit den Positionen weit entfernter Quasare. Diese dienten den Wissenschaftlern dank ihrer extremen Entfernung und Helligkeit als feste Bezugspunkte.
Starkes Magnetfeld und neue Einblicke
Nach Angaben der Forscher entstehen die Signale durch Polarlichter, die vom Magnetfeld des Planeten erzeugt werden. Aus den Messungen schliessen sie, dass Beta Pictoris b ein deutlich stärkeres Magnetfeld besitzt als Jupiter.
Damit konnten die Forscher erstmals die Stärke des Magnetfelds eines Exoplaneten direkt bestimmen. Das Ergebnis stimmt mit theoretischen Vorhersagen für junge, massereiche Gasplaneten überein.
Die Beobachtung zeigt nach Einschätzung des Teams, dass sich Magnetfelder von Exoplaneten direkt untersuchen lassen. Das könnte neue Möglichkeiten eröffnen, die Eigenschaften ferner Welten zu erforschen. Mit empfindlicheren Radioteleskopen liessen sich auf diese Weise künftig weitere Exoplaneten beobachten.
Verwendete Quellen:
- arxiv.org: "Discovery of radio emission from the exoplanet β Pictoris b" (Englisch)
- mpg.de: "Junger Riesen-Gasplanet Beta Pic b verweigert Einblicke in seinen Ursprung"
- Astronomen finden vielversprechende Hinweise auf ausserirdisches Leben
- Extremes Klima auf Exoplaneten spricht für fehlende Atmosphäre
- Webb-Teleskop entdeckt Exoplaneten mit spezieller Form
- Erste Aufnahme eines jungen Planeten veröffentlicht
- «Verhältnismässig nahe»: Schweizer Forschende entdecken besonderen Exoplaneten

