Buckelwal Timmy kommt auf die Theaterbühne
«Timmy – Die Hope stirbt zuletzt»: Unter diesem Titel wird am Samstag im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg ein Theaterstück aufgeführt, das die Geschichte von Buckelwal Timmy erzählt – und das ganze Aufsehen, das seine letzten Tage begleitete.
Hinter dem Stück steht Regisseur Alexander Klessinger. Er verfolgte das Drama um Timmy mit, während es immer abstruser wurde. «Da wusste ich: Jetzt wird das Theater», sagt er zur «Bild».
Klessinger erlebte, wie der Buckelwal zur Projektionsfläche für Hoffnungen, Ängste und politische Botschaften der Menschen geworden sei. Dass gleichzeitig Massen an Tieren fern solcher Proteste industriell getötet würden, sei ein Widerspruch. Und dieser soll im Stück im Zentrum stehen.
Konkret soll laut «Bild» eine Messe inszeniert werden, Timmy soll eine Art Heiligen darstellen, «als wäre er gekommen, um uns wieder zu versöhnen und etwas über uns selbst zu erzählen». Auf der Bühne soll ein Altar stehen, das Stück erzählt die ganze chronologische Geschichte vom Auftauchen bis zum misslungenen Rettungsversuch.
Und natürlich soll auch Timmy zu Wort kommen – in Form eines aufblasbaren, zwei Meter grossen Wals, der singt und die Geschehnisse kommentiert.
Das Stück soll die Ereignisse kritisch betrachten. In der Beschreibung des Theaters heisst es: «Zwischen Weihrauch, KI-Pop, dokumentarischen O-Tönen und religiösen Ritualen erzählt der Abend die Geschichte des Buckelwals Timmy als moderne Passionsgeschichte und hinterfragt dabei unsere Sehnsucht nach Bedeutung in einer überreizten Gegenwart.»
Auch Kesslinger erkannte die Dynamik hinter dem Drama: «Ich hatte das Gefühl, dass es irgendwann gar nicht mehr um den Wal ging. Timmy wurde zu einer Art Spiegel für die Dynamik von Medien, Politik, Emotionen und Aufmerksamkeit, die sich alle in diesem einen Wal konzentrierten», sagt er zur «Bild».
Nach dem Stück findet eine Podiumsdiskussion statt, an der auch Tierärztin Kirsten Tönnies teilnimmt. Sie hatte Timmy auf seiner letzten Reise begleitet und immer wieder für Diskussionen gesorgt.
Damit aber noch nicht genug: Zum krönenden Abschluss gibt die Berliner Band Tulpe ein Live-Konzert. Mit dem Song «Sprengt den Wal» landete sie auf Platz 1 der deutschen Spotify-Charts.
(vro)
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