International
Leben

Schiffsreisender weckt Eisbären mit Nebelhorn: Strafe

Einsamer Eisbär Ursus maritimus bei der Jagd auf dem Packeis, wobei er den Geruch seiner Beute im Arktischen Ozean entlang der Küste von Spitzbergen, Norwegen, aufnimmt, Europa Lone polar bear Ursus m ...
Ein Eisbär auf dem Packeis entlang der Küste von Spitzbergen. Bild: imago images

Eisbären geweckt: Schiffsreisender muss Strafe zahlen

In Norwegen ist ein Reisender mit einer Strafe belegt worden, weil er das Nebelhorn betätigt hat – und damit ein Tier störte.
16.08.2026, 13:2916.08.2026, 13:29
Thomas Wanhoff / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein ungewöhnlicher Vorfall auf dem norwegischen Archipel Spitzbergen hat ein juristisches Nachspiel: Ein Tourist wurde mit einem Bussgeld von 50'000 norwegischen Kronen – umgerechnet rund 4'305 Franken – belegt, weil er mit dem Nebelhorn eines Schiffes einen schlafenden Eisbären geweckt hatte. Das bestätigte der Gouverneur des Territoriums am Donnerstag.

Der Vorfall ereignete sich Anfang August, als ein Schiff durch einen Fjord im Nordwesten Spitzbergens fuhr. Gouverneur Lars Fause erklärte laut BBC in einer Stellungnahme, die Besatzung habe beim Vorbeifahren einen am Ufer schlafenden Eisbären entdeckt. «Eine Person an Bord betätigte daraufhin das Schiffsnebelhorn, weckte das Tier, das sich daraufhin an einen anderen Ort begab.»

Gesetz schützt Eisbären vor Störungen

Grundlage für die Strafe ist das Naturschutzrecht des Archipels: Auf Spitzbergen ist es ausdrücklich verboten, Eisbären «unnötig zu stören, anzulocken oder zu verfolgen». Der Eisbär steht dort seit 1972 unter Schutz. Das Svalbard-Umweltgesetz schreibt zudem vor, dass jeglicher Verkehr im Archipel so zu erfolgen hat, dass die heimische Tierwelt – darunter Eisbären, Robben, Wale, Rentiere und Polarfüchse – nicht unnötig beeinträchtigt wird. Bei der letzten wissenschaftlichen Zählung im Jahr 2015 wurden auf dem Archipel rund 250 Eisbären erfasst.

Es ist nicht das erste Mal, dass Besucher Spitzbergens für die Störung von Wildtieren zur Kasse gebeten werden. Im Jahr 2024 wurde ein Tourist mit 11'500 Kronen – etwa 990 Franken – bestraft, weil er einem Walross zu nahe gekommen war.

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Bilder, die es so vermutlich nur in Skandinavien gibt
1 / 28
Bilder, die es so vermutlich nur in Skandinavien gibt
Solche «Strassenverhältnisse» sind wir bei uns nicht gewohnt.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Eisbären im Zoo Prag kriegen Abkühlung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Vegelbud
16.08.2026 14:12registriert Juli 2025
Richtig so! Norwegen macht echt Gut Werbung für selbst!
534
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bärner728
16.08.2026 14:46registriert Juni 2020
Sehr gut! Es wäre schön, wären andere Länder auch so konsequent.
441
Melden
Zum Kommentar
avatar
slnstrm
16.08.2026 13:35registriert August 2023
Es empfiehlt sich ganz allgemein nicht, Eisbären zu wecken. 😄
443
Melden
Zum Kommentar
21
«Schlimmer als KI» – dieser Animationsfilm wird in China zum Kassenschlager
Der Film «Niu Lai» ist so schlecht, dass er zum Kassenschlager geworden ist. Zu diesem Urteil kommen zumindest Social-Media-Nutzer. «Wenn du ihn anschaust, wirst du es vielleicht 80 Minuten lang bereuen, aber wenn du ihn nicht anschaust, wirst du es dein Leben lang bereuen», fasst es ein User gemäss BBC zusammen.
Zur Story