«Ich bin ein Killer» – Schwere Vorwürfe gegen Dolly Partons Neffen
Vor fast genau einem Monat starb die Country-Legende Dolly Parton. Ihren Tod verkündete ihr Neffe Bryan Seaver auf ihrem Instagram-Kanal ganz unüblich in einem Video. Dies war von seiner Tante so gewünscht.
Nun gibt es gegen ihn schwere Gewaltvorwürfe. Partons Nachlassverwalter werfen Seaver Gewaltdrohungen vor, sowie die Ankündigung, das Geschäftsimperium und das Vermächtnis von Dolly Parton zu zerstören.
Dies lässt sich aus den am Dienstag eingereichten Gerichtsdokumenten in Nashville herauslesen, schreibt der Spiegel. Die Nachlassverwaltung habe zudem beim Gericht beantragt, Seaver vom Personal und den Geschäften der Organisation fernzuhalten.
Grund für das alles soll der Versuch einer Gelderpressung sein. Es geht um den Vergnügungspark «Dollywood», das Hotel Songteller und um ein Museum, das noch in diesem Monat seine Tore öffnen soll.
Schwere Vorwürfe
Bislang sollte ein Teil von Partons Erbe an ihren Neffen gehen. Dieser hat zuvor mit seiner Firma Squadron Augmented Protection Services für Partons Personenschutz gesorgt. Die Firma soll aber «kein herkömmlicher Sicherheitsdienst für Büros sein, sondern eine schwer bewaffnete, paramilitärisch geprägte Truppe», die über Militärwaffen verfüge und Dutzende von Mitarbeitern beschäftige, heisst es in der Klageschrift.
Verwaltet wird der Nachlass von der bereits zu Partons Lebzeiten gegründeten Firma She's Alive. Geleitet wird diese von Partons Ex-Manager Danny Nozell. Dieser wirft im Namen von She's Alive Seaver vor, in den vergangenen Wochen zunehmend bedrohliche Nachrichten verschickt zu haben. Beschrieben wird das Ganze als «terrorisierendes Verhalten», was eine weitere Beschäftigung «unhaltbar» gemacht habe, wie es in dem Schreiben heisst, das dem US-Portal «TMZ» vorliegt.
Den Gerichtsunterlagen ist neben den Drohnachrichten zu entnehmen, dass Seaver sich nach seinem Instagram-Video über seine neue Berühmtheit gefreut habe. Er soll sich zudem als «internationalen Waffenhändler» bezeichnet haben. Er habe am Todestag Waffen und Munition im Wert von 27 Millionen Dollar an die haitianische Polizei verkauft. Gemäss der Klageschrift soll Seaver zudem behauptet haben, während des Irakkriegs als Söldner gearbeitet zu haben. Er nannte sich gar einen «Killer».
Drohung und Erpressung
In einer Nachricht, datiert am 1. September, kündigte Partons Neffe an, einen Podcast zu starten, mit dem Ziel, «Dollys Markenpartnerschaften zu ruinieren und Verstösse aufzudecken, die diese Leute gegen uns begangen haben.» Danach heisst es: «Das wird grossartig, oder ihr bezahlt mich, verdammt noch mal.» Laut der «New York Times» nannte sich Seaver «Die Hand der Vergeltung» für seine gesamte Familie.
Nach den Drohungen hätten einige Angestellte gekündigt und ein Sicherheitsschutz für die Verbliebenen wurde engagiert. Die beantragte einstweilige Verfügung soll Seaver nun an Kontaktversuchen sowie der Vereitelung von Geschäftsbeziehungen hindern.
Das sagt Dolly Partons Neffe
Auf Anfrage der «TMZ» bestätigte Bryan Seaver, dass er «ein Sicherheitsexperte und ein Killer» sei. Einige in der Klageschrift zitierte Aussagen seien jedoch keine Drohungen gewesen und aus dem Zusammenhang gerissen worden, meint er. Partons Ex-Manager Danny Nozell halte er für einen Freund. Vieles des Gesagten sei auf eine «wütende Unterhaltung zweier Männer, die dabei gemeinsam am Telefon trauern und weinen», zurückzuführen.
Dolly Parton war im August im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben. Sie gehörte seit den 1970er-Jahren zu den erfolgreichsten Country-Stars und verbuchte 25 Nummer-eins-Hits. Dolly Parton hatte keine Kinder und somit keine direkten Erben. Auch ihr Ehemann Carl Dean starb vergangenes Jahr. Wie ihr Testament genau aussieht, ist unklar.
(kek)
