Camouflage gibt ein Comeback – das steckt dahinter
Ob Bomberjacke, Trenchcoat oder Springerstiefel: Aus der Welt des Militärs war schon manch ikonisches Fashion-Piece geboren. Nun ist auch noch das Camouflage-Muster zurück. Auf den Strassen ist es schon länger zu beobachten. Aber auch für 2027 ist Camouflage Trend, schreibt «Fashion United».
Getragen haben das Muster in den 90ern und 2000ern unter anderem Girlgroups wie All Saints und Destiny's Child. Heute sind Influencer wie Alexa Chung oder Iris Law Fan des Camo-Musters. Und auch Brad Pitt trug einen Allover-Tarnfarben-Look bei der Premiere vom Film «Heart of the Beast».
Dass das Muster immer beliebter wird, zeigen auch die Suchanfragen für die Wiederverkaufs-App Depop. Diese sind seit April um 108 Prozent gestiegen. Auf den Zug aufgesprungen sind Marken wie Zara oder Adidas.
Anfänge im Militär
Erstmals genutzt wurde Camouflage im Ersten Weltkrieg. Zur Zeit des Vietnamkrieges in den 1960er Jahren wurde das Tarnmuster auch als Statement getragen – von denjenigen in den USA, die gegen den Krieg protestierten. In den 80er Jahren wechselte das Muster zur High Fashion, nachdem Andy Warhols Tarnbilder 1987 in einer Kollektion von Stephen Sprouse verwendet wurden, schreibt der «Guardian».
Ursprünglich wurde Camouflage entworfen, um Truppen mit ihrer Umgebung verschmelzen zu lassen. Die gedeckten Grün-, Braun-, Khaki- und Grautöne lassen sich aber auch mit neutralen Farben kombinieren. Und sogar Animal-Print oder Blumenmuster können neben Denim oder Leder dazu getragen werden. Oder man macht es wie in der Jahrtausendwende und trägt dazu Glitzertops, Kettengürtel und grosse Creolen oder wählt gleich eine Variante in Pink.
Designs für 2027
Das Comeback des Tarnmusters passt zum derzeitigen Hype um Y2K und reiht sich nach dem Zickzackhaarreifen oder den Hüfthosen in die Reihe der 2000er-Comebacks ein.
Dass Camouflage in der Mode immer wieder zurückkommt, ist auch auf den Umstand zurückzuführen, sich gleichzeitig tarnen und identifizieren zu können. Das Muster wird zudem eher ausserhalb des militärischen Kontexts in Zeiten politischer Instabilität getragen, erklärt Sarah Scaturro, Chefkuratorin am Cleveland Museum of Art, dem «Guardian».
Dafür spricht auch, dass Demonstrierende während des Vietnamkriegs, wie schon erwähnt, Tarnkleidung trugen und der Camo-Trend Anfang der 2000er-Jahre erneut aufkam – in einer Zeit, die vom Unbehagen über die umstrittene Wahl von George W. Bush geprägt war. Dem ursprünglichen Symbol für das Militär wird so eine neue Bedeutung zugeschrieben. Dass Camouflage auch jetzt gerne getragen wird, passt zur derzeitigen schwierigen politischen Weltlage.
Wirft man einen Blick auf die Ready-to-wear-Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2027, ist Camouflage auch noch nächstes Jahr auf den Strassen zu beobachten. Eine Anti-War-Kollektion hat beispielsweise gerade erst Rapper A$AP Rock mit seinem Label AWGE an der Pariser Fashion Week präsentiert:
